Washington

Asteroid "163373" kommt Erde bedrohlich nahe: Droht Kollision?

Eine Reihe von Asteroiden ziehen ihre Bahnen durchs Unviersum - einige davon in der Nähe der Erde. Wissenschaftler der NASA haben die erdnahen Objekte im Blick.
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Einige erdnahe Objekte durchqueren das Universum und passieren die Erde. Einige davon kommen uns recht nahe. Foto: NASA/JPL-Caltech
Einige erdnahe Objekte durchqueren das Universum und passieren die Erde. Einige davon kommen uns recht nahe. Foto: NASA/JPL-Caltech

Auf der NASA-Liste der erdnahen Objekte (NEOs) tauchen einige Asteroiden auf, die in diesem Jahr die Erde passieren. Sie ziehen ihre Bahnen durchs Universum und sind vielleicht keine direkte Gefahr, in astronomischen Einheiten gerechnet passieren die Asteroiden auf ihrem Kurs aber quasi den Hinterhof der Erde.

Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde? Er ist rund 900 Meter groß und war bereits am 6. August 2002 gefährlich nah an der Erde. Die Rede ist von dem Asteroiden "163373 (2002 PZ39)". Er wird in der sogenannten "Small-Body Database" von der National Aeronautics and Space Administration (NASA) als Apollo-Asteroid geführt.

Unter einem Apollo-Asteroid versteht man Himmelskörper, welche die Erdumlaufbahn kreuzen. Von diesen Himmelskörpern geht also, je nach Umlaufbahn, ein gewisses Einschlag-Risiko aus.

 

NASA: Asteroiden auf Kollisionskurs

Prinzipiell sind die Asteroiden auch kein Problem. Tagtäglich fliegen etliche Gesteinsbrocken an unserer Erde vorbei. Doch in absoluten Ausnahmefällen kommen uns die Himmelskörper dabei so nahe wie der Asteroid "163373". Der Asteroid wird am 15. Februar 2020 in einer Entfernung von nur 5,78 Millionen Kilometern an der Erde vorbeirauschen. Zum Vergleich: Im Jahr 2002, als 163373 das letzte Mal an der Erde vorbeizog, waren es noch 8,65 Millionen Kilometer.

Erstmal keine Gefahr?

Einen Einschlag werden wir nicht befürchten müssen. Jedoch hätte eine Kollision mit dem Asteroiden gewaltige Auswirkungen auf unsere Erde. Außerdem würde er ganze Landstriche zerstören.

Asteroid passiert Erde in 70.000 km Entfernung

Das erdnahe Objekt, das der Erde in diesem Jahr am nächsten kommt, fliegt in nur 16.000 Kilometern Entfernung an unserem Planeten vorbei. Das Gute hierbei: Der Kleinplanet, oder besser Kleinstplanet misst gerade mal wenige Meter im Durchmesser und dürfte bei einer Kollision mit der Erde größtenteils verglühen oder nur geringen Schaden anrichten. Dieser Asteroid heißt 2018 VP1 und fliegt am 2. 11. 2020 an der Erde vorbei.

Der nächste Asteroid der Liste zieht seine Bahnen ebenfalls sehr nahe zu unserem Heimatplaneten: Er wird am 1. 9.2020 in nur 70.000 Kilometern Entfernung vorbeirasen. Der Zwergplanet 2011 ES4 misst immerhin schon bis zu 43 Meter im Durchmesser und rast mit etwa 8 km/s an uns vorbei.

Das größte Objekt, das das Sonnensystem in Erdnähe durchquert, ist 1998 QR2. Der Asteroid ist zwischen 1,8 und 4,1 Kilometern groß und fliegt mit 8,7 km/s durchs Universum. Das Objekt ist aber zum Glück etwa 6,3 Millionen Kilometer entfernt, wenn es am 29.4.2020 die Erde passiert. Würde dieser Asteroid einschlagen, wären die Auswirkungen global und verheerend.

 

Zum Vergleich: Der Asteroid, der zum Aussterben der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren geführt hat, maß rund 10 Kilometer im Durchmesser. Damals starben rund 75 Prozent der Arten auf der Erde aus, nicht nur Dinosaurier.

Ein Asteroid, der uns relativ nahe kommen wird und eine große Größe aufweist, ist 2014QJ33: Er misst zwischen 48 und 110 Metern und passiert die Erde in rund einer Million Kilometern. Das wirkt riesig, ist jedoch nur etwa drei mal so weit entfernt wie der Mond.

NASA führt Liste über der Erde nahen Objekte: Über 900 große Asteroiden unter Beobachtung

Erst am 26. Juli 2019 raste "2010 PK9" mit einem Durchmesser von 120 bis 260 Metern und einer Geschwindigkeit von 16,49 Kilometern pro Sekunde an uns vorbei. Die Experten der NASA verfolgen darüber hinaus alle Objekte, die der Erde so nahe kommen. Jedoch stehen auf der Liste der NASA über 900 andere Asteroiden, die größer sind als 2006 QQ23. Kollisionen mit der Erde kommen etwa alle zwei- oder dreihundert Jahre vor.

Gesteinsbrocken aus dem All in dieser Größenordnung können immense Schäden anrichten. "Die Druckwellen werden mit den gleichen Sensoren ermittelt wie bei Atomwaffentests", sagte der ESA-Experte für Weltraumschrott, Holger Krag.

Kollisionen etwa alle 200 bis 300 Jahre: Immense Verwüstungen auf der Erde möglich

Vor sechs Jahren richtete die Explosion eines 20-Meter-Asteroiden in der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk Verwüstungen an. Mit einem ohrenbetäubendem Knall raste eine Druckwelle über das Land. Die Explosion des 16 000-Tonnen-Brockens verletzte am 15. Februar 2013 etwa 1500 Menschen - meist durch geborstene Scheiben. An Tausenden Gebäuden entstanden Schäden.

Gut 100 Jahre zuvor hatte es in der einsamen Tunguska-Region in Sibirien einen Feuerball und dann die Explosion eines 40-Meter-Asteroiden gegeben. Die Naturkatastrophe am 30. Juni 1908 fegte Millionen Bäume auf einer Fläche fast so groß wie das Saarland weg. Aufgrund dieses Ereignisses riefen die Vereinten Nationen 2016 den 30. Juni zum Internationalen Asteroidentag aus.

Mysteriöser Himmelskörper: Was ist ein Asteroid überhaupt?

Als Asteroiden bezeichnen Weltraumexperten astronomische Kleinkörper mit einem Durchmesser ab einem Meter, die die Sonne umrunden. Diese Ein-Meter-Objekte treffen fast regelmäßig die Erde. Bei den Objekten bis 100 Meter Durchmesser gehen Schätzungen von rund 40.000 Brocken aus, von denen nach ESA-Angaben erst rund 20 Prozent entdeckt wurden.

Die geschätzten rund 1000 Asteroiden ab einer Größe von einem Kilometer sind von Weltraumforschern wesentlich einfacher aufzuspüren.

Sollten gefährliche Brocken aus dem All tatsächlich auf Kollisionskurs mit der Erde sein, sehen Wissenschaftler auch die Abwehr mit Raketen als Option. Kinetischen Impakt nennen sie das: Objekte mit großer Masse und höchstmöglicher Geschwindigkeit sollen die Asteroiden rammen und sie so von ihrer Bahn ablenken.

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