Äpfel mit Birnen verglichen: Welches Obst ist gesünder?

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Äpfel und Birnen unterscheiden sich beispielsweise beim Gehalt von Vitamin C, Folat und Ballaststoffen. Der Vergleich zeigt, warum beide eigene Stärken haben.

Eine Redewendung sagt, man könne Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Wir tun es trotzdem: Sind Äpfel gesünder als Birnen? Einen klaren Sieger gibt es nicht – beide Früchte haben ihre eigenen Vorzüge.

Silke Restemeyer, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, sagt gegenüber dem Verbraucher- und Testmagazin Öko-Test: "Ob Äpfel oder Birnen gesünder sind, lässt sich pauschal nicht sagen." Sie betont außerdem: "Je abwechslungsreicher die Auswahl an verschiedenen Arten, Farben und Zubereitungen, desto besser wird der Körper mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen versorgt."

Sind Äpfel gesünder als Birnen? Nährstoffe und Vorteile im Vergleich

Beide Obstarten enthalten Vitamine und Mineralstoffe, unterscheiden sich aber bei einzelnen Nährstoffen. Der Lebensmittelhändler Edeka fasst es so zusammen: "Äpfel punkten mit mehr Vitamin C und Polyphenolen, Birnen mit weniger Säure und mehr Folsäure, Magnesium und Kalzium." Die folgenden Vergleichswerte stammen aus dem Vergleich des Verbraucher- und Testmagazins Öko-Test.

  • Vitamin C: Je nach Sorte enthalten Äpfel etwa acht bis 35 Milligramm pro 100 Gramm. Bei Birnen sind es rund fünf Milligramm.
  • Polyphenole: Äpfel enthalten tendenziell mehr Polyphenole, darunter Quercetin. Ältere Apfelsorten können besonders reich an diesen sekundären Pflanzenstoffen sein. Polyphenole weisen antioxidative Eigenschaften auf; daraus folgt jedoch nicht, dass Äpfel nachweislich Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern.
  • Folat und B-Vitamine: Birnen enthalten rund 15 Mikrogramm Folat pro 100 Gramm, Äpfel etwa acht Mikrogramm. Birnen liefern außerdem Vitamine der B-Gruppe, darunter Thiamin, Riboflavin und Niacin. Folat ist wichtig für Zellteilung und Blutbildung; eine ausreichende Versorgung ist besonders in der Schwangerschaft bedeutsam.
  • Ballaststoffe: Birnen enthalten ungefähr drei Komma drei Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm, Äpfel etwa zwei Gramm. Ballaststoffe unterstützen die Verdauung und tragen zu einer normalen Darmfunktion bei.
  • Kalorien, Kalium und Zucker: Pro 100 Gramm liefern Äpfel etwa 58 Kilokalorien und 120 Milligramm Kalium. Birnen kommen auf rund 62 Kilokalorien und 115 Milligramm Kalium. Beide enthalten ungefähr zehn Gramm Zucker pro 100 Gramm; Birnen schmecken wegen ihres geringeren Fruchtsäuregehalts oft süßer.

Die genauen Nährwerte können je nach Sorte und Reifegrad variieren. Auch die individuelle Verträglichkeit unterscheidet sich von Person zu Person.

Auch bei den Apfelsorten gibt es nicht automatisch eine eindeutige Gewinnerin. Ein aktueller Überblick vergleicht 140 Dessertapfelsorten und ordnet eine Übersichtsarbeit zu 38 Humanstudien ein; unser Nährstoffvergleich gesunder Apfelsorten und ihrer Inhaltsstoffe vertieft den Blick auf diese Unterschiede.

Apfel bei Durchfall, Birne bei empfindlichem Magen?

Bei Magen-Darm-Beschwerden kommt es auf die Situation an. Silke Restemeyer erklärt gegenüber Öko-Test: "Äpfel eignen sich beispielsweise sehr gut bei Durchfall." Fein geriebener Apfel kann bei leichtem Durchfall unterstützend wirken, weil das enthaltene Pektin Wasser bindet; er ist jedoch keine allgemeine Behandlung. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Birnen enthalten mehr Fruchtzucker und Sorbit, was bei manchen Menschen mit Durchfall Beschwerden verstärken kann. Ihr geringerer Fruchtsäuregehalt macht sie für manche Menschen mit empfindlichem Magen besser verträglich – das gilt jedoch nicht für alle.

Die Stärken verteilen sich unterschiedlich: Der Apfel punktet hauptsächlich mit Vitamin C und Polyphenolen, die Birne mit Folat und Ballaststoffen. Bei Kalorien, Zucker und Kalium liegen beide Früchte nah beieinander.

  • Apfel: je nach Sorte mehr Vitamin C und Polyphenole; fein gerieben kann er bei leichtem Durchfall unterstützend wirken.
  • Birne: mehr Folat und Ballaststoffe sowie weniger Fruchtsäure; deshalb wird sie von manchen Menschen mit empfindlichem Magen besser vertragen.
  • Beide Früchte: liefern wertvolle Inhaltsstoffe und lassen sich abwechslungsreich in den Speiseplan einbauen.

Äpfel und Birnen: Verzehrempfehlungen, Lagerung und Zubereitung

Für eine ausgewogene Ernährung muss nicht zwischen Apfel und Birne gewählt werden. Vielmehr sollten beide Früchte regelmäßig auf den Speiseplan. Ein paar einfache Hinweise helfen bei Einkauf, Zubereitung und Aufbewahrung.

  • Sowohl bei Äpfeln als auch bei Birnen sitzen viele Vitamine und Nährstoffe dicht unter der Schale. Der Lebensmittelhändler Edeka empfiehlt deshalb, die Früchte vor dem Verzehr gründlich zu waschen und möglichst mit Schale zu essen.
  • Beide Früchte eignen sich auch zum Kochen und Backen, wie der Lebensmittelhändler Edeka erklärt. Für ein knuspriges Dessert zeigt die Verbraucherzentrale, eine unabhängige Verbraucherberatung, in ihrem Obst-Crumble-Rezept, dass Äpfel und Birnen dafür sogar mit Schale verarbeitet werden können.
  • Für fränkische Herbstideen bieten sich außerdem Süßspeisen mit saisonalem Obst an. Ein Überblick mit fränkischen Apfelkuchen- und Strudelrezepten stellt weitere Möglichkeiten für die Verarbeitung von Äpfeln und anderem Herbstobst vor.
  • Wer die Aufnahme von Pflanzenschutzmittelrückständen verringern möchte, kann Bio-Produkte wählen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Bio-Obst im Allgemeinen weniger mit solchen Rückständen belastet ist.

Tipps zu Herkunft, Reife und Lagerung

  • Beim Einkauf lohnt sich ein Blick auf das Herkunftsland und die Saison. Das Bundeszentrum für Ernährung, eine staatliche Fachstelle für Ernährungsinformation, erklärt: "Die Angabe des Ursprungslandes ist in jedem Fall eine verlässliche Informationsquelle für den klimafreundlichen Einkauf." Innerhalb der Hauptsaison können kürzere Transportwege ein Vorteil sein.
  • Wer regionale Äpfel und Birnen im Herbst und Winter sucht, kann auch Wochenmärkte und Hofläden in den Blick nehmen. Ein Einkaufsüberblick zu saisonalem Obst und Gemüse sowie regionalen Bezugsquellen ergänzt die Herkunftstipps um praktische Einkaufswege.
  • Noch feste Birnen müssen nicht sofort verzehrt werden. Das Bundeszentrum für Ernährung schreibt: "Zuhause reifen die Birnen bei Zimmertemperatur in wenigen Tagen nach und erreichen so ihre optimale Genussreife."
  • Der Reifegrad lässt sich auch am Stielende erkennen: Wird die Birne dort weicher und duftet sie aromatisch, ist sie genussreif. Deutlich gelbe Schale und braune Flecken können laut dem Bundeszentrum für Ernährung auf eine überreife, mehlig-teigige Frucht hindeuten.
  • Äpfel und Birnen mögen es kühl und feucht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ein Umweltverband, nennt als Lagerbedingung "niedrige Temperaturen – optimal sind vier Grad Celsius – und hohe Luftfeuchtigkeit". Unter passenden Bedingungen lassen sich die Früchte je nach Sorte zwei bis fünf Monate aufbewahren.
  • Im Lager sollten die Früchte möglichst dunkel und gut belüftet liegen und sich nicht berühren. Der BUND empfiehlt, Kernobst mit Abstand aufzubewahren.
  • Beschädigte Früchte sollten zeitnah gegessen, faule dagegen aussortiert werden, rät der BUND.
  • Äpfel verströmen Ethylen, ein natürliches Reifegas, das andere Lebensmittel schneller reifen lassen kann. Deshalb rät das Garten- und Heimwerkerportal DIY Academy, Äpfel getrennt von anderem Obst und Kartoffeln aufzubewahren.
  • Wer Birnen länger aufbewahren möchte, kann auf lagerfähige Winterbirnen achten. Diese sind bei der Ernte oft noch fest und dadurch weniger empfindlich, wie das Gartenmagazin Mein schöner Garten erklärt.
  • Sind Birnen reif, hilft ein kühler Platz dabei, sie noch einige Tage aufzubewahren. Wer sie nicht bald verzehren möchte, kann sie laut Mein schöner Garten im Kühlschrank lagern.

Tipps für die eigene Ernte

  • Selbst geerntete Früchte sollten vorsichtig in den Korb gelegt werden, damit sie keine Druckstellen bekommen. Das empfiehlt auch der Gartengerätehersteller Gardena.
  • Für eine längere Lagerung eignen sich vor allem unbeschädigte Früchte lagerfähiger Sorten. Laut Gardena halten sich solche Früchte besonders lange.
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