Kneipen und Online-Shop dicht: Kult-Brauerei verabschiedet sich aus Deutschland

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Kneipen und Online-Shop dicht: Brewdog verabschiedet sich aus Deutschland
Kneipen und Online-Shop dicht: Brewdog verabschiedet sich aus Deutschland. (Symbolbild)
Kneipen und Online-Shop dicht: Brewdog verabschiedet sich aus Deutschland
Matthias Balk/dpa

Brewdog kennen Bier-Fans vor allem durch seine Craft-Biere. Nun ist das Unternehmen massiv in Schieflage geraten - die Deutschland-Tochter muss deshalb Insolvenz anmelden.

Schlechte Nachrichten für Craft-Beer-Fans: Die schottische Kult-Brauerei Brewdog verabschiedet sich aus Deutschland. Wie zunächst die Berliner Morgenpost (MoPo) berichtete, will die Deutschland-Tochter des Unternehmens beim Amtsgericht Berlin Anfang dieser Woche einen Insolvenzantrag stellen.

Laut der Zeitung sind sowohl die Berliner Brauerei als auch die Gastronomie von der Insolvenz betroffen. Brewdog betreibt mehrere Objekte in Wiesbaden, Berlin und Hamburg. Der Standort in Wiesbaden war bereits Anfang des Jahres geschlossen worden, kürzlich gingen die Lichter im Lokal in Berlin-Friedrichshain aus. Zwei weitere Filialen in Berlin sowie in Hamburg sollen sofort schließen.  Die Mitarbeiter sollen laut der MoPo per E-Mail von Brewdog-CEO James Watt über die weiteren Schritte informiert worden sein.

Craft-Beer-Riese Brewdog in Schieflage - Mitarbeiter bangen um Jobs

Die britische Zeitung Guardian berichtete Mitte Februar über Turbulenzen rund um Brewdog. Demnach ist das Unetrnehmen tief in den Miesen und hatte das Consulting-Unternehmen AlixPartners beauftragt, Wege aus der Krise zu finden- Laut Guardian stehen ein kompletter Verkauf oder eine Zerschlagung des Unternehmens im Raum, wobei beispielsweise Bars und Braureien an kleine Interessenten gehen könnten. Insgesamt stehen weltweit vier Brauereien und 72 Gastronomiebetriebe zur Disposition, ebenfalls aber auch starke Marken wie das "Punk IPA" oder der "Elvis Juice".

Die deutschen Mitarbeiter der Krisen-Brauerei dürften für Februar schon kein reguläres Gehalt mehr bekommen, vielmehr soll es für sie bereits Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit geben. Laut der MoPo will das Unternehmen fortlaufend über den Stand der Verhandlungen mit möglichen Investoren informieren.  Die Bierbranche in Deutschland steckt durch zunehmend schwache Absätze in einer tiefen Krise, zahlreiche Brauereien haben in den vergangenen Monaten Insolvenz angemeldet. In Franken verkündete unter anderem die Traditionsbrauerei Leikeim ihre Zahlungsunfähigkeit.

Brewdog profilierte sich als großer Player der Craft-Beer-Szene und erreichte zuletzt einen Ausstoß von 800.000 Hektolitern. Aus dem schottischen Ellon heraus expandierte das Unternehmen in die ganze Welt und war unter anderem in den USA, Brasilien oder Australien stark präsent. Ihr Wachstum finanziert die Brauerei unter anderem mit einer Art Crowdfunding-Modell, bei dem in den ersten Runden rund 67 Millionen Pfund von rund 95.000 Kleininvestoren eingesammelt wurden. Gerade diese "Equity Punks" befürchten laut dem Guardian-Bericht nun vollkommen leer auszugehen und im Regen stehen gelassen zu werden.