Deutschland/Knoxville
Hygienevorwürfe

"Esst diesen Sch**ß nicht": Frühere Hotel-Mitarbeiterin warnt vor Ekel-Alarm am Frühstücksbuffet

Eine Tik-Tokerin, die nach eigenen Angaben 15 Jahre Gastro-Erfahrung hat, hat mit einem Video über angebliche Ekel-Zustände bei Frühstücksbuffets in Hotels einen viralen Hit gelandet. Doch was ist dran an den Vorwürfen?
Ehemalige Hotel-Angestellte warnt vor Frühstücksbuffets - "esst diesen Sch**ß nicht"
Das Frühstück im Urlaub ist für viele Reisende ein Highlight. Doch jetzt hat eine Ex-Hotelangestellte vielen mit Details den Appetit gehörig verdorben. Foto: Yukiko Kanada/Unsplash (Symbol)
  • TikTokerin warnt vor Frühstücksbuffets in Hotels
  • Sie selbst hat nach eigenen Angaben langjährige Mitarbeiter-Erfahrung
  • "Ist ihnen völlig egal": Schwere Vorwürfe gegen Manager von Hotelketten 
  • Hygiene bei Buffet-Essen sei äußerst bedenklich 

Auf TikTok hat die US-amerikanische Video-Influencerin Brandi Augustus eindringlich vor den Frühstücksbuffets in Hotelketten gewarnt - und damit einen riesigen viralen Hit gelandet. Sie habe bereits rund 15 Jahre Hotel-Erfahrung hinter sich, erzählt sie in dem Clip - und erhebt schwere Vorwürfe gegen das Management in den Häusern großer Hotelketten. Doch müssen Reisende sich auch hier in Deutschland in Acht nehmen?

Ex-Hotelangestellte berichtet von Hygiene-Horror beim Frühstücksbuffet - "hat mir den Magen verdorben"

"Wenn euer Hotel ein warmes kontinentales Frühstück anbietet - Eier, Waffeln oder ähnliches -, solltet ihr das nicht essen", so die Frau aus Knoxville im Bundesstaat Tennessee. Ein Ausbilder habe ihr etwa beigebracht, die gesamte Nacht über "ein Papiertuch" zu benutzen, um alles zu reinigen, von den Tischen bis zu den Spachteln. Seine Begründung: Das sei "umweltfreundlich".

"Esst diesen Sch**ß nicht. Das Frühstück ist dem Management völlig egal", so die eindringliche Empfehlung der TikTokerin. Besorgniserregend sei besonders der Umgang mit Backwaren. "Es wurden keine Handschuhe benutzt und die Hände nicht gewaschen - und das waren Lebensmittel, die am Morgen zuvor vom Buffet genommen wurden, wer weiß also, wie viele Hände das alles angefasst hatten", wird Augustus von der New York Post in einem Interview zitiert. Auch Wurst soll regelmäßig serviert worden sein, obwohl sie bereits grau war.

Ein weiteres "Highlight" der Hotel-Horrorshow: "Als mir gesagt wurde, ich solle am Waffelteig riechen, um zu prüfen, ob er noch gut ist, habe ich einfach alle Hoffnung verloren", wird Augustus in der New York Post zitiert. "Es hat mir den Magen verdorben, denn der Teig roch leicht, aber der Behälter war nur noch etwas mehr als halb voll - und anstatt den alten Teig zu verschwenden, sagte man mir, ich solle einfach neuen Teig hineinmischen, dann würde der Geruch verschwinden." Ihr Rat: Lieber bei abgepackten Waren bleiben. 

"Scharfe Sanktionsmöglichkeiten": Darum können Reisende in der EU ohne große Sorgen im Hotel frühstücken 

Aber müssen sich auch in Deutschland Hotel-Gäste Sorgen um ihr Frühstücksbuffet machen? GegenüberTravelbook erklärt Stefanie Heckel, Pressesprecherin des DEHOGA-Bundesverbands, dass hierzulande und EU-weit sehr strenge Hygienevorschriften gälten, die auch in entsprechenden Gesetzen und Verordnungen festgeschrieben seien. So dürfe etwa bei Lebensmitteln, die nicht ohne Bedenken bei Raumtemperatur gelagert werden können, insbesondere bei gefrorenen Lebensmitteln, die Kühlkette nicht unterbrochen werden.

Laut Heckel kontrollierten die zuständigen Behörden die Hygiene am Frühstücksbuffet von Hotels regelmäßig. "Bei gravierenden Verstößen gibt es in Deutschland ausreichende und auch scharfe Sanktionsmöglichkeiten", erklärt sie Travelbook. Wer in europäischen Hotels das Frühstück genießen möchte, muss sich grundsätzlich also keine allzu großen Sorgen machen. Wenn Speisen ganz offensichtlich nicht mehr gut zu sein scheinen, sollte man natürlich trotzdem die Finger davon lassen. Wenn gegen Hygienevorschriften verstoßen wird, kann dies auch dem jeweiligen Management oder dem örtlichen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen sollten sich allerdings Schwangere in Restaurants und Kantinen nur für Gerichte entscheiden, die direkt vor dem Verzehr durcherhitzt werden. Salate und Antipasti vom Buffet meiden sie besser, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Auch tierische Lebensmittel, die wie Hackfleisch oder Rohmilchkäse roh verzehrt werden oder geräucherte Fische sollten grundsätzlich nicht auf ihrem Teller landen. Denn solche Speisen können mit Keimen wie Toxoplasmen oder Listerien verunreinigt sein, die bei einer Infektion schlimmstenfalls zum Tod des ungeborenen Kindes führen können.