Bamberg
Volleyball-Bundesliga

Volleyball in Bamberg: Etwas Großes soll entstehen

Die Heitec Volleys aus Eltmann bestreiten alle Heimspiele in der Brose-Arena. Im Hintergrund zieht inzwischen auch Wolfgang Heyder die Fäden.
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Der ehemalige Geschäftsführer der Bamberger Basketballer, Wolfgang Heyder, sieht bei den Heitec Volleys enormes Potenzial. Foto: Ronald Rinklef
Der ehemalige Geschäftsführer der Bamberger Basketballer, Wolfgang Heyder, sieht bei den Heitec Volleys enormes Potenzial. Foto: Ronald Rinklef

Und plötzlich hat Bamberg einen neuen Bundesligisten: Wie die Heitec Volleys aus Eltmann mitgeteilt haben, werden sie nach dem Aufstieg in die Volleyball-Bundesliga alle elf Heimspiele in der Brose-Arena austragen - und kein einziges in Eltmann. Dort findet nur noch das Training statt.

Als Kanonenfutter werden die Heitec Volley wohl nicht in die Mitte Oktober beginnende Saison starten. Die Eltmanner haben ihren Kader für die Bundesliga einmal auf links gedreht. Libero Tobias Werner und Zuspieler Merten Krüger sind die einzig verbliebenen Akteure des Zweitligameisters. "Der Schritt von der zweiten Liga in die erste ist ein enorm großer", rechtfertigt Trainer Marco Donat die Einkaufstour der Volleys. "Dieser ist vielen Spielern nicht möglich gewesen." Herrschen in der zweiten Liga noch semi-professionelle Strukturen, ist die erste Liga ein Profibetrieb. Soll heißen: Tägliches Training, an manchen Tagen sogar zweimal, ist unerlässlich. Um mithalten zu können, wurde die Mannschaft kräftig aufgerüstet.

Mittelblocker kommt aus Modena

Die neueste Errungenschaft ist Mittelblocker Luuc Van der Ent. Der 21-Jährige ist holländischer Nationalspieler und wechselt vom italienischen Spitzenklub Pallalovo Modena auf Leihbasis zu den Heitec Volleys. "Dass ein solcher Spieler zu uns kommt, ist nicht normal", sagte Donat. "Da mussten wir zugreifen." Zur besseren Einordnung gab der Cheftrainer ein anschauliches Beispiel aus dem Fußball: "Modena ist nicht der FC Barcelona, aber Paris St. Germain."

Van der Ent soll beim Aufsteiger Spielpraxis sammeln. Allerdings wird er erst im September zur Mannschaft stoßen, da der 21-Jährige für Holland bei der Europameisterschaft am Ball sein wird. Mit der Verpflichtung van der Ents sind die Kaderplanungen der Volleys weitgehend abgeschlossen. Ein Außenangreifer soll noch geholt werden. "Da befinden wir uns in Gesprächen", ließ Donat wissen. Schon jetzt hat der Trainer eine ambitionierte Mannschaft für die Bundesliga zusammengestellt.

Team muss sich erst finden

Er tritt aber auf die Euphoriebremse: "Wir haben zwar viele Topspieler, aber ich muss daraus erst einmal eine Mannschaft formen." Die Zielsetzung für die neue Saison unterscheidet sich daher nicht von anderen Aufsteigern. "Es zählt nur der Klassenerhalt, alles andere wäre vermessen", betonte Donat.

Die anderen Teams wie Berlin und Friedrichshafen kennen den herrschenden Druck seit Jahren, da müssten sich die Heitec Volleys als einziger Aufsteiger erst einmal darauf einstellen und lernen, damit umzugehen. Um die nötigen Punkte für den Ligaverbleib zu sammeln, hat der Heitec-Trainer bereits einen Plan. Die erste Sechs soll aus erfahrenen Spielern wie dem 34-jährigen Brasilianer Roosevelt Filho bestehen, während in der zweiten Sechs die jungen Spieler "Dampf machen" sollen. Darin sieht Donat die perfekte Mischung, um das Maximum aus seinem Team herauszuholen. "Ich hoffe, dass wir mit diesem Kader die eine oder andere Überraschung schaffen können", sagt Donat.

Vorbereitung startet am 5. August

Die Vorbereitung nimmt der Aufsteiger am Montag, 5. August, in der Georg-Schäfer-Halle auf. Anfang September will Marco Donat in einem einwöchigen Trainingslager seiner Mannschaft den nötigen Feinschliff verpassen, ehe die Bundesligasaison am 12. Oktober mit einem Auswärtsspiel beim VfB Friedrichshafen beginnt.

Das Team dahinter

Wolfgang Heyderund Jörg Schmalfuß: Heitec-Manager Rolf Werner hatte sich schon mehrere Jahre um die Dienste von Wolfgang Heyder bemüht. Nun hat der 62-Jährige zugesagt. Zusammen mit Jörg Schmalfuß, Vorsitzender des FC Eintracht Bamberg, wird der ehemalige Geschäftsführer der Bamberger Basketballer und der Coburger Handballer die Heitec Volleys bei der Vermarktung und der Akquise von Sponsoren unterstützen. "Das ist für mich eine neue Herausforderung. Ich sehe in dem Projekt große Perspektiven und glaube, dass wir mittelfristig einiges erreichen können", sagte Heyder. Der in Eltmann wohnhafte Schmalfuß fügte an: "Der Sport Volleyball soll von unserem Netzwerk profitieren. Wir wollen den Markt in Bamberg bündeln." Spitzenvolleyball gibt es in Bayern nur im Süden. Neben den AlpenVolleys Unterhaching, die ihre Heimspiele im österreichischen Innsbruck austragen, gibt es noch den TSV Herrsching. Mit den Möglichkeiten wollen die Verantwortlichen eine Marke in Nordbayern entstehen lassen.

Jens Ellmrich: Ein neues Gesicht ist Jens Ellmrich, der seit Juli die Aufgaben eines Geschäftsstellenleiters übernommen hat. Diese Position führte er zuvor beim Bundesliga-Team der Volleyball-Damen des VfB Suhl aus. Mit seiner Erfahrung möchte Ellmrich stabile Strukturen in der Verwaltung und Organisation schaffen.red

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