• Supermarkt-Preisvergleich im September: So teuer sind die Supermärkte in Bamberg geworden
  • Aldi, Lidl, Norma, Edeka und Rewe im Preis-Check der Redaktion
  • Inflation: Preise für Lebensmittel steigen immer weiter
  • das ist der günstigste Supermarkt - und das der teuerste
  • Starke Preissteigerung: Wie viel teurer sind Lebensmittel im Vergleich zu den Vormonaten?

Der Inflation auf der Spur:  Für unseren Supermarkt-Preisvergleich haben wir erneut fünf große Supermarkt-Ketten im Stadtgebiet von Bamberg abgeklappert und unseren Warenkorb gefüllt. Dabei wird deutlich, dass sich die Inflation bei den meisten Märkten stark zeigt und die Händler die Preise im Vergleich zu den Vormonaten teils ordentlich erhöht haben. Wir klären, welcher Supermarkt zum Testzeitpunkt im September die günstigsten Preise hat und wo die heftigsten Preissteigerungen zu verzeichnen sind.

Supermarkt-Preisvergleich: Welcher ist der günstigste Supermarkt im September?

Wir haben genau hingeschaut und Preise verglichen: Welcher Supermarkt ist momentan der günstigste?

Dafür waren wir in Bamberg in den folgenden Supermärkten und Discountern unterwegs:

  • Aldi Süd
  • Lidl
  • Edeka
  • Rewe
  • Norma

Supermarkt-Preisvergleich: Das landet im Test-Warenkorb

Im Warenkorb sind Produkte gelandet, die sich wohl in mindestens jedem zweiten Einkaufswagen finden lassen. Das umfasst sowohl Grundnahrungsmittel als auch Obst und Gemüse sowie Verarbeitetes und Fertiggerichte. Diese Produkte haben wir in unseren Warenkorb gelegt:

  • Grundnahrungsmittel:
    • Butter (250 g)
    • Sonnenblumenöl (1 l)
    • Mehl (Weizen 405, kg)
    • H-Milch 3,5 % (1 l)
    • Eier (6er Bio)
    • Nudeln (Spaghetti, kg)
    • Toastbrot, weiß (kg)
    • Kaffee (gemahlen, kg)
    • Hackfleisch (gemischt, kg)
    • Ketchup (1 l)
  •  Obst und Gemüse: 
    • Gurke (Stück)
    • Tomaten (kg)
    • Äpfel (Standard) (kg)
    • Champignons, braun (kg)
    • Kartoffeln, vorw. festkochend (kg)
  •  Verarbeitetes und Fertiggerichte:
    • Tiefkühlpizza Margherita (kg)
    • Linseneintopf (kg)
    • Kartoffelchips (Paprika, kg)
    • Schokolade (Vollmilch, kg)
    • Pesto Verde (kg)

Supermarkt-Preisvergleich: Welcher Supermarkt in der Region ist am günstigsten? Hier sparst du im September am meisten

Im Juli und August zog Aldi seinen Konkurrenten davon - im September schafft es allerdings ein anderer Discounter an die Spitze: Norma ist zum Testzeitpunkt im September der günstigste Markt in unserem Preisvergleich. Auf dem zweiten Platzt folgt dann Aldi, auf Platz drei der Discounter Lidl. Edeka ist Vorletzter, das Schlusslicht bildet - wie im August - Rewe. Das haben wir im September für unseren Warenkorb ausgegeben:

  • Platz 1: Norma - Ausgaben für den Warenkorb: 60,65 Euro
  • Platz 2: Aldi Süd - Ausgaben für den Warenkorb: 62,03 Euro
  • Platz 3: Lidl - Ausgaben für den Warenkorb: 64,50 Euro
  • Platz 4: Edeka - Ausgaben für den Warenkorb: 68,02 Euro
  • Platz 5: Rewe - Ausgaben für den Warenkorb: 73,69 Euro

Sehr deutlich wird der immense Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Supermarkt in unserem Vergleich. Zwischen den Preisen für die Test-Lebensmittel bei Norma und Rewe liegen ganze 12,74 Euro. Rechnet man das auf ein Jahr hoch (bei lediglich einem Einkauf pro Monat), sind das über 150 Euro an Mehrausgaben - für dieselben Lebensmittel.

Supermarkt-Preisvergleich im September: Starker Preisanstieg in den meisten Märkten - zwei werden aber sogar günstiger

Was im Vergleich mit unseren Testeinkäufen von Juli und August auffällt: Nicht alle Supermärkte im Vergleich scheinen die Preise für Lebensmittel erhöht zu haben. Vor allem bei Norma scheint es keine Preissteigerungen zu geben, denn im Juli wurden für unseren Warenkorb noch 65,11 Euro fällig, im August waren es immerhin noch 61,27 Euro. Jetzt im September also lediglich 60,95 Euro, was im Vergleich zum Juli ganze 4,16 Euro weniger sind. Auch Edeka lässt sich nicht lumpen, wenngleich der Supermarkt zu den teuren in unserem Preisvergleich zählt. Im Juli und im August kostete uns der Einkauf stabile 70,57 Euro, im September sind es jedoch nur noch 68,02 Euro - 2,55 Euro günstiger als noch in den Vormonaten.

Bei den beiden Discountern Lidl und Aldi und beim Supermarkt Rewe macht sich die Preissteigerung indessen deutlich bemerkbar: Alle drei haben die Preise für die Lebensmittel in unserem Test-Warenkorb merklich angehoben. 

Aldi ist 2,45 Euro teurer als im Juli (1,07 Euro teurer als im August) und bei Lidl ist unser Einkauf 2,49 Euro teurer als im Juli (0,41 Euro teurer als im August). Bei Rewe ist der größte Preisanstieg zu verzeichnen: Hier werden im September 3,95 Euro mehr fällig als noch im Juli (und 1,69 Euro mehr als im August).

Unterschiede nach Produktgruppen: Wo sind Lebensmittel am günstigsten?

Die Produkte in unserem Warenkorb lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse sowie Verarbeitetes und Fertiggerichte. Gibt es auch bezüglich der einzelnen Produktgruppen Preisunterschiede bei den Supermärkten in unserem Vergleich?

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In den Vormonaten konnte Aldi die Konkurrenz bezüglich der Preise für Grundnahrungsmittel wie Butter, Sonnenblumenöl und Nudeln hinter sich lassen. Im September wendet sich das Blatt allerdings und der Discounter landet auf dem dritten Platz. Norma ist auch im Bereich Grundnahrungsmittel der Spitzenreiter, für unseren Warenkorb werden hier 29,98 Euro fällig (August: 30,38 Euro). Auf Platz 2 folgt überraschend Edeka, bei dem im September 31,24 Euro für unseren Einkauf verlangt werden (August: 34,01 Euro). Auf dem dritten Platz dann Aldi mit Ausgaben von 32,29 Euro (August: 29,80 Euro), gefolgt von Lidl mit Ausgaben von 33,50 Euro (August: 32,61 Euro) und schließlich Rewe mit Ausgaben von 36,99 Euro (August: 36,14 Euro).

Da Obst und Gemüse gesund sind, sollte man davon genügend essen - je nachdem, bei welchem Supermarkt eingekauft wird, lässt sich auch hier bares Geld sparen. Am günstigsten sind Gurke, Kartoffeln, Tomaten, Äpfel und Champignons im September bei Aldi zu bekommen. Der Preis für unseren Test-Warenkorb beträgt 8,23 Euro (August: 9,65). Darauf folgt Norma, der im August noch die Nase vorne hatte, mit Ausgaben in Höhe von 9,35 Euro (August: 9,57 Euro). Bei Lidl ist unsere Obst und Gemüse-Auswahl für immerhin 9,49 Euro zu haben (August: 9,97 Euro). Deutlich teurer sind hingegen Edeka und Rewe: Bei Rewe legen wir 15,19 Euro hin (August: 14,35 Euro), bei Edeka 15,27 Euro (August: 15,30 Euro). Das ist ein immenser Unterschied zwischen den Preisen für Obst und Gemüse bei Aldi und Edeka von über sieben Euro.

Preisvergleich: Diese Produkte kosten bei allen Supermärkten dasselbe

Vor allem Lebensmittel aus dem Bereich Verarbeitetes und Fertiggerichte kosten bei allen getesteten Supermärkten dasselbe. So etwa die TK-Pizza Margherita, der Linseneintopf, die Vollmilchschokolade und das Pesto. Diese Produkte gibt es im September bei allen Märkten zum gleichen Preis.

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Was allerdings auffällt, ist die stetige Steigerung der Preise für die diese Convenience-Produkte seit Juli - zumindest bei den meisten Supermärkten im Test. Sowohl Aldi, Lidl, Rewe als auch Edeka haben ihre Preise für TK-Pizza und Co. seit Juli deutlich angehoben. Besonders offensichtlich wird das bei Lidl, Rewe und Edeka, die jeweils 1,21 Euro mehr für dieselben Convenience-Produkte verlangen als noch im Juli. 

Ausreißer ist lediglich Norma, der im Vergleich zu Juli 3,51 Euro weniger für die eingekauften Fertigprodukte verlangt. Der deutlich höhere Preis im Juli ist allerdings vermutlich auf eine falsche Preisauszeichnung zurückzuführen, die nicht aufgeklärt werden konnte. Bei Norma scheinen die Preise für diese Produkte jedoch am stabilsten zu sein.

Alles wird teurer: Preise für Lebensmittel so hoch wie nie zuvor

Es ist in aller Munde: Nicht nur die Preise für Energie, sondern auch die Preise für Lebensmittel schießen in die Höhe. Das Statistische Bundesamt hat einen Anstieg von ganzen 14,8 Prozent errechnet (Vergleich von Juli 2022 zum Juli des Vorjahres). Dabei waren gerade die Preise für Lebensmittel eine Sparte, die im Vergleich zu anderen Lebenshaltungskosten in Deutschland in den letzten 20 Jahren nur sehr wenig angestiegen sind. Zum Vergleich: In den Jahren 2000 bis 2019 liegt eine Teuerungsrate von lediglich 1,5 Prozent vor. 

Laut Verbraucherzentrale gibt es keine Lebensmittel-Sparte, die nicht von den Preiserhöhungen betroffen ist. Extrem deutlich wird das bei Speiseölen und -fetten, für die aktuell ein Preisanstieg von 44,2 Prozent zu verzeichnen ist. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Speiseöl, einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes zufolge, nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine mehr als doppelt so hoch war, wie davor - das erinnert an die Corona-Hamsterkäufe.

Ein Hauptgrund für die aktuell extrem hohen Preise für Lebensmittel scheint somit der Krieg in der Ukraine. Denn der führt zu einer weiteren Steigerung der ohnehin schon teuren Preise für Energie, die von den Händlern kompensiert werden muss. Es müssen schließlich nicht nur die Märkte betrieben werden, auch für die Herstellung der Produkte werden große Mengen Strom und Gas benötigt. Klammert man die Preissteigerungen für Energie und Nahrungsmittel aus, ergibt sich eine Inflationsrate von gerade einmal +3,2 Prozent - was nicht einmal die Hälfte der aktuellen Inflationsrate ist (+7,9 Prozent). Das zeigt, dass die Beschaffung und Produktion von Energie und Nahrungsmitteln die Hauptfaktoren für die aktuelle Inflation sind. Außerdem herrscht ein Arbeitskräftemangel, und auch der Mindestlohn lässt die Preise steigen, da dieser die Ausgaben für Gehälter aufseiten der Unternehmen erhöht. Schlussendlich bleibt offen, inwiefern die Händler die Gunst der Stunde nutzen, um sich zu bereichern - das mahnt die Verbraucherzentrale und fordert eine Überwachung durch Politik und Kartellamt.

Fazit: Norma verdrängt Aldi vom ersten Platz - Inflation zeigt sich deutlich bei fast allen Supermärkten im Test

Unser Supermarkt-Preisvergleich zeigt: Die Preise für Lebensmittel steigen deutlich - zumindest bei den meisten Supermärkten im Test. Während Norma und auch Edeka mit gesunkenen Preisen für unseren Warenkorb überraschen, macht sich bei Aldi, Lidl und Rewe die Preissteigerung bemerkbar. 

Norma verdrängt somit auch Aldi vom Spitzenplatz und ist der Preis-Sieger unseres Vergleichs - hier lässt es sich zum Testzeitpunkt im September eindeutig am günstigsten einkaufen. Tiefer in die Tasche greifen muss man allerdings bei Rewe: Dieser landet auf dem letzten Platz, da hier deutlich mehr für unseren Test-Warenkorb ausgegeben werden muss als bei den Konkurrenten.

Bemerkenswert ist in jedem Fall der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Supermarkt, der immerhin fast 13 Euro beträgt. Um Geld zu sparen, sollte man sich also gründlich überlegen, in welchem Supermarkt oder Discounter man seine Lebensmittel einkauft, denn in der Summer kann der Unterschied im Geldbeutel mitunter sehr groß sein.

Methodische Hinweise: Für den Preisvergleich haben wir ausschließlich Produkte der Eigenmarken der Supermärkte recherchiert. Hierfür waren wir jeweils am Monatsanfang (am 4. Juli, 2. August und 5. September 2022) in den oben genannten Supermärkten im Stadtgebiet von Bamberg unterwegs. Die Preise bei Rewe gelten nicht für Rewe City. Nach Möglichkeit wurde vermieden, Sonderangebote mit in den Preisvergleich zu integrieren. Es ist  außerdem zu beachten, dass es sich bei den Preisen unseres Vergleichs unter anderem um Kilogramm-Preise handelt, damit der tatsächliche Preisunterschied eindeutiger ist. Bei den Sonnenblumenölen von Edeka und Lidl handelt es sich um das teurere Bio-Produkt der Eigenmarken, da die günstigen Marken nicht vorrätig waren.  

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