Steinbach am Wald
Kuriosum

Bahnhof Steinbach am Wald: Der Scheitelpunkt der Frankenwaldbahn musste erst eingemeindet werden

Der Bahnhof in Steinbach am Wald ist der wichtige Scheitelpunkt der Frankenwaldbahn. Doch er gehörte noch nicht immer zur Gemeinde Steinbach.
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Dieses Schild am Steinbacher Bahnhof weist daraufhin, dass dort der Scheitelpunkt der Frankenwaldbahn erreicht ist. Foto: Andreas Schmitt
Dieses Schild am Steinbacher Bahnhof weist daraufhin, dass dort der Scheitelpunkt der Frankenwaldbahn erreicht ist. Foto: Andreas Schmitt

Der 8. August 1885 war für den Frankenwald ein wichtiges Datum. An diesem Tag wurde der nördliche Streckenabschnitt der Frankenwaldbahn zwischen Stockheim und Ludwigsstadt eröffnet. Das "bayerische Sibirien", wie der Stockheimer Ortschronist Gerd Fleischmann schreibt, erlebte dadurch einen ungeahnten Aufschwung.

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Dem ging ein langer Kampf der Region voraus: Schon 1862 bewarb sich das damals begründete Eisenbahn-Comite Ludwigsstadt mit anderen Gemeinden um den Weiterbau der Hochstadt-Stockheim-Eisenbahn. Aber erst 20 Jahre später begannen die Bauarbeiten.

Zwölf Kilometer Anstieg

In Pressig-Rothenkirchen beginnt die 25 Kilometer lange Steilstrecke der Frankenwaldbahn auf 377 Metern Höhe. Sie steigt durch Haßlach- und Dambachtal und erreicht nach zwölf Kilometern Steinbach am Wald auf knapp 600 Metern Höhe. Dort ist der Scheitelpunkt - bis Ludwigsstadt fällt das Terrain auf 458 Meter.

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Anfangs brachten es die Reisezüge auf dem Abschnitt mit zwei oder drei Loks auf 25 Stundenkilometer, die Güterzüge gar nur auf 15. Viele Jahre keuchten qualmende Maschinen wie die bayerische S3/6, auch Königin der Dampfloks genannt, auf dieser bedeutungsvollen Nord-Süd-Verbindung.

Lauenhain verliert den Kampf

Kuriosum: Der Scheitelpunkt, der Steinbacher Bahnhof, gehörte ursprünglich gar nicht zu Steinbach am Wald. Am 6. Mai 1933 verfasste die Gemeinde ein Schreiben an das Staatsministerium des Innern sowie an die Regierung von Oberfranken und Mittelfranken. Betreff: Eingemeindung der Siedlung am Bahnhof Steinbach am Wald. Die Häuser dort befanden sich nämlich auf dem Gebiet der damaligen Gemeinde Lauenhain.

Steinbach aber wollte die wachsende Siedlung und die entstehenden Industriebetriebe für sich. Und hatte einige Jahre später Erfolg: Am 17. September 1951 ordnet die Regierung von Oberfranken in Bayreuth die Eingemeindung an.

Viele aktuelle und historische Bilder vom Steinbacher Bahnhof und die Geschichte, warum der Haltepunkt für die Versorgung von Tettau während des Kalten Krieges wichtig war, finden Sie hier in unserem infrankenPlus-Artikel.



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