Burgkunstadt

Gefühle in sanften Tönen

Die deutsch-schwedische Mezzosopranistin Ivonne Fuchs und ihr Klavierbegleiter Matti Hirvonen gestalteten beim Kultursonntag in Burgkunstadt einen Liederabend voller Romantik, schwärmerischer Sehnsucht und leidenschaftlicher Liebe.
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Die deutsch-schwedische Mezzosopranistin Ivonne Fuchs und ihr Klavierbegleiter Matti Hirvonen begeisterten das Vogteipublikum beim Kultursonntag in Burgkunstadt. Foto: Gerda Völkl
Die deutsch-schwedische Mezzosopranistin Ivonne Fuchs und ihr Klavierbegleiter Matti Hirvonen begeisterten das Vogteipublikum beim Kultursonntag in Burgkunstadt. Foto: Gerda Völkl

Beide Künstler waren aus dem schwedischen Stockholm zu den Kultursonntagen nach Burgkunstadt gereist: Die deutsch-schwedische Mezzosopranistin Ivonne Fuchs und ihr im schwedischen Lappland geborener Klavierbegleiter Matti Hirvonen.

Bei der zweiten Veranstaltung der aktuellen Saison stand die Bandbreite der menschlichen Gefühle im Vordergrund. Angefangen von schwärmerischer Sehnsucht, über den ersten Kuss bis hin zu leidenschaftlicher Liebe und als letzte Konsequenz der Tod.

In Liedern von Edvard Grieg, Jean Sibelius, Johannes Brahms und Franz Schubert wechselten zarte Töne mit ausdrucksstarken, kraftvollen Klängen ab.

Eine Größe im romantischen Fach

Drei Lieder aus opus 48 von Edvard Grieg nach Texten bekannter Schriftsteller wie Heine, Goethe und Walther von der Vogelweide bildeten den Anfang. Schon hier zeigte sich, wie bewandert Ivonne Fuchs im großen romantischen Fach ist.

Griegs im Jahr 1895 entstandener kleiner Zyklus "Haugtussa" nach Texten von Arne Garborg nimmt in der norwegischen Musik- und Sprachgeschichte eine besondere Rolle ein. Daraus brachte Ivonne Fuchs in Originalsprache "Ved Gjætle-Bekken" (Am Bergbach) zu Gehör.

Auch der finnische Komponist Jean Sibelius hat die unterschiedlichsten Gefühle in den verschiedensten Tondichtungen eingefangen. Darunter auch in "Der erste Kuss" oder im "Rosenlied" und in der Tondichtung "Die stille Stadt".

Auch hier erwies sich die Mezzosopranistin als Meisterin der Gefühlsnuancen. Ivonne Fuchs sah sich einer schönen Tradition der Kultursonntage verpflichtet, Näheres zu Komponisten und Werk zu erläutern. Wie schon beim Grieg geschehen, brachte sie ihrem Publikum auch die schwedische Originalversion von Sibelius "Var det en dröm?" (War es ein Traum?) nahe.

Der "Erlkönig" als Höhepunkt

Mit ihrer Emotionalität, technischen Perfektion und gestochen scharfer Artikulation widmete sich Ivonne Fuchs nach der Pause den Komponisten Johannes Brahms und Franz Schubert. Ein Höhepunkt dürfte gerade ihre Interpretation des "Erlkönigs" nach einem Text von Johann Wolfgang von Goethe gewesen sein. Dabei nutzte sie die Ausdrucksmöglichkeiten von filigraner Virtuosität eines verängstigten Kindes bis hin zur Dramatik eines sich sorgenden Vaters geschickt aus.

Ausgesprochen munter kam Schuberts "Forelle" daher. Vor dem geistigen Auge wurden Bilder von einem lebhaft plätschernden Bach und einer munter dahin schwimmenden Forelle wach.

Auch Johannes Brahms zählt zu den wichtigsten romantischen Liedkomponisten. Aus seiner Feder waren unter anderen Lieder wie "Von ewiger Liebe", "Sonntag" und "Meine Liebe ist grün" zu hören.

Solostücke am Flügel überzeugten

Am vogteieigenen Bösendorfer Flügel schuf Matti Hirvonen eindrucksvolle Klangbilder und erwies sich auch mit einigen Solostücken als ausgesprochen vielseitiger Pianist.

Das Publikum sollte sich den Namen von Ivonne Fuchs und Matti Hirvonen gut merken. Nicht nur, dass beide ein großartiges Programm geboten haben, sie überzeugten auch durch ihre Ausstrahlung und Persönlichkeit. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht ihr letztes Gastspiel bei den Kultursonntagen in der Alten Vogtei gewesen ist.



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