Bayreuth
Festnahme

Mordfall Peggy: Polizei habe Manuel S. unter Druck gesetzt - Ist er doch nicht der Täter?

Nach 15 Jahren wurde endlich der vermeintliche Mörder von Peggy festgenommen. Manuel S. gestand das Mädchen begraben zu haben. Doch nun hat er sein Geständnis zurückgezogen. Sein Anwalt erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen die Polizei.
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Foto: David Ebener/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen im Mordfall Peggy bleiben viele Fragen offen. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen wollten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth am Mittwoch eigentlich keine weiteren Angaben machen. Jetzt aber gibt es doch neue Informationen:

Der Tatverdächtige im Mordfall Peggy hat sein Teilgeständnis in dem Mordfall widerrufen. Nach Angaben seines Anwalts zieht der 41-Jährige es zurück, wie der Bayerische Rundfunk (BR) am Mittwoch berichtete. Vor drei Monaten hatte der Mann in einer Vernehmung zugegeben, die tote Neunjährige im Mai 2001 mit seinem Auto in den Wald gebracht zu haben. Er bestritt jedoch, das Mädchen getötet zu haben.

Polizei habe ihn unter Druck gesetzt

Die Polizei habe seinen Mandanten bei der Vernehmung im September stark unter Druck gesetzt, sagte der Anwalt dem Sender. "Er wollte irgendwann nur noch aus dieser Situation heraus und hat deshalb dann einfach das gesagt, was man von ihm hören wollte."

Etwa 15 Jahre nach dem Tod von Peggy hatte ein Pilzsammler das Skelett in einem Wald bei Rodacherbrunn im Saale-Orla-Kreis - knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg im oberfränkischen Landkreis Hof entfernt - entdeckt.

Die Ermittler müssen nun unter anderem klären, welche Rolle der 41-jährige Tatverdächtige bei der Tötung der Neunjährigen gespielt hat. Auch blieb zunächst unklar, ob weitere Zeugen vernommen werden sollen.

Die neunjährige Peggy war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule in ihrem Heimatort Lichtenberg verschwunden. Im Juli 2016 fand ein Pilzsammler Teile ihres Skeletts in einem Wald bei Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort entfernt.

Kreis Wunsiedel: 41-jähriger Tatverdächtiger verhaftet

Am Dienstag wurde gegen einen 41-jährigen Deutschen aus dem oberfränkischen Landkreis Wunsiedel Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth mitteilten, soll der Mann bei der Tötung der Neunjährigen "Täter oder Mittäter" gewesen sein und den leblosen Körper anschließend in einem Wald im benachbarten Thüringen abgelegt haben. Möglicherweise sollte mit dem Mord eine zuvor begangene Straftat verdeckt werden, erklärten die Ermittler.

Vor drei Monaten hatte der 41-Jährige in einer Vernehmung zugegeben, dass er Peggy im Mai 2001 mit seinem Auto in den Wald gebracht hatte. Er bestritt jedoch, das Mädchen getötet zu haben. Er habe das leblose Kind damals von einem Bekannten an einer Bushaltestelle übernommen.

Im Heimatort von Peggy sind die Leute skeptisch

Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen im Mordfall Peggy hoffen die Ermittler, dass sie das Verbrechen nun aufklären können. In Lichtenberg, dem Heimatort des neunjährigen Mädchens in Bayern, ist aber Skepsis zu spüren. Schon zu oft habe es so ausgesehen, als sei der inzwischen 17 Jahre alte Fall aufgeklärt, sagte eine Anwohnerin am Dienstagabend im oberfränkischen Lichtenberg. "Schön wär's, wenn jemand den Mut hätte, zuzugeben, dass er es war."

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