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WhatsApp-Betrug

Abzocke bei WhatsApp: Wie Betrüger mit großen Markennamen locken

WhatsApp wird von etwa 83, 6 Prozent der Internetnutzer*innen verwendet. Doch es ist Vorsicht geboten: Es gibt Betrüger*innen auf der Plattform, die dich abzocken wollen.
Für Betrüger*innen ist WhatsApp eine Möglichkeit, ihre hinterlistigen Methoden einzusetzen.
Für Betrüger*innen ist WhatsApp eine Möglichkeit, ihre hinterlistigen Methoden einzusetzen. Foto: CC0 / Pixabay / Webster2703
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  • Die Maschen der WhatsApp-Betrüger*innen
  • Bekannte Kettenbriefe
  • Die "Code-Masche"
  • Die Sicherheit deines Handys erhöhen
  • Fazit

Sicherlich hast auch du schon einmal einen Kettenbrief von einer fremden Nummer auf WhatsApp zugeschickt bekommen. Betrüger*innen kennen viele Tricks, um ihre Ziele, wie beispielsweise dich zu verängstigen, abzuzocken oder dich auszuspionieren, umzusetzen.

So gehen WhatsApp-Betrüger*innen vor

Insgesamt nutzen laut dem jährlichen Digital Report 86,5 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland soziale Netzwerke. Unter den Social-Media-Plattformen steht WhatsApp ganz oben: Ganze 83, 6 Prozent der zwischen 16- und 62-Jährigen, die das Internet nutzen, verwenden auch den Messenger. Doch wie bei fast allen Nachrichtendiensten hat auch WhatsApp seine Schattenseite: Es gibt Betrüger*innen, die ein eigennütziges Ziel verfolgen.

Damit du den Betrug nicht sofort erkennst, machen sich die Betrüger*innen häufig bekannte Marken, Unternehmen oder Kaufhäuser sowie diverse Anlässe, wie Verlosungen oder Jahrestage, zunutze. Über WhatsApp fällt es leicht, zahlreiche Nachrichten mit Malware oder Links, auf die der*die Nutzer*in klicken soll, zu verbreiten. Jeder*m von uns kann es passieren, einmal auch nur versehentlich auf einen solchen Link zu klicken. Welches Ziel die Betrüger*innen antreibt, kann nicht pauschalisiert werden; häufig sind es jedoch unsere sensiblen Daten wie Kontozugänge oder Passwörter, auf die sie abzielen. So könnte unter anderem dein Name, deine Adresse oder deine Telefonnummer abgefragt werden. Infolgedessen kann es passieren, dass der*die Betrüger*in dein WhatsApp-Konto und damit deine Identität stiehlt. Handelt es sich um Malware, kann durch einen Klick auf den Link in der Nachricht ein Virus auf dein Smartphone gespielt oder der Zugriff auf dein Gerät ermöglicht werden.

Wie bereits erwähnt, kommen häufig Namen großer Unternehmen oder Marken zum Einsatz, mit dem Ziel, dass du den Betrug nicht sofort erkennen kannst. Geworben wird beispielsweise mit einer zeitlich begrenzten Aktion einer bekannten Marke wie IKEA, Lindt oder DM. Klickst du auf den Link in der Nachricht, wird dir ein Gutschein, ein Geschenk oder ein ähnlicher Preis versprochen. Meist führt dich der Link im Anschluss auf eine Website, die deine sensiblen Daten aufgreift und dich auffordert, diese abzusenden, damit du den versprochenen Preis erhältst. Stecken Drittanbieter hinter einem Link oder einem Kettenbrief, kann dies im Ernstfall Datenklau und hohe Kosten für dich bedeuten. Es ist also wichtig, dass du nie auf nicht vertrauenswürdige Links klickst und Kettenbriefe nicht weiterleitest. So kannst du Freund*innen und Familie schützen und unterstützt die Betrüger*innen nicht.

Kettenbriefe: Bekannte Beispiele

Insbesondere zu Beginn der Pandemie gab es eine WhatsApp Nachricht, die große Aufmerksamkeit erregt hat. Vorwiegend in Norddeutschland war eine Nachricht im Umlauf, die davor warnte, dass angeblich Menschen mit Masken von Tür zu Tür gingen, die mit Betäubungsmittel getränkt seien. Sie würden sich als Vertreter*innen der Behörde ausgeben und dir die Maske aufsetzen wollen, angeblich um die Passform zu testen, aber mit dem eigentlichen Ziel, dich im Anschluss ausrauben zu können. Dabei handelt es sich um eine typische Kettennachricht, die darauf abzielt, Angst und Unsicherheit zu verbreiten. Ähnliche Fälle gab es im Anschluss rund um das Impfen: Betrüger*innen gaben sich als das Gesundheitsamt aus und boten Menschen, die keinen Impftermin bekommen hatte, eine Impfung zu Hause an, sofern sie vorab einen gewissen Betrag bezahlen würden. Dahinter steckte ebenfalls nicht die Wahrheit, sondern eine Abzocke.

Ähnliche Kettenbriefe, die darauf abzielen, Angst zu machen, sind solche wie: "DRINGEND!!!! Sag bitte allen Leuten in deiner WhatsUp-Liste, dass sie den Kontakt "Tobias Mathis" nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über WhatsUp) der die ganze Festplatte zerstört und sich die Daten runter zieht. Wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!" Der Name lautete im Jahr 2019 noch Ute Lehr, 2020 war es Tobias Mathis. Offensichtlich wird, dass die Nachricht in keinem Fall stimmt: Es handelt sich lediglich um einen Kettenbrief, der Angst verbreiten soll.

Es gibt viele typische Kettenbriefe, die in Umlauf geraten und die fast jeder*m schon einmal begegnet sind. So auch jene, die mit neuen Emojis oder einer andersfarbigen WhatsApp Version werben. Häufig wird in den Briefen gefordert, dass du zunächst über einen Link bestätigst, dass du ein*e aktive*r WhatsApp-Nutzer*in bist, und anschließend die Nachricht an 20 oder mehr deiner Freund*innen, Gruppen oder Familienmitglieder weiterleitest. Im schlimmsten Fall wirst du zuletzt aufgefordert, eine App zu installieren, die dir das versprochene Update liefern soll; stattdessen erhältst du massenweise Werbung. Das, was dir am Anfang zugesichert wurde, bleibt ein leeres Versprechen und endet in einem Betrug.

Neuere Methoden und Tipps, um dein Handy sicherer zu machen

Nicht immer kommen die Nachrichten von einer unbekannten Nummer. Bei einer Methode, die in mehreren Fällen Anfang 2020 Aufmerksamkeit erregt hat, bekommst du zunächst eine Nachricht von einem Kontakt aus deiner eigenen Freundesliste; zumindest angeblich. Entweder wurde der Account deines Kontaktes gehackt oder der*die Betrüger*in gibt vor, dass deinem Kontakt das Handy kaputt gegangen sei und dies nun die neue Nummer sei. In der Regel handelte sich um eine schlichte Nachricht wie "Hey! Ich brauche kurz deine Hilfe. Es wird dir gleich eine SMS mit einem Code zugesendet, kannst du diesen an mich weiterschicken?" Fragst du, wofür er diesen braucht, kommt häufig die Antwort "Für ein Gewinnspiel". Leitest du den Code weiter, kann der*die Betrüger*in Zugang zu deinem Account erhalten: Die SMS hat den eigenen Sicherheitscode, und nicht den "des*r Freund*in" enthalten. In anderen Fällen fordert die "neue Nummer deines Kontaktes" Geldzahlungen von dir. Der*Die Betrüger*in gibt sich dann beispielsweise als deine Tochter aus, deren Handy in die Waschmaschine gefallen ist; nun braucht sie dringend Geld, um das neue Handy abzubezahlen oder aus einem diversen anderen Grund. Geldsendungen oder Überweisungen solltest du nie aufgrund einer WhatsApp-Nachricht tätigen; Betrüger*innen könnten sich als Familienmitglied ausgeben und um Hilfe bitten. Du solltest deine Verwandten oder Freund*innen immer telefonisch oder persönlich kontaktieren und abklären, ob es sich um eine Betrugsmasche handelt oder ob hinter der unbekannten Nummer tatsächlich die neue Nummer deines Kontaktes steckt.

Wurdest du einmal ein Opfer eines Betruges, ist es wichtig, dass du zuerst deine Kontakte darüber informierst. Wissen diese, dass beispielsweise dein Account gestohlen wurde, ist es für die Betrüger*innen schwieriger, deinen gehackten Account als Sicherheitslücke vollständig auszunutzen. Schreibt dich eine unbekannte Nummer an, hinter der du ein*e Betrüger*in vermutest, solltest du diese sofort blockieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du dein Handy sicherer machen kannst. Beispielsweise ist es sinnvoll, wenn du eine Virenschutz-Software installierst. Bei der Software solltest du unbedingt darauf achten, dass sie auch seriös ist. Surfst du in öffentlichen Netzwerken, kann es schnell passieren, dass Cyberkriminelle deinen Datenverkehr ausspionieren. Um dich hiervor zu schützen und dich grundsätzlich abzusichern, lohnt sich ein Virtual Private Network (VPN). Zudem ist es wichtig, dass du die Sicherheitsupdates deines Gerätes regelmäßig durchführst. Die Updates verfolgen das Ziel, mögliche Sicherheitslücken zu schließen und den Virenschutz zu verbessern. Möchtest du eine neue Anwendung installieren, solltest du immer kontrollieren, aus welcher Quelle diese stammt. Ist der Anbieter nicht vertrauenswürdig, solltest du die App nicht installieren. Schnell und einfach kannst du dich auch schützen, indem du die App-Berechtigungen kontrollierst. So kannst du WhatsApp beispielsweise den Zugriff auf die Kamera, das Mikrofon, die Kontakte oder den Standort verweigern beziehungsweise nur während der Nutzung der App gewähren.

Fazit

Betrüger*innen kennen viele Maschen, um dich als Nutzer*in hinters Licht zu führen. Es gibt jedoch viele Anzeichen, die dich stutzig machen sollten. Grundsätzlich solltest du nicht vertrauenswürdige Kettenbriefe nie weiterleiten und auch nicht auf Links klicken, die nicht seriös erscheinen oder deren Absender du nicht kennst. Des Weiteren hast du verschiedene Möglichkeiten, wie die Installation eines Antivirenprogramms, um dein Smartphone besser zu schützen.