Scheßlitz

Eine Vision für Scheßlitz

Die Planungsbüros präsentierten ihre Vorstellungen von der Zukunft der Kommune dem Gremium.
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Die Visionen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeprs für Scheßlitz erstrecken sich auch auf das Umfeld des Marienbrunnens und des alten Rathauses.  Fotos: Udo Billen
Die Visionen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeprs für Scheßlitz erstrecken sich auch auf das Umfeld des Marienbrunnens und des alten Rathauses. Fotos: Udo Billen
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Isek - das ist nicht irgendeine Flickschusterei an einzelnen notwendigen Maßnahmen als Reaktion auf einen Istzustand; auch kein Hin- und Herspringen bei einzelnen Aufgaben zur Abarbeitung eines großen Sanierungsstaus. Isek - das ist auch mehr als das Kirchenumfeld von St. Kilian in Scheßlitz. Isek - das ist eine große Vision für Scheßlitz. Ein Blick in die Zukunft, für das die integrierte städtebauliche Entwicklung Mittel zur Verfügung stellt.

Wie sich in der letzten Stadtratssitzung in Scheßlitz zeigte, war es eine weise Entscheidung vor rund zwei Jahren, diesen Weg zu gehen. Hilfestellung boten der Lenkungsgruppe dabei die beiden Planungsbüros Wittmann, Valier und Partner aus Bamberg sowie Planwerk aus Nürnberg. Entstanden ist in den letzten beiden Jahren, in denen man zusammen mit der Lenkungsgruppe arbeitete, eine ganze Reihe von Ideen, "Hotspots", wie es Erster Bürgermeister Roland Kauper (CSU) in seiner Einleitung zu der Präsentation formulierte.

Erstmals gab es einen Rundumblick in vier Themenbereichen darüber, was ist und wie es in Zukunft in der Stadt sein könnte. Dabei zeigten die Referenten zugleich auf, wo dringender Handlungsbedarf besteht und sparten auch nicht mit Kritik an so mancher Stelle.

Der erste Themenbereich dreht sich dabei um das Ortsbild und die Innenentwicklung. Neben dem bereits Umfeld von St. Kilian soll auch das Umfeld des Marienbrunnens in Verbindung mit dem alten Rathaus nicht nur eine optische, sondern auch funktionelle Aufwertung erfahren. Nicht nur, dass der Platz künftig schöner aussehen soll, mit Grünflächen und Bereichen, wo man sich gerne aufhält. Angedacht ist z.B. auch, die Mauer zurückzubauen, die Flächen zu vereinen und als Marktplatz zu gestalten.

Alte Fußwege neu entdecken

Eine Vorstellung davon vermittelte in der Präsentation die Ansicht des Platzes auf einer alten Postkarte von 1792. Sie zeigte, dass so etwas geht und auch bereits einmal an gleicher Stelle existiert hat - heute auch durchaus denkbar mit der Etablierung eines Wochenmarktes.

Dabei versteht sich fast von selbst, dass das ohne Wegfall bestehender Parkplätze nicht geht. Aber Parkmöglichkeiten gibt es genügend in Scheßlitz, wie vom Büro Planwerk eruiert wurde. Man muss nur wissen, wo die sind. Eine durchdachte einheitliche Schilderplanung soll das leisten. Sie soll den Besucher gleich vom Ortsrand aus empfangen und zu den Parkplätzen leiten.

Dazu komme auch die Wiederinstandsetzung mancher "verborgener" alter Fußwege und kleiner Stadtpforten, von denen Scheßlitz einige zu bieten hat und die zurzeit einen Dornröschenschlaf halten. Sie sollten reaktiviert werden, was zum Teil auch Grunderwerb durch die Stadt notwendig macht.

Auch bei der Gestaltung vom Umfeld Oberend müssten Parkflächen weichen. Um hier eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu erreichen, ist aber zugleich die Gestaltung des Straßenraumes zu verbessern. Eine Verlagerung der Bushaltestelle an der Straße und der Wendemöglichkeit soll geprüft werden. Somit wäre auch das ein Platz für einen Markt, z.B. einen Wochenendmarkt. Da Brunnen seit jeher eine wichtige Rolle in Scheßlitz spielten, regten die Planer auch eine Wiederbelebung des Kiliansbrunnens an.

Als sehr alte Stadt -2005 fand die 1200-Jahr-Feier statt - hat Scheßlitz zwar keine historischen Stadttore mehr. Aber an den Straßenraumverengungen lässt sich noch erkennen, wo einst oberes und unteres Tor standen. Die Situation von einst soll wieder ins Bewusstsein gerückt werden. Das kann mit Beschilderung, Beleuchtung und Fahrbahnflächenmarkierungen geschehen.

Einige innerörtliche Straßen sind zu sanieren und neu zu gestalten. Darunter fallen z.B. Oberend bis Juraklinik, Ellertal, die gesamte Hauptstraße, Wilhelm-Spengler-Straße, Altenbach, Häfnermarkt, Schwemme, Stachete, Schießgraben, Anger und Neumarkt bis Kreuzung Burgholzstraße.

Öffentliche Toiletten

Ebenfalls sind einige leer stehende Gebäude in der Innenstadt wieder herzurichten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Angeführt wurde hier das Pippart-Haus, Hauptstraße 45. Es befindet sich im Eigentum der Stadt, gedacht wird etwa an einen "Tourismus-Infopoint" oder auch eine Nutzung durch die Jugend. Hier wäre außerdem eine öffentlich nutzbare Toilette im Innenstadtbereich möglich. In Verbindung mit diesem Gebäude soll auch das Zenk-Anwesen in der Hauptstraße 41 gesehen werden, das sich ebenfalls im Besitz der Stadt befindet. Auch dafür wurden unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten genannt, z.B. für den heimatkundlichen Verein, als Bürgerhaus oder sogar für Wohnungen. Auch das Gebäude Linderhof in der Wilhelm-Spengler-Straße könnte für Wohnungen umgebaut werden, käme aber auch infrage für Bürgerhaus inklusive Jugendräumen sowie als Ersatzräumlichkeiten für das Rathaus.

Barrierefreie Zugänge für altes und neues Rathaus sind der Präsentation zufolge ebenso zu schaffen wie rollstuhlgerechte Aufzüge zum Erreichen der oberen Stockwerke. Das neue Rathaus bedarf demnach einer energetischen Sanierung. Ein alternatives Trauungszimmer zum bestehenden Trauungszimmer im alten Rathaus, das ebenfalls neu hergerichtet werden soll, könnte im neuen Rathaus seinen Platz finden. Bibliotheks- und Vereinsnutzung wären in eines der bereits erwähnten städtischen Gebäude zu verlagern, während im alten Rathaus Platz geschaffen würde für Lager und Archivkapazität.

Bei den Maßnahmen denkt man auch daran, angrenzende Privatgrundstücke in die Gestaltung miteinzubeziehen und private Sanierungsmaßnahmen zu fördern - zum Beispiel mit einem "kommunalen Fassadenprogramm" und maximal jeweils 10 000 Euro.

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