Ein Senior soll seit 2014 regelmäßig nach Mainfranken gereist sein, um Einbrüche zu begehen. Die Kripo überführte ihn über sein Auto.
Die Story klingt wie aus einem Krimi: Ein Senior reist jahrelang in den Wintermonaten von Polen nach Unterfranken – nicht etwa, um Urlaub zu machen oder Verwandte zu besuchen, sondern um Einbrüche zu begehen. Immer wieder mietete er sich in derselben Unterkunft ein, immer wieder schlug er in der Region zu - und darüber hinaus: Insgesamt 67 Taten wirft ihm die Kriminalpolizei bundesweit vor, allein 17 davon in Mainfranken.
Jetzt hat die Polizei den Verdächtigen gefasst. Der entscheidende Hinweis: Nach einem Einbruch in Baden-Württemberg konnten die Ermittler den mutmaßlichen Mehrfacheinbrecher über sein Auto identifizieren.
Festnahme in Kitzingen: 74-Jähriger soll für Einbruchserie verantwortlich sein
Nach einer Serie von Einbrüchen in Mainfranken hat die Kriminalpolizei Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Heilbronn einen Verdächtigen festgenommen. Laut Mitteilung der unterfränkischen Polizei vom Mittwoch, 15. April 2026, könne dem Mann aufgrund sorgfältiger Spurensicherung mindestens 17 Einbrüche in der Region zur Last gelegt werden.
Überraschend ist insbesondere das Alter: Den Angaben zufolge handelt es sich um einen 74-jährigen polnischen Staatsbürger.
Der Polizei zufolge soll der Tatverdächtige zwischen 2016 und 2025 unter anderem in Würzburg, Höchberg, Ochsenfurt, Marktbreit, Marktheidenfeld und Lohr am Main in Wohnungen und Häuser eingedrungen sein.
Senior soll jahrelang aus Polen angereist sein – für Einbrüche
Die Festnahme erfolgte am Morgen des Freitags, 14. Februar 2026, in Kitzingen. Wie die Staatsanwaltschaft Heilbronn mitteilt, wirft die Kriminalpolizei dem 74-Jährigen bundesweit mindestens 67 Einbrüche vor. Nach einem Einbruch in Möckmühl im Landkreis Heilbronn (Baden-Württemberg) im November 2025 konnten die Ermittler den Verdächtigen über das Tatfahrzeug ermitteln und anschließend Verbindungen zu weiteren Einbrüchen feststellen.
Seit 2014 soll der 74-Jährige in den Wintermonaten regelmäßig von Polen nach Deutschland gereist sein, um Einbrüche zu begehen. Dabei habe sich der polnische Staatsbürger seit 2016 immer wieder in derselben Unterkunft in Unterfranken eingemietet.
Nach der Festnahme wurde er in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Der Polizei zufolge werden weitere Einbrüche in Unterfranken dahingehend geprüft, ob diese ebenfalls durch den Tatverdächtigen begangen worden sind. Über eine Schadenssumme machte die Polizei keine Angaben.
Die jüngsten Einbrüche in Unterfranken
Unterfranken wurde allein in den vergangenen vier Monaten von einer bemerkenswerten Serie von Einbrüchen heimgesucht. Besonders auffällig ist die Bandbreite der Delikte – von klassischen Wohnungseinbrüchen über Geschäftseinbrüche bis hin zu spektakulären Traktordiebstählen im Wert von mehreren hunderttausend Euro. Allein zwischen dem 11. und 13. Dezember 2025 meldete die Polizei sieben Einbrüche in nur drei Tagen in verschiedenen Landkreisen. Die Kriminalpolizei Würzburg konnte zwar mehrere Aufklärungserfolge verbuchen, doch die Professionalität der Täter zeigt sich in der gezielten Vorgehensweise und der Wahl der Tatorte. Die Ermittlungsbehörden setzen verstärkt auf DNA-Analysen, Videoüberwachung und verdeckte Ermittlungen, um die Täternetzwerke zu zerschlagen.
11./12. Dezember 2025 - Lohr am Main: Bei einem Einbruch in die Büroräume des TÜV SÜD wurde ein niedriger vierstelliger Betrag gestohlen. Die Täter verschafften sich über die Rückseite des Gebäudes gewaltsam Zutritt.
12. Dezember 2025 - Würzburg-Frauenland, Lerchenweg: Einbrecher gelangten über ein Fenster im Erdgeschoss in eine Wohnung (zwischen 13.45 Uhr und 22.30 Uhr) und erbeuteten Schmuck. Sachschaden: mittlerer dreistelliger Betrag.
12. Dezember 2025 - Würzburg-Zellerau, Brunostraße: Einbruch in eine Wohnung zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr. Bargeld im niedrigen dreistelligen Betrag gestohlen. Sachschaden: niedriger dreistelliger Betrag.
13. Dezember 2025 - Niederwerrn: Täter brachen über die Terrassentür in eine Wohnung ein (zwischen 11.00 Uhr und 19.30 Uhr). Nach bisherigen Erkenntnissen wurde nichts entwendet. Sachschaden: niedriger vierstelliger Betrag.
13. Dezember 2025 - Schweinfurt, "Am Sprinzenbaum": Einbruch in ein Einfamilienhaus zwischen 1.00 Uhr und 9.00 Uhr. Die Täter gelangten über ein Fenster ins Gebäude, nachdem sie zunächst an der Terrassentür scheiterten. Sachschaden: niedriger dreistelliger Betrag.
Silvester 2025/1. Januar 2026 - Karlstadt: In der Silvesternacht versuchten drei Männer aus Berlin (19, 21 und 27 Jahre alt) erneut, in eine Bankfiliale einzubrechen. Die Polizei konnte das Trio nach einer Verfolgungsjagd im Landkreis Aschaffenburg festnehmen. Die Kriminalpolizei Würzburg prüft Verbindungen zu ähnlichen Fällen im Bundesgebiet. Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte es einen ersten Einbruchsversuch gegeben.
5. Januar 2026 - Untermerzbach (Landkreis Haßberge): In Untermerzbach ereignete sich ein Einbruch. Nähere Informationen zu Tatort und Beute wurden nicht bekannt gegeben. (Quelle: inFranken.de)
7./8. März 2026 - Lohr am Main: Unbekannte brachen zwischen Freitagabend (18.00 Uhr) und Samstagmorgen (9.00 Uhr) in einen Baumarkt in der Bgm.-Dr.-Nebel-Straße ein. Sie schlugen eine Scheibe ein, hebelten mehrere Schränke auf und entwendeten mehrere hundert Euro Bargeld. Der Sachschaden liegt bei mehreren tausend Euro.
9. März 2026 - Aschaffenburg: In Aschaffenburg kam es zu einem Apothekeneinbruch. Weitere Details wurden nicht veröffentlicht. (Quelle: inFranken.de)
26./27. März 2026 - Schonungen, Kreis Schweinfurt: Unbekannte stahlen zwei Großtraktoren im Wert von etwa 380.000 Euro vom Areal eines Landmaschinenhändlers in der Straße "An der Kemenate". Ein dritter Traktor wurde zurückgelassen. Der Gesamtwert der drei Traktoren wird auf etwa eine halbe Million Euro geschätzt.