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Tennis

Krawietz will Wimbledon-Traum zum zweiten Mal leben

Der Witzmannsberger Kevin Krawietz kämpft am Mittwoch mit seinem Partner Andreas Mies um den Einzug in das Hauptfeld des größten Tennisturniers der Welt.
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Kevin Krawietz hat in diesem Jahr bereits vier Challenger-Turniere im Doppel gewonnen.  Foto: CT-Archiv
Kevin Krawietz hat in diesem Jahr bereits vier Challenger-Turniere im Doppel gewonnen. Foto: CT-Archiv
Rund 400 Kilometer trennen den beschaulichen Kurort Ilkley in Nordengland und den schmucken Londoner Stadtteil Wimbledon. Der Witzmannsberger Tennisprofi Kevin Krawietz legte diesen Weg quer durch England am Sonntag zurück, um sich in dieser Woche zum zweiten Mal nach 2017 (Erstrunden-Aus mit slowakischem Partner Igor Zelenay) für das Doppel-Hauptfeld des bekanntesten Tennisturniers der Welt zu qualifizieren.


Viel Erfolg, kurze Vorbereitung

Das Challenger-Turnier im 13 000 Seelen-Ort Ilkley war für ihn und seinen Kölner Doppelpartner Andreas Mies in der vergangenen Woche eine gelungene Generalprobe, eine Art "Mini-Wimbledon". "Es war eine sehr gute Vorbereitung, da in Ilkley auch auf Rasen gespielt wurde. Der Anreisetag am Sonntag war zwar ein Tag später als gedacht, aber wir haben ein paar Matches auf Rasen gewonnen, so herum war es mir also lieber", sagte Krawietz am Dienstag.

So ist es den Erfolgen des 26-Jährigen geschuldet, dass die Vorbereitungszeit auf Turniere in dieser Saison meist sehr überschaubar ist. In Ilkley mussten sich Krawietz und Mies nach drei Siegen erst im Finale am Samstag mit 3:6, 3:6 gegen den Amerikaner Austin Krajicek und Inder Jeevan Nedunchezhiyan geschlagen geben. Eine Woche zuvor lief es im kasachischen Almaty sogar noch besser: Das deutsche Doppel gewann das Challenger-Turnier mit einem souveränen Zwei-Satz-Sieg (6:2, 7:6) im Endspiel gegen den Litauer Laurynas Grigelis und den Ukrainer Vladyslav Manafov. Erfolge, die sich auch in Zahlen niederschlagen. Aktuell steht Krawietz auf Position 84 der Doppel-Weltrangliste - noch nie war der Witzmannsberger besser platziert.

Mit dem Einzug ins Doppel-Hauptfeld von Wimbledon würde es für Krawietz weiter nach oben gehen, und die Aussichten dafür stehen nicht schlecht. In der ersten von zwei Qualifikationsrunden setzten sich Krawietz und Mies am Montag mit 6:1, 3:6, 6:3 gegen Hugo Dellien (Bolivien) und Goncalo Oliveira (Portugal) durch. "Wir hatten ein paar Ups and Downs im Spiel. Der erste Satz war sehr gut, im Zweiten lagen wir schnell mit 0:2 hinten und sind bisschen verkrampft, der dritte Satz war dann wieder solide", analysiert Krawietz.

Eine mindestens solide Leistung benötigt das deutsche Doppel am Mittwoch ab 13.15 Uhr gegen das belgische Duo Sander Gillé und Joran Vliegen. Die bisherigen zwei Duelle in diesem Jahr entschieden Krawietz und Mies bei den Challenger-Turnieren in Rom und Heilbronn für sich. "Da haben wir aber auch sehr, sehr gut gespielt. Es ist immer schwierig gegen die, denn die sind gut eingespielt", sagt Krawietz. "Auf Rasen geht alles so schnell, da kommt viel auf den Aufschlag und den Return an. Wenn wir das solide bringen und unsere Leistung abrufen, hoffe ich, dass es klappt."


Ein unbeschreibliches Gefühl

Nach einer Trainingseinheit am Dienstagvormittag ließ Krawietz den Tennisschläger für einige Stunden ruhen. "Wir haben mittags die Anlage verlassen und uns Wimbledon Village angeschaut, um einfach mal den Kopf etwas frei zu bekommen. Ein sehr entspannter Nachmittag", so Krawietz. Spätestens am Mittwochmittag wird es mit der Entspannung vorbei sein, wenn der Witzmannsberger auf Court 14 um den Einzug ins Wimbledon-Hauptfeld kämpft. "Es ist ein Traum hier zu spielen, einfach eine andere Welt im Vergleich zu anderen Turnieren, einfach unbeschreiblich."


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