Eltmann
Kritik

Aufregung um Hakenkreuz-Plakat der SPD in Eltmann: Empörung und Rücktrittsforderungen

Die SPD Haßberge hängt ein Hakenkreuz-Plakat in Eltmann auf - und vergleicht damit den Kreuz-Erlass von Ministerpräsident Söder mit dem Nazi-Regime. Der Fall schlägt hohe Wellen - und das Plakat verschwindet wieder.
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Das ist das umstrittene Plakat. Mittlerweile hängt es nicht mehr im Schaukasten am Freibad. Der SPD-Ortsverein  nahm es auf Druck des Bezirksverbandes Unterfranken der Sozialdemokraten ab.   Klaus Schmitt/Archiv
Das ist das umstrittene Plakat. Mittlerweile hängt es nicht mehr im Schaukasten am Freibad. Der SPD-Ortsverein nahm es auf Druck des Bezirksverbandes Unterfranken der Sozialdemokraten ab. Klaus Schmitt/Archiv

Aufregung in Eltmann: Im SPD-Schaukasten am Schwimmbad hatte der Ortsverein ein älteres SPD-Plakat aufgehängt - nun musste sie es auf Druck des Bezirksverbands Unterfranken wieder entfernen. Mit dem Plakat hatte sie den Kreuz-Erlass von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit den Hakenkreuzen der Nazis verglichen.

Der Aushang hatte hohe Wellen geschlagen. Mit einem Plakat, dessen Original aus den 1930er Jahren stammt und das die Sozialdemokraten in den 1970er Jahren erneut verwendet haben, um vor dem Rechtsradikalismus zu warnen, hatte die SPD den Kabinettsbeschluss der Staatsregierung kritisiert, wonach Kreuze in öffentlichen Gebäuden aufgehängt werden sollen. Das Plakat zeigt eine an ein Hakenkreuz gefesselte Person. Zu dem alten Motiv brachte die Eltmanner SPD die Aufschrift an: "Kreuze in öffentlichen Gebäuden hatten wir schon mal..."


Der Nazi-Vergleich ist auf große Empörung gestoßen. Die Bezirks-SPD distanzierte sich nach einem Bericht der Main-Post von den eigenen Genossen in Eltmann. Der CSU-Landtagsabgeordnete Steffen Vogel forderte die Entfernung des Aushangs und eine Entschuldigung der Verantwortlichen.
An seiner Haltung hat indes der Kreisvorsitzende der SPD am Dienstag nichts geändert. Wolfgang Brühl bezeichnete das Plakat und dessen Aussage als "provokant", aber "vertretbar". Er sagte wörtlich am Dienstag: "Ich füge dem nichts hinzu."

 


"Die können mich mal"


Die Junge Union Haßberge hat inzwischen den "sofortigen Rücktritt der SPD-Verantwortlichen" gefordert. In einem Schreiben, das die Kreisvorsitzende Steffi Hümpfner (Königsberg) gezeichnet hat, kritisiert die Junge Union Haßberge: "Die Tatsache, dass die SPD Eltmann die Entscheidung unsers Ministerpräsidenten Markus Söder, in allen öffentlichen Gebäuden ein Kreuz aufzuhängen, auf eine Stufe mit der NS-Diktatur stellt, ist absolut unakzeptabel." Die Eltmanner SPD habe "ganz klar ihre Grenzen überschritten".

Kreisvorsitzender Wolfgang Brühl reagierte mit deutlichen Worten auf die Rücktrittsforderung: "Die können mich mal", sagte der Eltmanner wörtlich.

Einen Bericht über die Kontroverse in Eltmann und einen Kommentar unseres Redaktionsleiters Klaus Schmitt finden Sie hier im Premium-Bereich von inFranken.de.

 

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