Bad Rodach
Stadtrat

Bad Rodach ehrt Egbert Friedrich

Die Henneberger Warte auf dem Georgenberg wird am 12. Dezember in "Egbert-Friedrich-Aussichtsturm - Henneberger Warte" umbenannt.
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Am Ende ging es schnell und ohne Diskussion: Gegen eine Stimme sprach sich der Stadtrat von Bad Rodach dafür aus, den Aussichtsturm auf dem Georgenberg nach Egbert Friedrich zu benennen. Am 12. Dezember 2017, dem 20.Todestag des SPD-Kommunalpolitikers, Schulleiters und Heimatgeschichtlers, wird die Henneberger Warte dann die Bezeichnung "Egbert-Friedrich-Aussichtsturm - Henneberger Warte" tragen. Nach den Worten von Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) war der Aussichtsturm auf dem Bad Rodacher Hausberg auf Initiative Egbert Friedrichs gebaut worden. Von 1978 bis 1997 gehörte Egbert Friedrich dem Stadtrat an, in den Jahren von 1966 bis 1997 hatte er Sitz und Stimme im Kreistag.

In der Vergangenheit hatte der Stadtrat schon mehrfach über eine Ehrung von Egbert Friedrich beraten, sich aber nicht einigen können. Die SPD-Fraktion wollte eine Straße nach Friedrich benennen, die CSU die Grund- und Hauptschule. Ernst-Wilhelm Geiling (Freie Wähler) hatte in einer der letzten Stadtratssitzungen vorgeschlagen, der Henneberger Warte den Namen Egbert Friedrich zu geben. Darauf hatte sich dann ein Arbeitskreis verständigt.


Wo soll der neue Spielplatz hin?

Wesentlich länger debattierte der Stadtrat am Mittwochabend darüber,wo denn der neue Spielplatz am Schlossplatz geschaffen werden soll. Malte Stellmann, Landschaftsplaner des Berliner Büros bbz, präsentierte einen Vorentwurf für die Gestaltung der Freiflächen des Bad Rodacher Schlossplatzes. Noch ist es eine wenig klangvolle Zukunftsmusik, da zunächst die Pestalozzischule hinter dem Jagdschloss dem Erdboden gleich gemacht werden muss. "Dafür gibt es noch keinen konkreten Zeitpunkt", so Bürgermeister Tobias Ehrlicher.

Stadtplaner Stellmann favorisierte einen neuen und größeren Spielplatz entlang der Stadtmauer. Im Anschluss an die Rückertschule solle sich das Areal hinter der Gerold-Strobel-Halle bis zum Kupferturm hinziehen. Das Gelände wäre rund 600 Quadratmeter groß, hätte die Möglichkeit, erweitert zu werden, es gäbe keine Konflikte mit Anwohnern und Veranstaltungen auf dem Schlossplatz und wäre sofort zu verwirklichen. Neben der Lage am Rande des Schlossplatzes sei die Nähe zur viel befahrenen Hildburghäuser Straße als Nachteil zu nennen.

Möglich wäre auch, den Spielplatz anstelle der noch abzureißenden Pestalozzischule zu schaffen. Aus Sicht des Planers überwiegen dort die Nachteile: keine Erweiterungsoption, eventuelle Konflikte mit den Nachbarn und zunächst müsse das alte Schulgebäude verschwunden sein.


Keine Entscheidung

Es war die Nähe zur Hildburghäuser Straße, die einige Stadträte am ersten Standort des Spielplatzes zweifeln ließ. Hier sei eine reale Gefahr für die Kinder gegeben. Eine Entscheidung über den Standort des Spielplatzes traf der Stadtrat nicht. Bürgermeister Ehrlicher machte aus seiner Zuneigung für die Lage hinter der Gerold-Strobel-Halle keinen Hehl, gab aber dem Planer mit, eine Abgrenzung des Geländes zur Hildburghäuser Straße zu entwickeln, um Gefahren für die Kinder auszuschließen.

CSU-Fraktionsvorsitzender Christoph Herold monierte die Kostenschätzung. In vorangegangenen Gesprächen sei eine Million Euro genannt worden, nun zeige Malte Stellmann 1,4 Millionen Euro. "Die erste Zahl war netto, hier handelt es sich um den Bruttobetrag", erklärte der Planer. Enthalten seien die Anschaffung und der Einbau der Spielgeräte, die Gestaltung der befestigten Platzfläche einschließlich der Ver- und Entsorgung. Dritter Bürgermeisterin Nina Klett (CSU) fehlte eine Kostenschätzung für den Standort des Spielplatzes anstelle der Pestalozzischule. "Wie soll man sonst vergleichen können?", fragte sie. Für die Spielgeräte allein sind 165 000 Euro vorgesehen.


Bürger können mitdiskutieren

Am 12. Oktober um 19 Uhr gibt es im "Haus des Gastes" eine weitere Informations- und Diskussionsveranstaltung über die Gestaltung des Schlossplatzes und besonders zum Spielplatz. "Eltern, Bürger und die Politik können dann darüber ausgiebig sprechen", so Bürgermeister Ehrlicher. Auch Art und Größe des Pflasters, Bänke, Leuchten und anderes mehr könne dann erfahren werden.

Ungewiss ist die Zukunft des Trafohäuschens mit öffentlichem WC, das neben dem Kupferturm steht. Nach den Worten des Planers verstellt es den Blick auf den prägnanten Turm. Entweder sollte der Anbau ganz verschwinden oder zumindest um den WC-Teil verkleinert werden. Dann sei zu überlegen, ob in der unmittelbaren Nachbarschaft des Schlossplatzes eine vorhandene Toilette mit genutzt oder geschaffen werden könne.


Stadtrat Bad Rodach in Kürze

Gegen weitere Stromtrassen: Der Stadtrat hat am Mittwochabend weitere Stromtrassen durch den Landkreis abgelehnt. Gegen eine Stimme verabschiedete das Gremium eine Stellungnahme mit mehr als einem Dutzend Kritikpunkten an angedachten weiteren Hochspannungsleitungen. In dem Text wird unter anderem angeführt, es seien schon genug Leitungen, Straßen und Schienen zur innerdeutschen Verknüpfungen im Landkreis gebaut worden; die Hochspannungsleitungen seien überdimensioniert und die Notwendigkeit nicht erwiesen; Planungshoheit, Entwicklungschancen, Tourismus und Natur würden von weiteren Stromtrassen behindert bzw. zerstört. Im Falle Bad Rodachs sei die weitere Entwicklung als Kurort in Gefahr. Bürgermeister Tobias Ehrlicher kritisierte, dass die Landkreise Lichtenfels und Kronach aus der gemeinsamen ablehnenden Phalanx mit dem Landkreis Coburg ausgeschert seien. "Das St.-Florians-Prinzip greift leider Platz."

Jahresrechnung 2016: Einstimmig verabschiedet hat der Stadtrat die Jahresrechnung Bad Rodachs für das vergangene Jahr. Kämmerer Michael Fischer berichtete von einem veranschlagten Etat für 2016 von 16,46 Millionen Euro, das Ist-Ergebnis belaufe sich auf 15,08 Millionen Euro. Die Rücklagen konnten um 273 589,12 Euro wachsen, auch wegen geringer Investitionen war eine vorgesehen Entnahme aus den Rücklagen von 852 000 Euro nicht nötig. Abgebaut werden konnten die Schulden um knapp 400 000 Euro, trotzdem betrugen die Verbindlichkeiten zum Jahreswechsel 2016/2017 rund 12,6 Millionen Euro.


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