Scheßlitz

Für Scheßlitz gibt's nichts umsonst

Auch nicht die Mitgliedschaft in der Öko-Modellregion Obermain-Jura oder im Archivpflegeverein.
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Nichts gibt es umsonst. Auch nicht bei Parteifreunden. Und schon gar nicht über Landkreisgrenzen hinweg. Denn beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Diese Erfahrung musste kürzlich auch der Bürgermeister von Scheßlitz machen. Die Region Obermain-Jura mit dem federführenden Landkreis Lichtenfels und den angrenzenden Kommunen des Bamberger Landkreises (Wattendorf, Scheßlitz, Zapfendorf und Rattelsdorf) ist jetzt eine der 15 neuen Öko-Modellregionen. Aber kostenlos ist das auch für die beteiligten Kommunen des Bamberger Landkreises nicht zu haben. War Roland Kauper (CSU) ursprünglich von anderen Voraussetzungen ausgegangen, musste er sich jetzt eines Besseren belehren lassen.

Aber wie heißt es so schön im Volksmund: "Wer A sagt, muss auch B sagen." Oder in der aktuellen Abwandlung: "Wer A sagt, muss auch bezahlen." Das leuchtet im Nachhinein auch dem Bürgermeister ein. Auf dem kleinen Dienstweg, also direkt von Bürgermeister zu Bürgermeister, auch über Landkreisgrenzen hinweg, hatte man sich seinerzeit verständigt, und Kauper die Beteiligung an dem Projekt zugesagt.

In der jüngsten Stadtratssitzung ging es für ihn nun darum, sich nachträglich "Absolution" dafür zu holen. Im Raum stehen geschätzte Kosten von 2000 Euro jährlich. Angelegt ist das Ganze auf zwei bis drei Jahre. Einig war man sich darin, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn mache, aus dem Projekt wieder auszusteigen, ohne das ganze Vorhaben zu gefährden.

2000 Euro nur der Anfang?

Und auch darüber, dass es eine "Öko-Modellregion mit Vorbildcharakter nicht zum Nulltarif gibt", wie Ralph Beer (Grüne) betonte. Beers Vorschlag an die Räte lautete, ihre Zustimmung nur unter der Prämisse zu erteilen, wenn sie sich darüber im Klaren seien, dass es "mit den 2000 Euro nicht getan" sei. Das Projekt höre nach den zwei bis drei Jahren der Konzeptentwicklung nicht einfach auf, sondern es gehe dann um die konkrete Ausführung. Für die seien ebenfalls "Mittel in Zukunft" bereit zu stellen. Nach dem Hinweis von Kauper, dass sie "den ersten Schritt überhaupt erst tun" müssen, "Ideen entwickelt" werden, um dann in die Umsetzung zu gehen, wurde der Aufnahme der Stadt Scheßlitz zugestimmt. Über die Höhe der Kosten soll noch verhandelt werden.

Wesentlich kürzer verlief der Beitritt zum Archivpflegeverein des Landkreises Bamberg, der einstimmig gefasst wurde.

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