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PR-Debakel nach Nürnberg-Fahrt: Doch, Bahn-Mitarbeiter dürfen Schwangeren helfen

In einem Zug nach Nürnberg weigert sich eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn, einer Schwangeren mit Kinderwagen zu helfen. Auf Twitter verteidigt die DB die Schaffnerin - und blamiert sich schon wieder.
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Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn verweigerte einer Schwangeren mit Kinderwagen die Hilfe beim Einsteigen. Symbolgoto:  C. Schmidt/dpa
Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn verweigerte einer Schwangeren mit Kinderwagen die Hilfe beim Einsteigen. Symbolgoto: C. Schmidt/dpa

Schon bei einer Twitter-Blamage Mitte Dezember des letzten Jahres erntete die Deutsche Bahn viel Spott über Zugverspätungen und überfüllte Züge. Ausgelöst wurde er durch ein Foto der Klimaaktivistin Greta Thunberg. Doch der nächste Shitstorm für das Unternehmen ließ nicht lange auf sich warten.

Deutsche Bahn-Mitarbeiterin verweigert Hilfe

Am Samstag (11. Januar 2020) setzt eine junge Mutter, die mit dem Zug nach Nürnberg fahren will, einen Tweet ins Internet, der die Deutsche Bahn erneut in ein schlechtes Licht rückt: Die Schwangere wollte in München mit Kinderwagen in die Regionalbahn nach Nürnberg einsteigen, kinderwagengeeignete Einstiege waren allerdings nicht vorhanden. Auch eine angeblich pampige Schaffnerin habe lediglich die Achseln gezuckt, anstatt der Mutter zu helfen.

Antwort von Deutschen Bahn ruft viele Reaktionen hervor

Unter dem Tweet der Frau teilt die Deutsche Bahn daraufhin mit, dass die Schaffnerin nicht helfen konnte, da sie während der Arbeitszeit nicht versichert sei, wenn sie den Kinderwagen in den Zug tragen würden. Würde etwas passieren, müsste die Schaffnerin das dann "auf die eigene Kappe nehmen".

Die ersten Reaktionen auf Twitter ließen nicht lange auf sich warten: "Keine Empathie bei der Deutschen Bahn", "das ist mehr als kundenunfreundlich und macht euch noch unattraktiver", lautete der Tenor.

Deutsche Bahn rudert mit Aussage zurück

Knapp zwei Tage später meldet sich die Deutsche Bahn unter dem Tweet erneut zu Wort: Die vorherige Aussage sei gar nicht richtig gewesen - DB-Mitarbeiter seien durchaus versichert, wenn sie ihren Reisenden helfen, schreibt die Deutsche Bahn und entschuldigt sich für ihren Fehler.

Wieder lässt der Spott gegen die Deutsche Bahn nicht lange auf sich warten. Auch Grünen-Politiker Peter Heilrath äußert sich zum Shitstorm: Das Problem sei nicht, dass sich der Mitarbeiter des ursprünglichen Posts getäuscht hat, sondern dass im Zweifel erstmal dem Kunden Schuld gegeben wird.

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