Das dort einst als Fettlöser genutzte PER (Tetrachlorethen) wabert immer noch im Untergrund. PER ist ein farbloser Kohlenwasserstoff, der nach Chlor riecht und im Wasser sehr schlecht löslich ist. Die Verbindung wurde nicht nur als Fettlöser zu Reinigungszwecken eingesetzt, sondern auch als Weichmacher bei Kunststoffen. Die Chemikalie kann Krebs verursachen, Leber und Nieren schädigen.

Das mit diesem Kohlenwasserstoff verschmutzte Wasser im Tal bei Münnerstadt wird gesammelt und gereinigt. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern, sagte der Vorsitzende des Zweckverbandes Tierkörperverwertung Unterfranken (TKVU), Landrat Thomas Bold (CSU), bei der Verbandsversammlung. Das Ende der Grundwasserreinigung sei noch lange nicht in Sicht.

Stellvertretender Geschäftsleiter Peter Schläger sagte, im vergangenen Jahr seien über die fünf Brunnen 150.000 Kubikmeter Wasser entnommen und gesäubert worden. Dabei wurden 465 Kilogramm PER ausgefiltert. Die unauffällige Anlage läuft seit 23. März 2005 rund um die Uhr im Dauerbetrieb. In dieser Zeit wurden 1.042.000 Kubikmeter Wasser abgepumpt und von 3,5 Tonnen Kohlenwasserstoff befreit. 2011/ 2012 habe man 97 Proben gezogen und Untersuchungen vorgenommen. Das kostet pro Jahr rund 80.000 bis 90.000 Euro, so Schläger.

Ohne diese Altlast wäre die Bilanz des TKVU nicht nur glänzend, sie wäre goldgerändert. Wie Geschäftsleiter Manfred Körber sagte, endet die Jahresrechnung 2011 mit einem Überschuss von 64.500 Euro. Der TKVU habe mehr als 49.000 Tonnen tierische Nebenprodukte über die TBA Walsdorf (Landkreis Bamberg) entsorgt. Daraus wurden 6580 Tonnen Fett und 9570 Tonnen Mehl gewonnen. Das Mehl muss nach wie vor verbrannt werden, das Fett wird bei der Reifenherstellung oder als Bio-Diesel verwendet. Weil sich die wirtschaftliche Lage so gut entwickelt hat, hat die TBA ihre Kosten gesenkt. Laut Körber schließt der Verwaltungshaushalt mit 1,13 Millionen Euro ab, der Vermögensetat hat einen Umfang von 195.600 Euro. Die Rücklage beträgt 201.000 Euro. Der TKVU ist schuldenfrei und muss keine Kredite aufnehmen. Seine Finanz- und Wirtschaftslage sei geordnet. Auch der Haushaltsplan 2012 sei ausgeglichen.

Erneut konnten daher, wie bereits im Vorjahr, die Gebühren gesenkt werden, zum Teil um bis zu knapp 50 Prozent. Der Zweckverband kümmert sich um die Beseitigung von Tierkörpern. Ihm gehören - außer Aschaffenburg - alle unterfränkischen Landkreise und kreisfreien Städte an. ed