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Horror-Film nach vier Jahrzehnten doch veröffentlicht: Wann und warum landen Filme auf dem Index?

Zu viel Brutalität sorgt bei Filmen und Computerspielen dafür, dass man sie unter 18 gar nicht erst in die Hände bekommt. Denn sie erhalten durch FSK und USK eine bestimmte Altersfreigabe – oder landen gleich auf dem Index.
Wann sind Filme und Videospiele erst ab einem gewissen Alter freigegeben?
Wann sind Filme und Videospiele erst ab einem gewissen Alter freigegeben? Foto: Bild: #53503839/Colourbox.de
  • Was sind FSK und USK eigentlich und wieso gibt es sie?
  • Sowohl Filme als auch Computerspiele werden geprüft
  • Es gibt fünf verschiedene Einstufungen für Medien
  • Auf welche Inhalte bei der Einordnung besonders geachtet wird
  • Was ist der Index und wie landen Produktionen auf dieser Liste?

Ein berühmt-berüchtigter Horror-Film wurde nach fast vier Jahrzehnten vom Index genommen und darf nun wieder verkauft werden: "Gesichter des Todes"*. Erst ab 18 Jahren, versteht sich. Aber obwohl wir bei jedem Film- oder Spielkauf mit der Altersfreigabe konfrontiert werden, ist vielen Menschen oft nicht klar, was FSK und USK genau sind oder was es mit dem Index auf sich hat.

Was sind FSK und USK eigentlich?

Die "Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK) und die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK) prüfen die Altersfreigabe von audiovisuellen Medien und Medienträgern bzw. Videospielen und deren Trailern. Im öffentlichen Raum in Deutschland ist diese Angabe bindend. Das heißt, dass sich Kinos, Filmverleihe und Verkäufer von Filmen und Computerspielen daran halten müssen. Grundsätzlich regelt der Staat allerdings nicht, wie Eltern ihren Kindern Medieninhalte zu Hause zugänglich machen.

Es gibt durch FSK fünf verschiedene Einstufungen: Medien können also ab 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren freigegeben sein. Zu viele dunkle schnelle Szenen beispielsweise verhindern bereits eine Freigabe ab 0 Jahren, da sie die Entwicklung der Kinder durch Ängste negativ beeinflussen können. Filme, die sich mit gesellschaftskritischen Themen auseinandersetzen, sind jedoch für Kinder ab 12 freigegeben. Laut FSK sind diese der Altersgruppe zumutbar. Von den Einschränkungen ausgeschlossen sind jedoch Spiele zu Informations-, Illustrations- und Lehrzwecken, die als solche gekennzeichnet sind. Im Gegensatz zu Filmen müssen Spiele jedoch nicht grundsätzlich kontrolliert werden, da Produktionsfirmen für die Einschätzung der USK bezahlen müssen. Spiele ohne Kennzeichnung werden deshalb grundsätzlich wie Spiele ohne Jugendfreigabe behandelt. 

Sonderfälle sind die Schweiz und Österreich. Auch dort gibt es Einstufungen durch FSK und USK – daran muss sich jedoch nicht gehalten werden. Hier sind die Einstufungen lediglich Empfehlungen.

Sind Index-Filme verboten?

Wenn ein Film oder Spiel indiziert wird, landet das Medium auf der Liste jugendgefährdender Medien der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ). Die Indizierung sorgt für Beschränkungen bei Präsentation, Bewerbung, Abgabe, Verbreitung und Vertrieb. Das bedeutet auch, dass das Medium Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren weder angeboten noch gezeigt, überlassen oder auf andere Art zugänglich gemacht werden darf.

Der Verkauf an Erwachsene ist jedoch erlaubt. Die Medien dürfen zum Beispiel unter dem Ladentisch verkauft, aber eben nicht öffentlich beworben werden. Das heißt, dass man explizit nach diesem Film oder Spiel fragen muss. Bei Nichtbeachtung der Vorschriften für indizierte Medien drohen Geld- und sogar Freiheitsstrafen.

Die Indizierung eines Mediums ist übrigens nicht gleichbedeutend mit einer Beschlagnahmung. Denn dann dürfen diese nicht einmal mehr verkauft werden. Grund für eine Beschlagnahmung ist ein Verstoß gegen mindestens einen Paragrafen des deutschen Strafgesetzbuches. Der Besitz eines beschlagnahmten Mediums ist jedoch nicht verboten, wenn es sich nicht um ein aufgrund von Kinder- oder Jugendpornografie beschlagnahmten Film oder Spiel handelt.

Fazit

Landet der Film auf dem berüchtigten Index, hat das gute Gründe: Diese können Aufrufe zu Gewalttätigkeit, Rassenhass und Verbrechen sein. Ebenso sind detaillierte Gewaltdarstellungen, das Nahelegen von selbstschädigendem Verhalten oder Selbstjustiz, Kriegsverherrlichung und Verletzung der Menschenwürde verboten. Auch Diskriminierung von Menschengruppen, Verherrlichung von Drogen- und exzessivem Alkoholkonsum sowie die Verherrlichung von Nationalsozialismus sind Gründe für den Index.

Dennoch ist es für Filme und Spiele oftmals eine schmale Gratwanderung zwischen Indizierung und offenem Verkauf. Denn immer öfter setzen Filme und Spiele auf brutale Schockeffekte, die früher undenkbar waren, heute aber als durchaus normal angesehen werden – wie die Veröffentlichung des oben erwähnten Horrorfilms zeigt. Weitere Beispiele hierfür sind "Scream", "Terminator" und "Kinder des Zorns".

Die Einstufung von Filmen und Computerspielen hat sich im Laufe der Zeit geändert. Viele davon waren noch vor einigen Jahren indiziert, sind aber inzwischen ohne Probleme frei verkäuflich. Ob diese Wandlung ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, ist aber wohl Ansichtssache.