Sein profundes Wissen, gepaart mit Sachverstand, aber auch sein Humor werden fehlen in Hammelburg. Bis zuletzt nahm Fell teil an der Entwicklung der Stadt, für die er von 1966 bis 1984 Verantwortung trug als Bürgermeister. Er hielt auch mit 90 Jahren noch Vorträge im Geschichtskreis, beteiligte sich am öffentlichen Leben.
Bodenständigkeit, menschliche Wärme, aber auch Weitsicht, Tatendrang und Durchsetzungsvermögen zeichneten ihn aus. Charaktereigenschaften und Gaben, die sich im harten politischen Geschäft stets bezahlt machten. Offen und fair im Umgang, aber hart in der Sache war Fell. So erreichte er vor allem in Verhandlungen mit Ministerien und Behörden das bestmögliche für die Stadt. Der Bau der ersten deutschen Landes-Musikakademie in Hammelburg steht als eines von vielen Beispielen hierfür.

In seine Amtszeit fiel die Gemeindegebietsrefom, durch die die Stadt Hammelburg zu einer der gebietsgrößten Gemeinden in Bayern wurde. Die Integration der neu hinzugekommenen Stadtteile lag ihm am Herzen. Dass sie weitestgehend gelungen ist, gehört mit zu seinen Verdiensten.


Über 30 Baugebiete erschlossen


Schwerpunkte seiner Arbeit war der Ausbau der Infrastruktur. Über 30 Bau-, Gewerbe- und Industriegebiete wurden in seiner Amtszeit erschlossen, Schulen- und Kindergartenprojekte verwirklicht, aber auch der Ausbau von Versorgungsanlagen für Wasser, Elektrizität und Gas, der Anschluss der Stadtteile an die vollbiologische Kläranlage vorangetrieben. Trotz größten Widerstandes und erbitterter Standortdiskussion hielt der CSU-Politiker Fell an seinen Vorstellungen eines Frei- und Hallenbades fest. Mit der Eröffnung des Hallenbades 1970 wurde auch der Grundstock gelegt für ein Sportzentrum in Hammelburg, das über viele Jahre Vorbildcharakter hatte für andere Kommunen vergleichbarer Größenordnung.

Vorkenntnisse aus der Verwaltung und gesundes Augenmaß kamen ihm zu Gute bei der Entwicklung der Stadt, die noch nie mit großen Gewerbesteuereinnahmen gesegnet war und sich immer auf das Nötigste beschränken musste. Karl Fell aber wusste die entsprechenden Schwerpunkte zu setzen und Zug um Zug auch das Wünschenswerte zu verwirklichen.

Akzente setzte Karl Fell auch in der Völkerverständigung. Über viele Jahre, auch noch nach seiner aktiven Zeit als Kommunalpolitiker zählte er mit zu den Motoren der Städtepartnerschaft mit der belgischen Stadt Turnhout.