Kronach
Erinnerung

Kronacher Komponist ist in die Heimat zurückgekehrt

20 Jahre nach seinem Tod wurde eine Gedenktafel zu Ehren des Kronacher Komponisten und Musikpädagogen Max Baumann enthüllt.
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Stadtrat Wolfgang Hümmer (von links) und Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein enthüllten gemeinsam mit Adelheid Geck, Vorsitzende der Max-Baumann-Gesellschaft, und  Domkapitular Thomas Teuchgräber die Gedenktafel für den Komponisten  Max Baumann. Maria Löffler
Stadtrat Wolfgang Hümmer (von links) und Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein enthüllten gemeinsam mit Adelheid Geck, Vorsitzende der Max-Baumann-Gesellschaft, und Domkapitular Thomas Teuchgräber die Gedenktafel für den Komponisten Max Baumann. Maria Löffler

"Einer der großen Söhne Kronachs kehrt sichtbar in seine Heimat zurück." So etwas wie Stolz lag in der Stimme von Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, als er hinter sich auf eine - noch verhüllte - Gedenktafel zeigte. Sie ist dem Komponisten und Musikpädagogen Max Baumann gewidmet und hängt seit dem Wochenende am Haus von Stadtrat Wolfgang Hümmer und dessen Ehefrau am Martinsplatz 10. "Das nämlich ist sein Geburtshaus und hier erhielt er auch seinen ersten Musikunterricht," verkündete Adelheit Geck, Vorsitzende der Max-Baumann-Gesellschaft.

Ein Ehrenplatz in der Stadt

"Mensch, Komponist und vor allem Botschafter" sei er gewesen, der berühmte Sohn der Cranach Stadt. "Und spätestens seit dem Cranach-Oratorium 2017 und der damit verbundenen Festwoche kennt ihn jedes Kind," war Beiergrößlein sich sicher. Er erinnerte noch einmal an die familiären Bande, die Baumann selbst in den Semesterferien immer in seine Heimatstadt gezogen hätten, wo er seinen ersten Musikunterricht vom Vater erhalten habe. "Auch deshalb hat er mitten im Stadtgebiet einen Ehrenplatz erhalten." Beiergrößleins Dank galt der Max-Baumann-Gesellschaft, die die neue Gedenktafel finanziert hat. Adelheid Geck gerät ins Schwärmen, wenn sie über Max Baumann spricht. In Worten lässt sie seine Zeit in Kronach noch einmal Revue passieren, erzählt von Kindheitserinnerungen und Streichen und sieht seine Mutter Elisabeth in Gedanken noch immer über den Kreuzberg laufen. Stolz präsentiert sie Begriffe wie "Kroniche" oder "Grüß Gott", die sie in der Zeit mit Max Baumann gelernt habe.

Geck beschrieb ihn als Menschen, der viel Wert auf Pünktlichkeit legte, denn "sonst polterte er in feinstem Fränkisch los und das klang dann schon ziemlich bedrohlich." Sie versicherte allen Anwesenden, unter denen einige persönliche Bekannte waren, dass er seine letzten Jahre in Berlin gut verbracht habe und sich dort auch wohlfühlte. Gestorben ist Max Baumann am 17. Juli 1999 nach längerer Krankheit in der Hauptstadt.

Baumann war heimatverbunden

Gesegnet wurde die Tafel von Domkapitular Thomas Teuchgräber, dem es "eine außerordentliche Ehre" war. Auch er stellte die Heimatverbundenheit von Max Baumann zu seinem Geburtsort heraus und bestätigte, dass diese in vielen Briefen zum Ausdruck käme. Teuchgräber präsentierte auch noch eine andere Seite des Komponisten, nämlich seine Liebe zu Gott und zum Glauben. "Er war eigentlich evangelisch, ist dann aber zum katholischen Glauben konvertiert. Er hat hier seine Spuren hinterlassen und uns Gedanken geschenkt, die zu Tönen geworden sind", berichtet Thomas Teuchgräber.

Musikalisch unterstützt wurde der Festakt durch ein Ensemble der Berufsfachschule für Musik Oberfranken unter der Leitung von Burkhart M. Schürmann. Im Anschluss dazu gab es eine "konzertante Abendmusik" in der Kronacher Stadtpfarrkirche (siehe Artikel unten auf dieser Seite).

 

Hintergrund über den Komponisten Max Baumann

Biografie Max Baumann wurde am 20. November 1917 in Kronach geboren und ist am 17. Juli 1999 in Berlin verstorben. Er wurde 81 Jahre alt.

Studium Als Sohn eines Musiklehrers bekam Baumann seinen ersten Musikunterricht in seinem Elternhaus in Kronach. Nachdem er bereits in Halle und Passau Musik studiert hatte, studierte er in Berlin Posaune und Komposition an der Hochschule für Musik, Dirigieren, Klavier und Posaune.

Wirken Unter anderem war Baumann von 1947 bis 1949 Chordirektor und stellvertretender Kapellmeister an der Oper in Stralsund. Darüber hinaus war der gebürtige Kronacher seit 1946 zunächst als Dozent für Klavier und Tonsatz, dann mit mehreren Fächern in der Abteilung Schulmusik an der Berliner Musikhochschule tätig.

Werk Vor allem die geistliche Vokalmusik und die Orgelmusik machen einen Großteil von Baumanns Werk aus. red

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