Münnerstadt
Grübbl-Baam-GAU

Seubrigshausen: Versprechen muss man halten

2017 machte sich die Saale-Zeitung über die "Weihnachts-Krücke" vor der Kirche lustig. Heuer sponsern wir den Baum - und helfen beim Glühweinausschank
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Die Mini-Lichterkette dient als Symbol, mit dem Christoph Müller und Susanne Will, Redaktionsleiterin, den Baum schmücken. Nächstes Jahr sorgt die Saale-Zeitung für den Christbaum in Seubrigshausen. Foto: Thomas Malz
Die Mini-Lichterkette dient als Symbol, mit dem Christoph Müller und Susanne Will, Redaktionsleiterin, den Baum schmücken. Nächstes Jahr sorgt die Saale-Zeitung für den Christbaum in Seubrigshausen. Foto: Thomas Malz
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Seubrigshausen - Es war die etwas andere Weihnachtsgeschichte, die die Saale-Zeitung im vergangenen Jahr schrieb. Im Mittelpunkt: ein windschiefer Christbaum, ein angefressener Feuerwehrvereinsvorsitzende, reuige Journalisten und ein Versprechen der Saale-Zeitung. Das Versprechen lösen wir am 1. Dezember in Seubrigshausen um 19 Uhr ein: ein frisch geschmückter Christbaum und Hilfe beim jährlichen Glühwein-Umtrunk.

Rückblick: Kurz vor Weihnachten hatte die Redaktion die glorreiche Idee, die öffentlich aufgestellten Christbäume in den Gemeinden zu fotografieren, zu kommentieren und die Leser aufzufordern, uns Fotos zu schicken - von den schönsten, farbenfrohsten, üppigsten, schiefsten und kuriosesten. Mit einem Foto war auch der Seubrigshäuser Baum dabei.

Um bei der Wahrheit zu bleiben: Diesen Baum konnte tatsächlich nur eine Mutter lieben. Schief, krakelig mit großen Lücken und Zweigen, die lieber auf dem matschigen Kopfsteinpflaster lungerten, als sich geschmückt zu strecken. Überhaupt, der Schmuck: Das sah nach echten Feuerwehrmännern aus und nicht nach feinsinniger Handarbeit.

Das alles stand zwar so nicht in der Zeitung, aber Hohn und Spott im Internet war den Seubrigshäusern sicher: "der Grübbl-Baam vo Serwichhausen" hieß es da. Klar, dass Christoph Müller, Vorsitzender des Feuerwehrvereins in Seubrigshausen, stocksauer war. "Hier wird Ehrenamt mit Füßen getreten", klärte er Redaktionsleiterin Susanne Will in einem sehr deutlichen Telefonat auf.

Und so gesehen hatte er Recht. Denn die Menschen von der Feuerwehr wollten nichts mehr, als eine Tradition aufrecht zu erhalten. Doch das wird Jahr für Jahr schwieriger. Die Männer stellen den Baum immer selbst auf, da kommt kein Bauhof wie in Münnerstadt. Und überhaupt, der Baum: Einen großen zu kaufen, ist illusorisch - zu teuer. Doch Privatleute stiften momentan keinen Baum für Seubrigshausen, denn der hätte letztes Jahr wegen der Baustelle Dorfplatz im Schlamm und Dreck gestanden.

So hat es 2017 eben nur für eine Krücke gelangt, die mit dem geschmückt wurde, was zur Verfügung war - und das war nicht viel.

2017 hat die Saale-Zeitung geläutert als Buße versprochen, 2018 für einen Baum zu sorgen. Und das machen wir jetzt auch. Allerdings: Die Baustelle verhindert noch immer einen Prachtbaum vor der Kirche, eine große Tanne kann aktuell nicht sicher im Boden verankert werden. Deshalb wird es die Kindervariante mit Wurzelballen geben, der Baum kann dann später fest eingepflanzt werden. Wir werden ihn schmücken und am 1. Dezember in den Kindergartenhof stellen, wo die Feuerwehr bereits alles vorbereitet hat, damit die Kirchgänger nach dem letzten Amen Glühwein trinken und Waffel essen können. Am Waffeleisen: eine Mannschaft der Saale-Zeitung. Und damit niemand frieren muss, hat die Feuerwehr auch noch wärmende Schwedenfeuer gebaut.

Was abzüglich des Wareneinsatzes der Feuerwehr in der Kasse übrig bleibt, bleibt auch in Seubrigshausen: Die Feuerwehr will einen Defibrillator kaufen, das Geld für Waffel und Wein kann also später mal Leben retten - und auch das Geld, das als Spende in die Kasse geworfen wird.

Info: Um 18.30 Uhr beginnt die Vorabendmesse, da wird auch noch der verstorbenen Feuerwehrlern aus Seubrigshausen gedacht. Ab 19 Uhr beginnt der gemütliche Teil mit Glühweinausschank, Waffeln, Bratwürsten, Lebkuchen.

Ein Experte des Zentrums für Telemedizin wird an einem Infostand erklären, wie ein Defibrillator funktioniert und wie man ihn einsetzt.

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