Bamberg
Projekt

Schottische Studentin in Bamberger "Patenfamilie"

Die schottische Studentin Sinea ist Teilnehmerin am Projekt "Studenten in Patenfamilien". Von dem ist sie genauso begeistert wie vom "Kraut-Abend" in ihrer Bamberger Patenfamilie.
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Ein Jahr lang studiert die schottische Studentin Sinea (2. von rechts) in Deutschland. Mit Patenfamilie Albrecht hat sie schon viel unternommen. Ob Spieleabend oder gemeinsam Kochen.  Fotos: Matthias Hoch
Ein Jahr lang studiert die schottische Studentin Sinea (2. von rechts) in Deutschland. Mit Patenfamilie Albrecht hat sie schon viel unternommen. Ob Spieleabend oder gemeinsam Kochen. Fotos: Matthias Hoch
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So viel Kohl auf einmal hat sie noch nie gesehen. Als Sinea Weintz (21) vom "Kraut-Abend" bei ihrer deutschen Patenfamilie erzählt, gestikuliert sie weit ausholend mit den Händen - und lacht. Genauso wie Stephan Albrecht. "Dem Vorurteil von den deutschen ,Krauts' haben wir damit auch Genüge getan."

Sinea hat's geschmeckt. Viel wichtiger war aber das Zubereiten von Kohl und Spätzle. Denn die Schottin kocht und backt für ihr Leben gern. Genau deswegen passt sie auch so gut zur Bamberger Familie Albrecht. Und genau deswegen hat Ute Störiko, Koordinatorin der Patenfamilien, Sinea und die Albrechts zusammen gebracht.

"Studenten und Familien füllen zu Beginn des Projektes Fragebögen aus. Ich ordne sie dann nach ihren Interessen einander zu", erläutert Störiko, die einen Lehrauftrag an der Uni Bamberg hat. Seit das Programm im Wintersemester 2012/2013 gestartet ist, haben etwa 50 Studenten teilgenommen - verteilt auf etwa 25 Familien. "Manche Familien nehmen auch mehrere Studenten", wie Störiko erklärt. "Aber wir sind immer auf der Suche nach weiteren Paten, damit noch mehr Studierende mitmachen können." Mitmachen, aber nicht in einer deutschen Familie leben. Das ist der Unterschied zu klassischen Austauschprogrammen.

Bei "Stipf" ("Studenten in Patenfamilien) tauschen beide Seiten Kontaktdaten aus und treffen sich nach Belieben zu Aktivitäten, auf die sie Lust haben. Schottin Sinea zum Beispiel war mit Familie Albrecht auf Konzerten, hat Kekse gebacken oder etwas Leckeres gekocht. Demnächst wollen sie eine britische Nachspeise namens "Trifle" zubereiten. "Das bedeutet so viel wie ,eine Kleinigkeit' - ist aber genau das Gegenteil", sagt Anna Albrecht und grinst. Sinea auch. Sie versteht alles, was auf deutsch gesprochen wird.

Studenten können gut deutsch

"Beim ersten Treffen war ich nervös. Aber dann war es total toll, mit Anna zu sprechen. Ich bin froh, dass die Leute mein Deutsch verstehen", sagt Sinea.

Ute Störiko vom Stipf-Programm bestätigt: "Die Studenten, die sich für das Projekt interessieren, sollten gute Deutschkenntnisse haben." Sie freut sich über jeden ausländischen Studenten, der beim Projekt mitmachen möchte - damit die Studierenden nicht nur unter sich sind und sich auf englisch oder in ihrer eigenen Muttersprache unterhalten.

Auch Sinea findet: "Es gibt zwar Studierende, die gut deutsch sprechen. Aber besser kann man es in einer deutschen Familie lernen. Und dort kann man so viel mehr über Deutschland und deutsche Kultur lernen" - in Sineas Fall von der Bamberger Kultur: Sie freut sich schon wahnsinnig auf den Sommer.

Zum Einen, weil in ihrer Heimat Edinburgh bereits bei 15 Grad Celsius Sommer ist. Zum Anderen, weil sie gespannt auf die Bamberger Keller-Kultur ist. Ein kurzes Telefonat, schon hat sich die Schottin mit dem Ehepaar Albrecht und den drei Kindern verabredet. "Für die ist es auch schön, wenn sie mal was anderes mitkriegen", sagt Vater Stephan.

Genau das sei das Gute an dem Projekt: Dass man im Alltag mitbekomme, wie andere leben. Und dass man sich dann darüber austauschen könne.


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