• So kalt war der bisherige Winter 2020/21
  • Experten erwarten kaltes Comeback des Winters
  • Was ist dran am "Horror-Winter"?

Deutschland droht erneut ein Rekord in den Wintermonaten: Während man im Dezember noch davon ausging, dass der Winter von geringem Niederschlag durchzogen sein wird, wurde in den letzten Wochen das Gegenteil beobachtet. Laut dem deutschen Wetterdienst (DWD) lag die Temperatur im Dezember um 0,3 Grad Celsius unter dem Wert der aktuellen Referenzperiode.  

Wie geht der Winter 2021 weiter? Das sagen Experten 

Im Dezember erwarteten Experten einen Winter mit deutlich erhöhten Temperaturen. Während dies zu der Zeit noch zutraf, bahnte sich allerdings im Januar eine Überraschung an. Insbesondere im Süden fiel entgegen der Erwartungen eine Menge Schnee.

In den vergangenen neun Jahren zeichnete sich in den Wintermonaten ein Wettertrend mit steigenden Temperaturen ab. Wie der des Experten Jörg Kachelmann berichtet, wurde seit 2011 in der Weihnachtszeit kaum noch die Null-Grad-Grenze unterschritten. Üblicher waren hingegen Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad. Am wärmsten war laut dem DWD der Dezember 2015 mit einer Durchschnittstemperatur von 6,4 Grad. 

Die Rede war von einer „stillen Klimakatastrophe“, aufgrund der angenommenen hohen Temperaturen im Januar.  

Teilweise werden bis zu 50 Zentimeter Schnee erwartet

Nach den warmen ersten Tagen des Februars soll der Winter ein Comeback erleben. Tatsächlich soll der Schneefall nun nochmal eine Schippe drauflegen. Medienberichten zufolge könnte der kalte Winter mancherorts mit bis zu 50 Zentimeter Schneefall zurückkommen. Aufgrund der kalten Luft aus dem Norden und der warmen Mittelmeerluft wird ein kräftiger Schneefall erwartet.  

Der Meteorologe Jan Schenk prognostiziert, dass es sich zur „schlimmsten Schneelage der letzten zehn Jahre entwickeln“ könnte. Wo und wie lange dieses Winter-Comeback jedoch stattfinden soll, ist noch unklar. Die Lage könnte mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten. 

Jedes Jahr fallen um die Winterszeit Begriffe wie „Horror-Winter“ oder "Jahrhundert-Kälte". Doch wie viel ist an den Prognosen wirklich dran? Der Wetterkanal von des ehemaligen Wetterfroschs Jörg Kachelmann hält wenig von den Langzeit-Wettervorhersagen. Großwetterlagen können sich schlagartig ändern. 

Was ist dran an "Horror-Winter" und "Jahrhundert-Kälte"?

"Erinnern Sie sich an den Dezember 2010, als uns fast den ganzen Monat kalte Luftmassen und immer wieder kräftige Schneefälle beeinflussten? Ich erinnere mich gut und weiß auch, dass wir in der ersten Novemberhälfte zuvor noch relativ mildes Wetter hatten. Die Wetterlage deutete damals nicht darauf hin, was uns im Dezember bevorstand. Niemand konnte auch nur zwei Wochen vorher ahnen, dass uns der kalte und schneereiche Dezember 2010 bevorstand", heißt es auf dem Kachelmann-Portal. 

Es seien zu viele Faktoren, die noch ungewiss seien. Zu einem bestimmten Grad sei es auch dem Zufall geschuldet, wie das Winterwetter letztendlich ausfalle. Wie die Wetterlage diesen Winter sein wird, ließe sich trotz moderner Computertechnik nicht sicher vorhersagen. 

Anders sieht es beim Thema Klima aus: Die langfristige, durchschnittliche Entwicklung der Temperaturen und Niederschläge ist recht sicher dokumentiert und prognostiziert - und auf genau diese gefährliche Entwicklung sollen eben Begriffe wie "Rekord-" oder "Horror-Winter" hinweisen.