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Erneuerbare Energien

Windkraft für die Eigennutzung: Lohnen sich Turbinen für das Hausdach? - So soll es funktionieren

Energie aus regenerativen Quellen wird immer wichtiger. Neben Solarenergie soll in Zukunft auch mehr Windkraft für die Eigennutzung gewonnen werden. Unterschiedliche Hersteller bieten Turbinen für das Hausdach an. Wie funktioniert es und für wen lohnt es sich?
Windenergie wird in Groß- und Kleinformat genutzt.
Windenergie wird in Groß- und Kleinformat genutzt. Foto: Pixabay Archimedes
  • Erneuerbare Energien: Grüner Strom wird immer wichtiger
  • Windkraft fürs Hausdach: So soll es funktionieren
  • Gute Ergänzung zu Photovoltaik-Anlagen

Wegen der gestiegenen Energiekosten werden regenerative Energiequellen für Privathaushalte immer interessanter. Neben den Photovoltaikanlagen, die auf immer mehr Hausdächern installiert sind, sollen nun auch Windräder im Kleinformat auf Hausdächern zum Einsatz kommen. Verschiedene Hersteller bieten schon heute unterschiedliche Optionen für den privaten Gebrauch an.

Grüner Strom wird immer wichtiger

Der Energiemarkt hat sich in den letzten Monaten stark gewandelt. In Folge des Krieges in der Ukraine sind die Stromkosten in die Höhe geschnellt. Zudem soll die Nachfrage nach Strom durch die digitale Transformation in den nächsten Jahren deutlich steigen.

Mit Blick auf den Klimawandel und das Ziel, unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden, ist es unerlässlich, mehr Strom aus regenerativen Quellen zu produzieren. In Deutschland wird besonders auf Wind- und Solarenergie gesetzt. Es werden aber nicht nur Wind- und Solarparks im großen Stil errichtet. Auch Anlagen im Kleinformat sind sehr gefragt.

Photovoltaikanlagen auf privaten Hausdächern haben Hochkonjunktur. Nun sollen auch immer mehr Windräder auf Hausdächern installiert werden. Wegen der deutlich steigenden Nachfrage nach grünem Strom werden in Zukunft sicher auch immer mehr Windturbinen im Kleinformat aufgebaut.

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Windkraft fürs Hausdach: So soll es funktionieren

Wegen der hohen Energiekosten wird von einigen Unternehmen an Möglichkeiten gearbeitet, auch im kleinen Maßstab Strom aus Wind zu generieren. Windkraft hat als Stromlieferant einige Vor- und Nachteile.

Für die Windkraft spricht ihre Beständigkeit. Wind kann 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr wehen. Besonders nachts, wenn PV-Anlagen keinen Strom generieren, kann Wind auch im kleinen Format eine gute Alternative sein. Aktuell werden in Deutschland besonders vertikal gelagerte Windkraftanlagen im privaten Bereich genutzt. Im Internet gibt es eine Fülle von Turbinen unterschiedlicher Hersteller. Das niederländisch-koreanische Unternehmen "The Archimedes" verspricht mit seiner horizontal gelagerten Spiralturbinen deutlich höhere Leistungen als die Konkurrenz. Bei guten Windbedingungen soll eine Dauerleistung von 700 Watt möglich sein. Bei einer Windgeschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde kann die Spiralturbine des Unternehmens die Leistung zweier Solarmodule ersetzen.

Die neuartige Turbine ist etwa 100 Kilogramm schwer und hat einen Durchmesser von 1,5 Metern. Sie verspricht eine deutlich bessere Ausbeute als die gängigen Vertikalturbinen. Inzwischen gibt es noch eine kleinere Version mit kleinerem Durchmesser. Beide Optionen des Unternehmens sind sehr geräuscharm und vogelfreundlich.

Gute Ergänzung zu Photovoltaik-Anlagen

Alle Turbinen, die sich aktuell auf dem Markt für den privaten Gebrauch befinden, gelten eher als Ergänzung zur Sonnenenergie. Wegen der geringen Dauerleistung und der geringen Windsicherheit in Deutschland sind sie besonders in Verbindung mit PV-Anlage und Batterie geeignet.

Eine einzelne Windturbine auf dem Hausdach ist für diejenigen geeignet, die möglichst unabhängig von Strompreisschwankungen sein möchten. Sie können auch in der Nacht und bei bewölkten Wetter Strom produzieren und machen den Haushalt somit deutlich unabhängiger. Es ist durchaus sinnvoll, die Forschung an der privaten Stromerzeugung durch Wind voranzutreiben, da Windenergie über lange Messzeiträume in vielen Regionen sehr verlässlich ist.

Sicher werden in den kommenden Jahren immer mehr Windturbinen auf privaten Dächern installiert. Ob für dich eine Investition in so eine Anlage sinnvoll ist, kann mit einem Blick auf die Windkarte des Deutschen Wetterdienstes eingeschätzt werden. Zudem solltest du die örtliche Gesetzeslage prüfen, da die Turbinen je nach Bauart und Einsatzort unterschiedlichen Regularien unterliegen.

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Fazit

Betrachtet man den Wirkungsgrad im Zusammenhang mit den Windgeschwindigkeiten, die im Großteil der Bundesrepublik vorherrschen, lohnt sich eine Windturbine auf dem privaten Hausdach aktuell nur bedingt. Die notwendigen Investitionen von mehreren Tausend Euros für den Kauf und die Installation einer Windturbine amortisieren sich nur in den seltensten Fällen. Da aber erwartet wird, dass die Energiepreise in Zukunft weiter steigen, wird Windkraft als Energiequelle auch im kleinen Maßstab immer interessanter. Gut möglich, dass in windsicheren Regionen bald die Kombination von Sonnen- und Windenergie auf Privatdächern zur neuen Norm wird.

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