Leipzig
Studentin aus Leipzig

Vermisste Tramperin Sophia L.: eine Chronologie des Falls

Sophia L. wollte von Leipzig nach Amberg trampen, kam aber nie in ihrer Heimat an. Die Studentin wurde als vermisst gemeldet. Inzwischen wird angenommen, dass sie getötet wurde.
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Sophia L. wollte von Leipzig nach Amberg trampen, kam aber nie in ihrer Heimat an. Die Studentin wurde als vermisst gemeldet. Inzwischen wird angenommen, dass sie getötet wurde.  Foto: Jesus Andrade/El Correo/dpa
Sophia L. wollte von Leipzig nach Amberg trampen, kam aber nie in ihrer Heimat an. Die Studentin wurde als vermisst gemeldet. Inzwischen wird angenommen, dass sie getötet wurde. Foto: Jesus Andrade/El Correo/dpa
Nach bangen Tagen der Vermisstensuche nach der 28-jährigen Sophia L. steht inzwischen der dringende Verdacht einer Gewalttat im Raum. Ein Trucker wird verdächtigt, die Tramperin ermordet zu haben. Die Klärung des Tathergangs sowie die Identität einer Leiche, die Spanien gefunden worden ist, stehen noch aus. Hier die Chronologie der bisherigen Ereignisse.


Donnerstag, 14. Juni: Sophia L. steigt in einen Lkw und verschwindet

Sophia L. will von Leipzig aus , wo sie studiert, nach Bayern trampen. Sie sucht eine Mitfahrgelegenheit nach Nürnberg, von wo aus sie in ihre Heimstadt Amberg weiterreisen will. An einer Rastsätte an der A9 bei Schkeuditz steigt Sophia L. in einen Lastwagen ein - den des verdächtigen Fahrers.

Sie hat noch per SMS Kontakt mit ihren Freunden - sie schickt das Kennzeichen des Lastwagens. Dann verstummen die Lebenszeichen.


Freitag, 15. Juni bis Sonntag, 16. Juni: Die Vermisstensuche nach Sophia L beginnt - die Familie bittet um Hinweise

Die Familie und die Freunde von Sophia, darunter ihr Bruder - Grünenpolitiker in der Region Bamberg - suchen nach der Studentin, nachdem sie nicht in Amberg angekommen ist. Vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram verbreiten sie Bilder und mehrsprachige Suchanzeigen.

Vermisste Sophia L.: Wurde die Tramperin in Oberfranken getötet und die Leiche durch halb Europa gefahren?

Parallel dazu ermittelt die Polizei und rekonstruiert die Fahrtroute des Lastwagens. Den Fahrer hat der Bruder der Vermissten bereits ausfindig gemacht. Der Trucker gibt an Sophia sei bereits bei Lauf aus seinem Lastwagen ausgestiegen.


Montag, 18. Juni: Die Polizei startet die Öffentlichkeitsfahndung

Vier Tage nach dem Verschwinden Sophias startet die Polizei Leipzig eine Öffentlichkeitsfahndung nach der jungen Frau. Noch ist offen, was der Studentin zugestoßen ist.


Dienstag, 19. Juni: Suchaktion in Mittelfranken, Festnahme in Spanien

In Spanien wird in Andalusien der 41-jährige Lastwagenfahrer, der Sophia mitgenommen hatte, festgenommen. Er war auf dem Weg nach Marokko. Seinen Lastwagen findet die Polizei in direkter Nähe des Orts der Festnahme - im Führerhaus war ein Feuer entzündet worden. Ob der Fahrer dies getan hat, um Beweise zu vertuschen, ist unklar. Berichte, dass der Trucker ein Geständnis abgelegt hat, werden von der Polizei nicht bestätigt.

Die Polizei geht inzwischen von einem Gewaltverbrechen aus und startet eine Suchaktion an der A9 bei der Ausfahrt Lauf/Hersbruck. Die Beamten durchkämmen den Wald nahe der Autobahn. Kurz darauf wird auch der Bereich hinter dem Parkplatz Sperbes zwischen Plech und Hormersdorf an der A9 in Oberfranken durchsucht. Beide Aktionen bleiben ohne Erfolg.


Donnerstag, 21. Juni: Weibliche Leiche wird in Spanien gefunden

Die Polizei findet im Baskenland an einer Tankstelle an der Autobahn 1 in Asparrena eine Frauenleiche. Die unbekannte Tote wurde offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens, befindet sich aber bereits in einem fortgeschrittenen Zustand der Verwesung. Es wird angenommen, dass der Mörder sie versucht hat, zu verbrennen.

Die Ermittler stellen den Zusammenhang zur verschwundenen Sophia her und treten in Kontakt mit den deutschen Strafverfolgungsbehörden.


Freitag, 22. Juni: Der Tatort lag wohl in Oberfranken - Polizei in Oberfranken übernimmt

Nach der Auswertung der GPS-Daten gehen die Ermittler davon aus, dass der Tatort in Oberfranken liegt. Hinweise deuten darauf hin, dass Sophia L. bei einem Halt in Oberfranken auf dem Rastplatz Sperbes an der A9 getötet worden ist.

In der Folge übernehmen Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth die Ermittlungen von ihren Leipziger Kollegen. Insgesamt ist eine 15-köpfige Ermittlungsgruppe in die Untersuchung involviert. Ermittler sind auch auf dem Weg nach Spanien, um dort vor Ort mit den spanischen Kollegen zusammenzuarbeiten. Der Verdächtige stimmt einer Auslieferung nach Deutschland zu.

Der Untersuchungsrichter in Spanien hat unterdessen eine Art Nachrichtensperre verhängt. Gerichtsmediziner untersuchen die Leiche und arbeiten an einer Identifizierung. Die deutschen Ermittler senden das DNA-Profil von Sophia L. an die spanischen Behörden, um den Abgleich zu ermöglichen.


Samstag, 23. Juni: Spurensuche im Lastwagen geht weiter

Während die spanischen Gerichtsmediziner daran arbeiten, die Leiche zu identifizieren, wird der Lastwagen, in dem Sophia L. mitgefahren ist, weiter untersucht. Die teilweise verbrannte Fahrerkabine wird von der Spurensicherung erneut unter die Lupe genommen. Neue Erkenntnisse bringt die Untersuchung allerdings nicht. Die oberfränkischen Ermittler äußern Zweifel, dass es zu einer schnellen Identifizierung der Leichen kommen wird.


Montag, 25.Juni: Deutsche Ermittlerr in Spanien eingetroffen

Im Fall der verschwundenen Tramperin Sophia L. sind mehrere deutsche Polizeibeamte in Spanien angekommen. Zwei Ermittler der Kriminalinspektion Bayreuth seien am späten Vormittag in Spanien gelandet, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Bayreuth. Unterstützt wird das Team von Beamten der Leipziger Polizei.

Nach dem Fund einer Frauenleiche in Nordspanien am Donnerstag steht die Identifizierung der Frau weiterhin aus. Auch zur Todesursache war am Montag zunächst nichts bekannt. In Spanien hatte der zuständige Richter eine Nachrichtensperre zu den Ermittlungen verhängt.


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