Coburg
Bilanz

Landestheater Coburg: Eine gute Spielzeit

120 700 Besucher zog die noch unter der Intendanz von Bodo Busse geplante Spielzeit 2017/2018 ins Landestheater Coburg.
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Stets ausverkauft und in der Heimatstadt der "Spider Murphy Band will man das Musical von Matthias Straub auch sehen: "A Spider Murphy Story" war und bleibt ein riesiges Vergnügen im Landestheater Coburg. Sebastian Buff
Stets ausverkauft und in der Heimatstadt der "Spider Murphy Band will man das Musical von Matthias Straub auch sehen: "A Spider Murphy Story" war und bleibt ein riesiges Vergnügen im Landestheater Coburg. Sebastian Buff
Es war eine Saison des Übergangs, und sie ist noch auf die Bilanz Bodo Busses zu schlagen. Der sehr erfolgreiche frühere Intendant des Landestheaters Coburg, der im letzten Jahr ans Staatstheater Saarbrücken wechselte, hatte sie zusammen mit seinem Führungsteam vorbereitet.
Diesem Interims-Direktorium wiederum, bestehend aus Verwaltungsdirektor Fritz Frömming, Schauspielchef Matthias Straub, Generalintendant Roland Kluttig und Ballettchef Mark MacClain, ist es zu danken, dass dieses Theaterjahr der Veränderung an vielen Stellen und damit unvermeidlicher Unsicherheit vergleichsweise ruhig und kontrolliert über die Bühne ging, von einigen technischen und personell-gesundheitlichen Problemen abgesehen.
Der neue Intendant Bernhard Loges hat sich mittlerweile bei diversen Gelegenheiten präsent gezeigt. Ab September gilt dann sein Konzept.
Rund 120 700 Besucher kamen laut jetzt veröffentlichter Statistik in den Genuss überwiegend sehr guten Theaters in allen vier Sparten und nutzten die zusätzlichen Angebote bei Matineen oder Führungen. Als Gesamtauslastung aller Spielstätten nennt das Landestheater 76 Prozent, drei Prozent mehr als im Vorjahr.
Doch den Erfolg des Landestheaters, jedes Theaters, unter reinem Zahlenaspekt zu betrachten, war schon immer nicht nur schwierig, sondern auch problematisch. Die Anfangsbegeisterung der Busse-Zeit trug zeitweise bis auf 124 000 Besucher und eine Auslastung von über 80 Prozent.
Ist es gut oder schlecht, dass es in dieser Saison mit insgesamt 526 Vorstellungen etwa 40 Angebote weniger gab als etwa in der Spielzeit 2015/16, die damals allerdings "nur" 18 800 Besucher sahen? Die Auslastung mit weniger Vorstellungen sieht besser aus, bei geringerem Aufwand. Verwaltungsdirektor Frömming verwies im Stadtrat sogar auf ein Einnahmeplus im Vergleich zum Vorjahr von 195 000 Euro, erzielt durch verschiedene Zusatzmaßnahmen und auch dem beherzten Schritt, im besucherstarken Dezember zu spielen, was das Zeug hält, und alle Proben zu verschieben.


Theater auf hohem Niveau

Wie dem auch sei, man kann hin und her rechnen, einzelne Aspekte dazuzählen oder weglassen: Stellen wir doch diesmal fränkisch lapidar fest: Wir brauchten uns nicht zu beschweren, sahen Klassisches und Modernes, Scherwiegendes, Lustiges und in die Seele Fahrendes in allen Sparten.
Im Musiktheater schwelgten 5420 Besucher in Puccinis "Tosca". Mit "Rusalka" und "Mahagonny" gab es ganz andere, weitere intensive Opernerlebnisse. Die Konzerte des Philharmonischen Orchesters sind ohnehin Dauerbrenner.


Nicht alles klappt

Mit "A Spider Murphy Story" ist Schauspielchef Matthias Straub ein Hit sonders gleichen gelungen, stets ausverkauft, mit ungebremstem Potenzial auch für die nächste Spielzeit. Und mit vier Gastspielen im Münchner Prinzregententheater vom 29. Juli bis 5. August, die auch auf volles Haus hinauslaufen.
Manchmal aber ist eine Produktion richtig gut, und die Leute wollen sie trotzdem nicht sehen, etwa "Am Boden" in der Reithalle, ein Stück über die neue Kriegsführung vom Computer aus. Dagegen war "Die Geschichte vom Soldaten" als Tanz- und Schauspielproduktion in der Reithalle (Auslastung insgesamt 74 Prozent) zu 90 Prozent voll. "Die Direktoren haben eine Brücke zwischen zwei Intendanten gebaut und außerdem Zuschauerzuspruch mit künstlerischem und wirtschaftlichem Erfolg verbunden. Darauf sind wir sehr stolz", kommentiert Kaufmännischer Direktor Fritz Frömming die Saison im Gesamtüberblick.

Großes Haus 92 817 Besucher in 250 Vorstellung: 76,3 Prozent Auslastung, zehn weitere Vorstellung von Ayad Akhtars Schauspiel "Geächtet" mit beschränkter Platzzahl auf der Bühne brachte weitere 1487 Besucher.

Sinfoniekonzerte 78 Prozent Auslastung.

Reithalle In die 135 Vorstellungen kamen 9833 Besucher, was einer Auslastung von 73,6 Prozent entspricht.
Münchner Hofbräu Hier war "Ein Herz und eine Seele" so gut wie ausverkauft, zu 99,8 Prozent in 16 Vorstellungen.

Theater im Klassenzimmer Acht Vorstellungen für 169 Schülerinnen und Schüler.

Hinzu kamen zehn Gastspiele und etwa 90 weitere Angebote im kleineren Rahmen, Matineen,
Adventskalender, das Open-Air im Rosengarten (das mit 2500 Besuchern verzeichnet ist), Workshops und Führungen.


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