Coburg
AfD

Martin Böhm (AfD) Breites Grinsen erst bei 13 Prozent

Der Spitzenkandidat der AfD in Coburg gibt sich bescheiden. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden, doch ein breites Grinsen braucht noch mehr Prozente.
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Ergebnischeck (von links): Annett Dingethal, Harald Meußgeier (Ortsvorsitzender Kronach), Martin Böhm und Michel Hopfinger (Ortsvorsitzender Neustadt). Foto: Christiane Lehmann
Ergebnischeck (von links): Annett Dingethal, Harald Meußgeier (Ortsvorsitzender Kronach), Martin Böhm und Michel Hopfinger (Ortsvorsitzender Neustadt). Foto: Christiane Lehmann

Auf den ersten Blick hätte man meinen können: Alle Klischees erfüllt! Die AfD feiert ihren Wahlsieg mit einer gehörigen Portion Heimatgefühl in einer Schrebergartengaststätte, bayerischer Leberkäs' auf dem Teller und der deutsche Schäferhund bei Fuß. Auf den zweiten Blick relativiert sich das Bild. Ein eloquenter Martin Böhm empfängt ein Presseteam nach dem anderen, gibt sich bescheiden - "ob ich im Landtag sitze, wird sich erst noch zeigen" - und vermeidet Parolendrescherei.

Dass die AfD die Kennedy-Anlage an der Dr.-Walter-Langer-Straße als Wahllokal ausgewählt hat, liegt bestimmt nicht am Namen, wie Böhm versichert. Schließlich schaut er in die Zukunft und nicht zurück. Außerdem wolle er Deutschland retten und nicht die USA. Einem wahlkampfstarken Mitglied, das hier in der Nähe wohne und sich um die vielen Wahlplakate in der Straße gekümmert hat, sei es geschuldet.

Noch um 19 Uhr hält sich die Anhängergemeinde in Grenzen. Aber der Spitzenkandidat gibt sich zuversichtlich: "Unsere Mitglieder sind als Wahlhelfer und -beobachter unterwegs. Am Ende werden wir hier wohl 40 Leute sein."

Von Null auf über elf Prozent sei ein tolles Erlebnis, sagt Böhm. Die Prognosen von 14 Prozent seien eher geschönt gewesen. Ein breites Grinsen würde er jedoch auch erst bei 13 Prozent aufsetzen.

Und wie beurteilt er das Ergebnis der anderen Parteien?

Den größten Schrecken bereiten ihm die Grünen. Die Lebensentwürfe von AfD und Grüne passten einfach nicht zusammen - vor allem mit Blick auf die Zuwanderung: "Wir wollen einen starken Nationalstaat, die Grünen Multikulturalismus." Ein geringerer Schaden wäre da schon eine Koalition von CSU und Freie Wähler. Die Freien Wähler nennt Böhm eine wertkonservative Partei. Die Linke habe Gott sei Dank in Bayern keine Relevanz.

Einen klaren Favoriten hat Böhm in Sachen Direktmandat. Dass Martin Mittag nach den ersten ausgezählten Wahllokalen weit vor Michael Busch liegt, freut ihn sehr. Und seine Lebensgefährtin Annett Dingethal, die ihn mit aktuellen Ergebnissen per Handy versorgt, wundert sich nicht: "Wer so hetzt..." Böhm: "Ich sitze jedenfalls viel lieber mit Martin Mittag im Zug nach München als mit Michael Busch." Und dann, worin würde seine erste Aufgabe liegen? "Wir müssen eine vernünftige Fraktion mit intellektueller Schlagkraft auf die Beine stellen. Dass dies gelingt, davon ist er überzeugt: Trotz verschiedener Strömungen innerhalb der Partei sei man sich doch einig.

Ob es Martin Martin Böhm in den Landtag geschafft hat, steht am Montag fest.

Alle Prognosen und Ergebnisse zur Landtagswahl in Bayern finden Sie in unserem Ticker.



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