Höchstadt a. d. Aisch
Technik

Was man aus Lego-Mindstorms machen kann zeigt das Gymnasium Höchstadt

Smarter Einkaufswagen, smarter Schreibtisch: Schüler präsentieren ausgeklügelte Ergebnisse eines interessanten Projekts.
Artikel drucken Artikel einbetten
Lego in der Schule? Wer an viele bunte Bausteine denkt, ist am Höchstadter Gymnasium falsch. Aus dem speziellen Lego-Mindstorms-System hat die Projektgruppe viele erstaunliche Dinge gebastelt: Einen intelligent höhenverstellbaren Schreibtisch, einen knuffigen Roboter  oder einen smarten Einkaufswagen.  Foto: Katarina Amtmann
Lego in der Schule? Wer an viele bunte Bausteine denkt, ist am Höchstadter Gymnasium falsch. Aus dem speziellen Lego-Mindstorms-System hat die Projektgruppe viele erstaunliche Dinge gebastelt: Einen intelligent höhenverstellbaren Schreibtisch, einen knuffigen Roboter oder einen smarten Einkaufswagen. Foto: Katarina Amtmann
+4 Bilder

Schüler des Gymnasiums in Höchstadt haben am Samstag die Ergebnisse ihrer fertigen Lego-Mindstorms-Projekte präsentiert: ein smarter Schreibtisch und ein Einkaufswagen. Seit Anfang Februar hatten sie daran gearbeitet.

Ein Lego-Mindstorm ist ein programmierbarer Baustein. Mit diesem können Roboter gebaut werden, denen man durch die Programmierung Aufgaben geben kann. Die Idee hinter dem Projekt sei gewesen, dass Jugendliche selbst etwas erfinden und mit Technik spielen können, so Bernhard Kausler vom Organisationsteam.

Insgesamt nahmen 19 Schüler teil, davon 17 aus Höchstadt und zwei aus Nürnberg sowie drei Auszubildende von Schaeffler. Tipps erhielten die Teilnehmer von Ingenieuren und Studenten diverser Fachrichtungen.

Schreibtisch wächst mit

Die jungen Leute arbeiteten in zwei Gruppen. Das erste Team stellte einen smarten Schreibtisch her, der mittels eines eingebauten Touchscreens bedient werden kann. Der Tisch stellt sich nach Eingabe der eigenen Körpergröße auf die passende Höhe ein.

Er erinnert den Nutzer außerdem daran, regelmäßig aufzustehen. Die Idee der Schüler war, die Arbeitsbedingungen im Büro zu verbessern und Rückenschmerzen vorzubeugen, da der Schreibtisch sowohl im Stehen als auch im Sitzen benutzt werden kann.

Die Schüler investierten fast jedes Wochenende in das Projekt und arbeiteten auch neben der Schule daran. "Es war zwar viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt", fand Schüler Alex Vogelsang. Auch für Janek Achtzehn: Der Auszubildende macht bei Scha effler eine Lehre als Zerspanungsmechaniker. Mit seinem Beruf habe das Projekt zwar nicht direkt etwas zu tun, "aber es war trotzdem ein interessanter Einblick. Es sind Informationen, die man im Hinterkopf behält."

Die zweite Schülergruppe baute einen smarten Einkaufswagen. Mit dem Smartphone kann die Einkaufsliste an den Wagen gesendet werden, dieser berechnet den kürzesten Weg durch den Supermarkt, fährt selbstständig und hält bei den entsprechenden Produkten an. Dadurch sollen dem Kunden Zeit und Stress erspart werden.

Wie viele seiner Teamkollegen hatte Simon Eichhorn zwar bereits von Lego-Mindstorms gehört, aber noch nie mit ihnen gearbeitet. "Aber je länger man dabei war, desto mehr Spaß hat es gemacht", fand der Schüler. Eigentlich hat er nicht so viel mit Technik zu tun, begeistert sich jetzt dank des Projekts aber immerhin ein bisschen mehr für das Themengebiet.

Von wegen Jungszeug

Julia Geyer dagegen ist sehr technikaffin, "aber zuhause habe ich keine Möglichkeit, das in die Tat umzusetzen." Das war für sie ein Grund, bei dem Projekt mitzumachen - als eines von vier Mädchen. Für die Zukunft hat es der Schülerin auch etwas gebracht: "Ich wollte sowieso etwas mit Technik machen. Aber das hat mich noch einmal bestärkt."

Auch in Unternehmen werden Lego-Mindstorms genutzt, um Prototypen zu bauen oder Teambuilding-Maßnahmen durchzuführen, "aber man baut keine Maschinen damit", erklärte Kausler.

Die Aktion am Gymnasium Höchstadt ist zwar vorbei, das soll aber noch nicht das Ende der gebauten Projekte sein. "Beide Gruppen wollen weitermachen. Wir wollen damit zu weiteren Schülerwettbewerben", sagt Lehrer Achim Engelhardt. "Das könnte die Erfindermesse Iena in Nürnberg sein oder 'Jugend forscht' nächstes Jahr."

Wiederholung erwünscht

Für Engelhardt ist das Projekt, das vom Rotary Club Höchstadt gesponsert wurde, eine gute Ergänzung zum klassischen Unterricht und soll deshalb keine einmalige Sache bleiben, sondern in regelmäßigem Turnus angeboten werden.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren