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Kronach
Sanierung

Sparkasse plant in Kronach Wohnungsbau im großen Stil

Die Sparkasse Kulmbach-Kronach wird einen Millionenbetrag in die Sanierung des ehemaligen Seniorenheims der Diakonie investieren.
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Im ehemaligen Seniorenheim in der Maximilian-von-Welsch-Straße soll erschwinglicher Wohnraum geschaffen werden. Foto: Marco Meißner
Im ehemaligen Seniorenheim in der Maximilian-von-Welsch-Straße soll erschwinglicher Wohnraum geschaffen werden. Foto: Marco Meißner

Landrat Klaus Löffler (CSU) erinnert sich gut an das Jahr 2019. Im Zuge der Hochschulprojekte war plötzlich die Rede davon, neuen Wohnraum in Stadt und Landkreis Kronach zu schaffen. 200 Wohnungen wurden als politisches Ziel ausgegeben. So manches ungläubige Lächeln habe er dafür geerntet, sagt Löffler. Doch inzwischen darf er schmunzeln. Seit Dienstag ist klar: Durch den Einsatz der Sparkasse Kulmbach-Kronach wird das erste Viertel dieses Vorhabens schon bald Realität werden.

"Es gibt gute Nachrichten", stellte er bei einem Pressegespräch in der Kronacher Sparkassen-Hauptstelle fest. 15 Millionen Euro an Direktinvestitionen sind vom Kulmbach-Kronacher Kreditinstitut im Jahr 2018 beschlossen worden. Dieses Geld soll zu gleichen Teilen in die beiden Landkreise fließen. Und nach dem Kronacher Wohnbaugipfel Ende vergangenen Jahres machen sich die Verantwortlichen der Sparkasse nun daran, einen ersten Punkt ihres Investitionsplans in die Tat umzusetzen.

Gute Lage herausgestellt

Das ehemalige Diakonie-Seniorenheim in der Kronacher Maximilian-von-Welsch-Straße ist in ihren Fokus geraten. "Wir werden in den nächsten Tagen den Kaufvertrag unterzeichnen", versicherte der Landrat, dass die Gespräche mit der Diakonie gut verlaufen sind. "Wir wollen circa 50 bis 60 neue Wohnungen an exponierter Stelle schaffen", erklärte Löffler, was aus dem massigen, mehrstöckigen Gebäude werden soll. Die Größe der einzelnen Wohneinheiten, die für alle Generationen gedacht sind, soll 50 bis 80 Quadratmeter betragen. Und wie Löffler besonders betonte: Es werden keine Studentenwohnungen, sondern Angebote für die Menschen aus der Heimat.

Ohne den Kaufpreis wird das Investitionsvolumen hierfür etwa sieben Millionen Euro betragen. Zwei Millionen Euro werden aus Fördermitteln erhofft. Die Wohnungen sollen nach neuestem Standard saniert werden. Löffler unterstreicht dabei: Der Wohnraum soll erschwinglich sein. Der Landrat erhofft sich sogar, dass dieses Großprojekt einen Beitrag dazu leisten kann, das Mietpreisniveau in Kronach auf einem vernünftigen Level zu verankern. Er glaubt aber auch fest daran, dass andere diesen Impuls aufgreifen werden: "Es wird nicht die einzige derartige Investition bleiben."

Win-Win-Situation

Für Vorstandsmitglied Harry Weiß von der Sparkasse schafft das Projekt eine Win-Win-Situation. Einerseits kann das Kreditinstitut etwas sinnvolles für die Region tun, andererseits baut es sich in der problematischen Niedrigzinsphase selbst eine vernünftige Geldanlage auf.

Der Entschluss gegen einen Abriss und für die Sanierung des Hauses auf dem 4200-Quadratmeter-Areal ist für ihn sinnvoll. "Die Struktur des recht zentral gelegenen Gebäudes war so gut", erklärt er. "Die Wohnungen darin werden einen schönen Zuschnitt bekommen." Einzig das kleine, westlich vorgelagerte Nebengebäude muss weichen. Dort sollen Parkmöglichkeiten für die Bewohner geschaffen werden.

Nun wird sich die detaillierte Planung anschließen. "Ich hoffe, dass die Räume in zwei Jahren bezugsfähig sind", so Weiß. Dann wird das Projekt nach Löfflers Ansicht dazu beitragen, die Region noch attraktiver zu gestalten, denn Wohnraum sei ein wichtiger Standortfaktor.

Das sieht auch Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) auf Nachfrage des Fränkischen Tags so. "Das Haupthaus umzubauen, ist ein großer Wurf", gratuliert er der Sparkasse zu dieser Entscheidung. Und mit Blick auf eine positive Entwicklung der Kreisstadt treffe das Vorhaben den Nagel auf den Kopf.