Bad Kissingen
Kurhaushotel

Brache mitten in Bad Kissingen bleibt "Mahnmal"

Was kommt nach dem Abriss? Der Freistaat lässt den Bauzaun stehen und die Tiefgarage geschlossen. Dafür ist die Sanierung des Kurhausbades in den Haushaltsentwurf der Staatsregierung aufgenommen.
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Abriss des Kurhaushotels. Foto: Carmen Schmitt
Abriss des Kurhaushotels. Foto: Carmen Schmitt
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Wenn der Bayerische Landtag in der kommenden Wochen den Doppelhaushalt 2015/2016 beschließt, kann sich die Stadt Bad Kissingen freuen: Neben den insgesamt 37 Millionen Euro für die Sanierung des Luitpoldbades sind auch die von Finanzminister Markus Söder versprochenen 35 Millionen Euro für Kurhaushotel und Kurhausbad schwarz auf weiß verewigt. "Das freut mich natürlich, aber ich habe auch zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt, dass der Finanzminister Wort hält", kommentiert Oberbürgermeister Kay Blankenburg die Zahlen.

Fläche wird nicht begehbar sein
Neues aus München gibt es auf Nachfrage auch zur Baustelle Kurhausbad: Die Saale-Zeitung hat bei der "Immobilien Freistaat Bayern" (IMBY) angefragt, wie es mit dem Grundstück nach dem Abriss und bis zu einem möglichen Neubau weitergeht. "Der Holzbauzaun bleibt während dieser Zeit bestehen", schreibt IMBY-Geschäftsführer Dieter Knauer, und: "Derzeit ist es nicht angedacht, dass die Fläche im Nachgang begehbar ist."
Auch die Tiefgarage werde in den kommenden Jahren nicht nutzbar sein: Dort werden nämlich mit Sand gefüllt Kunststoff-Behälter über die Bodenplatte verteilt, um das Bauwerk nach dem Abriss des Kurgastzentrums vor Auftrieb zu schützen. "Da die Auflast der Gebäude durch den Abbruch entfernt ist, muss diese provisorische Lösung so lange erhalten bleiben, bis eine endgültige Lösung (Gebäude- oder Freiflächennutzung) geplant und realisiert ist", heißt es von Knauer auf Nachfrage. Deshalb könne die Tiefgarage nicht genutzt werden, das weitere Vorgehen hänge von der Investorensuche ab. Das gilt auch für den Brunnen über der Tiefgarage: Der ist im Exposé als urheberrechtlich geschützt hervorgehoben: "Der Brunnen im Innenhof bleibt bestehen und wird geschützt. Ein Aus- beziehungsweise Abbau ist nicht angedacht, dies kann gegebenenfalls jedoch erforderlich werden, falls ein Investor an dieser Stelle ein Gebäude plant."

Klarer Fahrplan Söders
Mit der offenen Wunde nach dem Abriss kann OB Blankenburg gut leben: "Ich halte sehr viel davon, dass man dort ein Mahnmal hat", sieht er die Brache als Zeichen dafür an, dass dort etwas geschehen muss. Allerdings hofft Blankenburg natürlich, dass dieses Mahnmal möglichst schnell überflüssig wird, weil bald ein Investor gefunden wird. Spätestens dann würde er sich eine Gestaltung der Fläche wünschen.

Das sieht auch der CSU-Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner so: "In dem Moment, in dem die Entscheidung getroffen ist, wird es dort hoffentlich ein Aufbruchsignal geben." Auch Kirchner freut sich, dass die Millionen jetzt im Haushaltsentwurf stehen. "Der Minister hat einen klaren Fahrplan abgesteckt", lobt er Söders Vorgehen. Und mit dem Geldsegen im Rücken komme er gerne zurück in seinen Landkreis: "Das ist natürlich komfortabel, wenn sich eine Region, für die man politisch verantwortlich ist, so entwickeln kann."

Wie lange die Brache dort mindestens klafft, also wie schnell es im besten Falle zu einer Baugnehmigung kommen könnte, dazu macht die Stadtverwaltung nur ungefähre Angaben: "Die reine Baugenehmigung beim Fürstenhof hat bei uns fünf Monate gedauert", verweist Rathaus-Sprecher Thomas Hack auf einen ähnlichen Fall. Allerdings könnte ähnlich wie beim Fürstenhof auch ein vorhabenbezogener Bebauungsplan nötig werden. Im günstigsten Fall könne beides zusammen in einem halben Jahr ab dem Datum des Bauantrages über die Bühne gehen.

Investitionen Für 2015 hat der Freistaat für seine fünf Staatsbäder Gesamt-Investitionen von 23,9 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Der Löwenanteil davon fließt in den Landkreis Bad Kissingen: 18,2 Millionen Euro nach Bad Kissingen, 3,3 Millionen nach Bad Brückenau - unter anderem für die Sanierung des Dorint-Hotels - und 1,3 Millionen Euro nach Bad Bocklet. Für 2016 sind 28,5 Millionen Euro für die Staatsbäder veranschlagt, davon 19,4 Millionen Euro für Bad Kissingen, 5,99 Millionen für Bad Brückenau und 864.000 Euro für Bad Bocklet.

Anlagevermögen Der Freistaat Bayern vermehrt sein Anlagevermögen laut Haushaltsentwurf alleine in Bad Kissingen in den kommenden Jahren um fast 76 Millionen Euro. Die Sanierung des Luitpoldbades ist dabei mit 37 Millionen, die von Kurhausbad und Kurhaushotel auf 35 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen 1,4 Millionen Euro für die Sicherung von Heilquellen (veranschlagt für 2016), 520.000 Euro für Sicherungsmaßnahmen Kurpark sowie gut zwei Millionen Euro für Sanierung Regentenbau und Wandelhalle.


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