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Bayreuth
Solidarität

Restaurant in Franken kocht kostenlos für Krankenschwestern und Co: "Sie brauchen Hilfe"

Seit Samstag hat das Bayreuther "Poseidon" wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Das griechische Lokal unterstützt nun diejenigen, die in der jetzigen Situation wichtiger denn je sind: Ärzte, Pflegekräfte, Polizisten, Feuerwehrleute und Co. Wer gerade Dienst hat, kann sich im Restaurant von Inhaber Niko Kalianidis kostenloses Essen abholen.
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Niko Kalianidis, Inhaber des Restaurants "Poseidon" in Bayreuth,  bietet  den Menschen, die gerade im Kampf gegen das Corona-Virus alles geben, kostenloses Essen an.  Foto: Niko Kalianidis
Niko Kalianidis, Inhaber des Restaurants "Poseidon" in Bayreuth, bietet den Menschen, die gerade im Kampf gegen das Corona-Virus alles geben, kostenloses Essen an. Foto: Niko Kalianidis

Solidarität in Corona-Zeiten in Bayreuth: Das Restaurant "Poseidon" in der Kulmbacher Straße 3 in Bayreuth hilft seit Samstag (21.03.2020) den Menschen, die in ihrem Beruf gerade im Kampf gegen das Coronavirus alles geben. Polizisten, Rettungssanitätern, Feuerwehrleuten, Ärzten und Pflegern bietet das griechische Lokal mittags und abends kostenlos warmes und kaltes Essen an.

Der Grund für dieses selbstlose Angebot: "Die Menschen brauchen Hilfe", sagt Niko Kalianidis, Inhaber des Restaurants, gegenüber inFranken.de. Außerdem sei wegschmeißen für ihn keine Option. Alles, was er an Essen bereits geliefert bekommen habe, könne er nicht mehr verwenden. "Das Essen ist sowieso da - also warum soll ich es nicht kostenlos zur Verfügung stellen?"

Essen für die Helfer: Auch Hotel und Lieferanten bieten Unterstützung an

Hilfe von außen: Kalianidis hat bereits Unterstützung vom benachbarten Hotel "Rheingold" in Bayreuth zugesagt bekommen. Der Chefkoch des Hotels will nun mit ihm besprechen, inwieweit er dem "Poseidon" mit Lebensmitteln unter die Arme greifen kann.

Auch einige der Lieferanten des griechischen Lokals unterstützen den Restaurantbesitzer bei seiner "Mission" - etwa mit günstigeren oder kostenlosen Lieferungen. Darüber hinaus hat er 600 Boxen für das Essen zum Mitnehmen geschenkt bekommen. Weil das Essen aktuell nur "to go" verkauft werden kann, benötigt Kalianidis eine ganze Menge dieser Behältnisse.

Ihr kostenloses Mahl können die Helfer indes frei wählen: sie können sich einfach ein Gericht auf der Speisekarte aussuchen - beispielsweise Souflaki, Gyros oder Gemüse. Die Abholzeiten sind mittags von 12 bis 14 Uhr und abends von 17 bis 21 Uhr. Die "Gäste" bestellen ihr gewünschtes Essen am besten im Voraus per Telefon unter der Rufnummer 0921/1513821.

Erst einmal für zwei Wochen bieten Kalianidis und sein Team die Gratis-Kost an. Danach werde er weiterschauen, sagt der Wirt. Eventuell bekomme er weitere Unterstützung von anderen Gastronomiebetrieben. An die finanzielle Not, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen für sein Restaurant herrscht, denkt er im Moment nicht. "Ich muss sowieso einen Kredit aufnehmen", gibt sich der Gastronom pragmatisch.

Krankenhaus-Angestellter: 14 Stunden Arbeit am Stück

An den ersten beiden Tagen hat das "Poseidon" bereits jeweils 120 bis 140 Essensboxen verschenkt. Die Hilfe wird also gut angenommen - und offensichtlich auch dringend benötigt. Ein Mitarbeiter aus dem Klinikum war bereits zweimal im griechischen Restaurant, um Essen abzuholen. "Er hat sich riesig gefreut und will auch noch ein drittes Mal kommen", berichtet Kalianidis. Der Mann, der im Krankenhaus arbeitet, erzählte ihm außerdem, dass er 14 Stunden am Stück gearbeitet habe.

Auch andere Berufsgruppen haben bereits angefragt, ob sie kostenloses Essen erhalten könnten. Kalianidis sagt, er habe schon Postangestellte, Mitarbeiter aus Altenheimen oder der Justiz am Telefon gehabt. Die habe er aber enttäuschen müssen, weil ganz einfach nicht alle etwas bekommen könnten. "Ich kann nicht für ganz Bayreuth kochen", betont der Besitzer des griechischen Restaurants.

In der gegenwärtigen schwierigen Corona-Zeit "müssen alle zusammenhalten", appelliert der Gastronom. Kalianidis erwartet für die nächsten Tage eine Extra-Lieferung, damit er und seine Angestellten weiterhin griechische Köstlichkeiten für die Helfer in der Corona-Krise zubereiten können. "Ob ich jetzt zu Hause sitze oder helfe, ist für mich ja egal", resümiert Kalianidis. Und helfen sei jetzt auf jeden Fall die bessere Entscheidung in dieser Ausnahmesituation.

Weil zahlreiche Verbraucher wegen der Corona-Krise inzwischen Lebensmittelmärkte meiden, boomen vielerorts Lieferdienste. Stadt und Landkreis Bayreuth haben jetzt eine Übersicht der aktuellen Liefer- und Abholangebote im Lebensmittel- und Gastronomiebereich zusammengestellt.

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