Neunkirchen am Brand
Kommunalwahl

FW und Grüne wollen Martin Walz eigene Bürgermeisterkandidaten entgegenstellen

Martin Walz (CSU) hat bereits seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Neunkirchen am Brand bekanntgegeben. Auch die FW und Grünen wollen Kandidaten ins Rennen schicken.
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Martin Walz ist ist in seiner Gemeinde viel mit der Kamera unterwegs. Foto: privat
Martin Walz ist ist in seiner Gemeinde viel mit der Kamera unterwegs. Foto: privat

Offiziell als Bürgermeisterkandidat nominiert ist in Neunkirchen am Brand bislang nur Gemeinderat Martin Walz. Für die CSU geht er ins Rennen in der Marktgemeinde. "In einer Demokratie sollte es mehrere Kandidaten für ein Wahlamt geben", meint Karl Germeroth, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FW). Die FW stellen derzeit den Bürgermeister Heinz Richter. Doch dieser hört auf. Ob es wieder die Freien Wähler sein werden, die den Nachfolger stellen, wird sich im März zeigen. Ein Kandidat oder eine Kandidatin werde jedenfalls zur Wahl stehen. Eines ist sicher: "Er kommt nicht aus dem Gemeinderat", erklärt Karl Germeroth. Denn fast alle derzeitigen FW Gemeinderäte - Karl Germeroth, Sandra Richter und Ines Barrabas - hören mit Ende dieser Legislaturperiode auf. Christian Boeckmann kandidiert wieder als Gemeinderat. Der Fraktionsvorsitzende verspricht: "Die FW Neunkirchen haben neue gute Leute auf der Liste. Die Liste ist fast gefüllt." "Nun steht ein Generationswechsel an und wir gehen mit einer jüngeren Mannschaft in die nächste Periode und Zukunft", betont Germeroth. Egal ob Martin Walz für die CSU oder ein FW-Kandidat, die Grünen sind der Meinung, mit diesen Kandidaten seien die Neunkirchener Probleme nicht zu lösen. Sie haben deshalb entschieden, ebenfalls einen Bürgermeisterkandidaten zu stellen. Namen werden noch nicht genannt, die Bewerbungen laufen gerade. "Ein Weiter so darf es in Neunkirchen nicht geben", sagt Holger Kotouc, der Vorsitzende der Grünen-Fraktion. "Wir glauben nicht, dass die Kandidaten beispielsweise von der CSU Neunkirchen für die wichtigen kommenden Jahre gut führen kann. Neben der Schule, dem Hemmerlein-Gelände und Wohnen in Neunkirchen und vielem mehr müssen wir hinsichtlich des Klimawandels im Bereich erneuerbare Energien, Mobilität und Innerortgestaltung - hier der öffentliche Raum, Grün- und Freiflächen - und natürlich auch im Naturschutz wichtige Entscheidungen treffen."

Vor Ort erleben

Der CSU-Kandidat Martin Walz betont: "Die Kommunalpolitik hat den Charme, dass man die Lösungen und Ergebnisse vor Ort erleben kann. Das beginnt bei den Finanzen und endet bei der Frage, wie wir unseren Ort langfristig gestalten wollen." Aber er möchte Neunkirchen nicht jemandem überlassen, der nicht mit dem gleichen Engagement dabei sei. Das Interesse an der Kommunalpolitik begann bei Martin Walz schon in jungen Jahren. "Da hatte ich mich auf einer Bürgerversammlung für den Bolzplatz am Schellenberger Weg eingesetzt. Danach wurde ich angesprochen, ob ich mich nicht engagieren will. 2002 habe ich dann erstmalig auf der Liste der Jungen Bürger für den Gemeinderat kandidiert. Damals zwar ohne in den Gemeinderat zu kommen, aber dafür mit der Bestellung als kommunaler Jugendbeauftragter", erinnert sich Martin Walz. Damals war er gerade 20 Jahre alt.

Gemeinderatswahl 2008

Bei der Gemeinderatswahl 2008 stand er dann erstmalig auf der Liste der CSU und hat es mit gerade 26 Jahren in den Gemeinderat geschafft. Martin Walz ist der Einzige, der seine Bürgermeisterkandidatur bereits zu Jahresbeginn öffentlich machte. "So frühzeitig finde ich das gar nicht. Es war ja kein Schnellschuss, sondern ein Thema, mit den sich die Familie und die Partei schon länger auseinander gesetzt hat. Ein Jahr vor der Wahl finde ich bei sechs Jahren Wahlperiode gar nicht so lang. Ich bin eher verwundert, dass andere eine so wichtige Entscheidung erst kurzfristig treffen", sagt Walz. Der 38-Jährige kann schon viel Erfahrung vorweisen. "Ich bin seit fast zwölf Jahren im Marktgemeinderat und davon seit fast sechs Jahren Fraktionssprecher der größten Fraktion. Vor der Wahl in den Gemeinderat war ich sechs Jahre kommunaler Jugendbeauftragter. Ich denke, dass es wenige meines Alters gibt, die sich in den letzten Jahren so für ihren Ort engagiert haben", meint der dreifache Familienvater. Ob als Fotograf, als Betreuer der Gemeinde-Homepage, in der Jugendarbeit oder bei verschiedenen Vereinen: er ist ehrenamtlich unterwegs und engagiert. "Kombiniert mit inzwischen über zehn Jahren als Führungskraft bei der Sparkasse sollte das eine recht gute Befähigung für das Amt des Ersten Bürgermeisters der zweitgrößten Gemeinde im Landkreis ergeben", betont Walz.

Was macht die SPD?

Bleibt die SPD. Entgegen von Vermutungen wird Dritter Bürgermeister Andreas Pfister nicht für das Bürgermeisteramt kandidieren. Er will sich aber auf jeden Fall erneut für den Gemeinderat aufstellen lassen, wie die anderen Gemeinderäte aus der SPD-Fraktion auch. Lange überlegt hatte Benjamin Hoell, der Vorsitzende des SPD-Ortsverbands. Er ist 35 Jahre alt und hat zwei kleine Kinder. Sich und seiner Familie möchte er die Zeit noch geben, weshalb er sich gegen eine Kandidatur entschieden hat. Allerdings will er sich für den Gemeinderat aufstellen lassen.

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