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WhatsApp-Kettenbrief warnt vor gefährlicher Datenschutzlücke: Was ist dran?

Seit kurzem kursiert ein Kettenbrief auf WhatsApp, der vor einer Sicherheitslücke des Messengers warnt. Wie viel Wahrheit steckt hinter der Behauptung?
 
WhatsApp-Kettenbrief warnt vor Sicherheitslücke
Ein Kettenbrief auf WhatsApp warnt Sie vor einer gefährlichen Einstellung. Symbolfoto: Aleksei/Adobe Stock
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  • Auf WhatsApp ist ein Kettenbrief im Umlauf
  • Darin ist die Rede von einer Sicherheitslücke, die es dem Messengerdienst erlauben soll, auf Ihre Daten zuzugreifen
  • Was verbirgt sich hinter der vermeintlichen Warnung?

Lästige Kettenbriefe sind auf WhatsApp keine Seltenheit. Es kursierten schon Gerüchte über den dubiosen User "Tobias Mathis", der angeblich versuchte die Festplatten sämtlicher Smartphones zu zerstören. Auch die Warnung vor Beamten, die  mit Gift versetzte Corona-Schutzmasken verteilen würden, verbreitete sich schnell per WhatsApp-Kettenbrief. Jetzt ist die Rede von einem heimlichen "Update", welches Ihre persönlichen Daten in Gefahr bringen soll. Wir sagen Ihnen, was dran ist.

WhatsApp-Update: Falsche Einstellung soll Ihre Daten unsicher machen

Schon vor Kurzem waren viele User des WhatsApp-Messengers verunsichert, denn für den 15. Mai 2021 kündige das Unternehmen ein umfangreiches Update seiner AGBs an. Die neuen Geschäftsbedingungen schienen auf den ersten Blick undurchsichtig, das Facebook-Unternehmen versprach allerdings, dass in Sachen Datenschutz keine großen Änderungen vorgenommen würden. Im Mittelpunkt des Updates standen der Kundenservice, Werbeanzeigen und Online-Shopping.

Der neue Kettenbrief behauptet jedoch etwas ganz anderes. Dort heißt es WhatsApp habe in der "letzten Nacht" heimlich ein Update, durchgeführt, ohne seine Nutzer zu informieren. Dabei sei eine Einstellung vorgenommen worden, die es ermöglichen würde, dass Ihre "Inhalte angegriffen und zugespamt" werden können.

Im Anschluss wird erklärt, wie man dagegen vorgehen könne. Es würde bereits reichen, über Einstellungen/Account/Datenschutz/Gruppen eine kleine Änderung vorzunehmen. Angeblich solle man die Gruppen-Einstellungen von "jeder" auf "meine Kontakte" ändern und das Problem sei gelöst.

Kettenbrief: Wie angreifbar sind Ihre Inhalte wirklich?

Doch schon der Einstieg des Briefes macht stutzig: Ein heimliches Update der "letzten Nacht" ist eine sehr vage und unglaubwürdige Bezeichnung. Der Spiegel hat überprüft, ob mit dem "Update von letzter Nacht", die Änderungen zur neusten WhatsApp-Version gemeint sind. Dabei zeigte sich, dass auch beim letzten WhatsApp-Update alle persönlichen Einstellungen beibehalten wurden - auch die Gruppen-Einstellungen.

Wer die im Kettenbrief beschriebene Konfiguration also selbst nie umgestellt hat, der kann davon ausgehen, dass seine Gruppen-Einstellung noch auf "jeder" eingestellt ist. Bereits seit 2019 stünde es jedem Nutzer frei die Option anzupassen: "WhatsApp hat schon immer allen erlaubt, Ihnen eine Nachricht zu senden oder Sie zu einer Gruppe hinzuzufügen, die Ihre Telefonnummer kennen – genauso wie alle Ihnen eine SMS oder eine E-Mail senden können, die Ihre Kontaktdaten haben. Im Jahr 2019 haben wir neue Möglichkeiten für diejenigen hinzugefügt, die einschränken möchten, wer sie zu Gruppen hinzufügen kann", so ein Pressesprecher von WhatsApp gegenüber Spiegel.

Angreifbar sind Ihre Daten durch die Einstellung noch lange nicht. Der Fakt, dass sie von jeder Person angeschrieben oder in eine Gruppe eingeladen werden können, stimmt allerdings. 

Fazit: Kettenbrief ist völlig harmlos

Auch dieser Kettenbrief gesellt sich zu seinen zahlreichen Kollegen und entpuppt sich als Versuch, die Unsicherheit einiger User auszunutzen, um für Panik zu sorgen. Am Ende werden Kettenbriefe immer ernster genommen, als sie sollten, da sie meistens von Freunden und Verwandten zugeschickt werden.

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Der Brief ist harmlos und weist lediglich auf eine einfache Einstellung hin, die Sie gerne ändern können - oder Sie belassen alles dabei, wie es schon immer war.

aa

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