Kaufland probiert sich aus - und testet in Baden-Württemberg ein neues Konzept. Die Ware gibt es aber nicht sofort vor Ort, sondern muss per Post zum Kunden geliefert werden.
Bei Kaufland gibt es schon längst nicht nur Lebensmittel. Der Discounter testet schon länger verschiedene Konzepte aus ganz anderen Geschäftsbereichen. Unter anderem ist die Schwarz-Tochter bereits seit vergangenem Jahr im Versicherungsgeschäft aktiv. Der neuste Coup - bei dem Einzelhändler kann man sich in bestimmten Filialen nun Medikamente bestellen. Davon berichtete unter anderem das Portal T-Online am Donnerstag (7. Mai 2026).
Konkret geht es um einen Modellversuch in Baden-Württemberg. In den Filialen in Bietigheim, Leonberg, Backnang, Sinsheim und Schwetzingen stellt Kaufland Apotheken-Terminals auf. Dort können Kundinnen und Kunden per Versichertenkarte ihre E-Rezepte einlösen oder verschreibungsfreie Medikamente bestellen. Übrigens baut Kaufland derzeit sein Non-Food-Segment massiv um - dabei sollen Lidl-Eigenmarken die eigenen Produkte ersetzen.
Kaufland stellt Medikamenten-Terminals auf - Abholung in Partner-Apotheke
Die Ware gibt es jedoch nicht direkt in der Kaufland-Filiale. Tabletten und Co. müssen anschließend in einer Apotheke vor Ort abgeholt werden. Laut dem T-Online-Bericht will der Discounter dazu verstärkt mit lokalen Apotheken zusammenarbeiten, die die jeweilige Bestellung pharmazeutisch prüfen und abwickeln. In bestimmten Fällen können sich die Kunden ihre Arzneimittel ab einem bestimmten Bestellwert auch kostenfrei nach Hause liefern lassen.
Immer mehr Einzelhändler setzen derzeit auf den Bereich Medizin. Unter anderem die Drogeriekette dm hat einen Online-Shop für frei verkäufliche Medikamente gestartet - was jedoch großen Unmut bei den Apotheken ausgelöst hat. Abgesehen davon bietet dm noch weitere Gesundheits-Services an, unter anderem Haut- und Augen-Screenings. Auch der Branchen-Konkurrent Rossmann denkt bereits laut über einen eigenen Arzneimittel-Versand nach.
Mit den Apotheken-Partnerschaften geht Kaufland hingegen einen etwas anderen Weg. Dennoch verspricht sich die Lidl-Schwester viel von dem neuen Test. "Wir sehen in dem Thema medizinische Versorgung auf unseren Vermietungsflächen großes Potenzial und glauben, dass dieses Konzept sehr vielversprechend ist", sagte René Wolf, Leiter Vermietung bei Kaufland", zitiert T-Online aus einem Interview der Stuttgarter Zeitung mit Kaufland-Vermietungs-Chef René Wolf. Ob das Angebot auf weitere Standorte ausgeweitet wird, ist bisher jedoch unklar.