Coburg
Überraschung

Neue Pläne für den Güterbahnhof

Die Coburg Globe GmbH nutzte die Eröffnung der Coburger Designtage, um ihre Vorstellungen für das Güterbahnhofsgelände zu erläutern.
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Sehr futuristisch schauen manche Gebäude aus, die sich die Designer am Güterbahnhofsgelände vorstellen. Foto: Simone Bastian
Sehr futuristisch schauen manche Gebäude aus, die sich die Designer am Güterbahnhofsgelände vorstellen. Foto: Simone Bastian
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Es muss einen guten Grund geben, wenn Michael Stoschek nicht beim Pokalfinalspiel der Brose Baskets ist. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung von Brose hat vor einigen Wochen ein neues Unternehmen mit gegründet - die Coburg Globe GmbH. Und als deren Sprecher verlieh er zur Eröffnung der Designtage den ersten Förderpreis Coburger Design.

Diesen Preis soll es nicht regelmäßig geben, sondern dann, wenn etwas preiswürdig ist. In diesem Fall ging es um das Globe, jenen Rundbau, der zunächst als Interimsspielstätte des Landestheaters dienen und dann dem ganzen Güterbahnhofsgelände Esprit und Glanz verleihen soll. So denken es sich jedenfalls die Gesellschafter der Coburger Globe GmbH, wie Stoschek und Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser verdeutlichten.

Drei Millionen Euro wollen die drei Coburger Unternehmen Brose, HUK-Coburg und Kaeser aufbringen, um das Globe zu bauen. Dafür haben sie die GmbH gegründet, denn diese soll die gesamte Planung übernehmen und die fertigen Pläne am Ende der Stadt schenken. Die soll dann bauen. Aber es geht längst nicht mehr um das Globe allein: Die GmbH finanziere auch eine Landschaftsplanung, weil der Holzbau des Globe nur dann richtig wirken könne, wenn er von Natur umgeben sei, sagte Stoschek. Heißt: Die Coburg Globe GmbH gestaltet mehr oder weniger das gesamte Areal, von den Gebäuden, die noch zu bauen wären, vielleicht mal abgesehen.

"Kein Sammelsurium verschiedener Nutzungen" solle das Güterbahnhofsgelände werden, dekretierte Stoschek. Ziel sei, eine "wirklich überzeugende Konzeption für das Gelände zu finden", gern mit Hilfe der Hochschule oder anderer Institutionen, die ausbilden, sagte der Unternehmer. Das "Band der Wissenschaft, Kunst und Natur" solle sich entlang der Itz erstrecken, eine "tolle Attraktion" werden. "Das Gelände soll der Jugend dienen" oder zumindest Coburg für junge Leute so attraktiv machen, dass sie hier leben und arbeiten wollen.

"Wir wollen ein kulturelles Zentrum errichten", sagte auch Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser. "Wir schaffen das. Es gibt keine Alternative."

Die Planung des Globe soll der Coburger Architekt Klaus Glodschei übernehmen, die Landschaftsplanung Stefanie Jühling, die auch schon den Bereich um den Südkreisel und um das Brose-Werksgelände gestaltet hat.

Auwi Stübbe, Vorsitzender des Coburger Designforums Oberfranken, das die Designtage ausrichtet, war derjenige gewesen, der das Globe kurz vor Weihnachten wieder in die politische Diskussion brachte - mit dem Standort Güterbahnhof. Grundlage der Konzeptstudie war der Entwurf eines Rundtheaters von Isabell Stengel und Anders Macht, die deshalb den ersten Förderpreis Coburger Design entgegennehmen und je 1000 Euro erhielten.

Auwi Stübbe indes hält sich längst nicht mehr beim "Globe" am Güterbahnhof auf. Er wünscht sich eine Jugendherberge im Gebäude des Zollamts mit einem Strand an der Itz dahinter und dem ehemaligen Stellwerkshäuschen als zusätzliches Unterkunftsgebäude gegenüber. Das Parkhaus, das ohnehin am Südende des Geländes errichtet werden soll, könne obendrauf noch ein Kongresszentrum und ein Hotel erhalten. "Seit dem ICE-Anschluss liegt Coburg mitten in Deutschland" und sei mithin als Kongress-Standort bekannt, sagte Stübbe. "Das Kongresshaus kann dann in aller Ruhe altern."

Außerdem gibt es offenbar schon sehr konkrete Überlegungen für die künftige Nutzung der Glaserei Späth, ebenfalls im Güterbahnhofsareal. Die Werkstätten sollen um Ateliers und Künstlerwohnungen im Obergeschoss ergänzt werden; die Späth'sche Galerie in der Remise könnte ebenfalls an den Güterbahnhof verlagert werden. Die Kunst wäre dann schon mal da.


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