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Berufsbild Chirurg: Studium und Karrieremöglichkeiten

Nach der Schulzeit stellt sich die Frage, in welches Berufsfeld man gerne einsteigen würde. Wir verraten dir, was dich erwartet, wenn du Chirurg*in werden möchtest.
Der Ausbildungsweg in die Chirurgie dauert lange.
Der Ausbildungsweg in die Chirurgie dauert lange. Foto: CC0 / Pixabay / deborabalves
  • Aufgaben in der Chirurgie
  • Diese Voraussetzungen solltest du mitbringen
  • Die Ausbildung
  • Gehaltsaussichten
  • Ein Beruf in der Chirurgie: Das Für und Wider

Um Chirurg*in werden zu können, solltest du einige Fähigkeiten mitbringen. Welche dies sind, wie genau du Chirurg*in werden kannst, welches Gehalt dich erwarten könnte und welche möglichen Nachteile die Ausbildung mit sich bringt, haben wir für dich zusammengestellt.

Voraussetzungen für den Beruf in der Chirurgie

2019 gab es in Deutschland etwa 38.766 Chirurg*innen. Die Arbeit in der Chirurgie ist für die gesamte Gesellschaft wichtig. Auch innerhalb der ärztlichen Berufsfelder ist die Chirurgie besonders: Sie gilt als handwerkliches Gebiet. Aufgabe von Chirurg*innen ist es, Befunde und Diagnosen zu erstellen und sich im Anschluss mit der operativen Behandlung diverser Krankheiten und Verletzungen zu befassen. Vor der Operation ist es Aufgabe des chirurgischen Fachpersonals, die zu behandelnden Personen über den Ablauf und mögliche Risiken aufzuklären.

Überlegst du, Chirurg*in zu werden, solltest du einige Basisfähigkeiten mitbringen. Dazu gehört, dass du engagiert bist und organisiert arbeitest. Zudem solltest du handwerkliches Geschick mitbringen, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und eine starke Persönlichkeit. Damit dir eine erfolgreiche Laufbahn gelingen kann, benötigst du des Weiteren das entsprechende medizinische Fachwissen.

Viele operative Eingriffe werden heutzutage mit hoch spezialisierten Geräten durchgeführt, damit nur möglichst kleine Schnitte gemacht werden müssen; dafür brauchst du eine hohe Konzentrationsfähigkeit sowie eine ruhige Hand.

Die Ausbildung als Chirurg*in

Damit du Chirurg*in werden kannst, benötigst du ein Studium der Humanmedizin. Den Studiengang bieten derzeit 36 staatliche Universitäten sowie vier privaten Hochschulen in Deutschland an. Die Regelstudienzeit beträgt 12 Semester, was einer Zeit von 6 Jahren entspricht. Im Anschluss an das absolvierte Studium folgt ein Praxisjahr, ein zweites Staatsexamen sowie die sogenannte Approbation. Die Approbation umschreibt die staatliche Zulassung, die du beispielsweise als Arzt oder Ärztin benötigst, um eigenverantwortlich handeln zu dürfen. Da diese nicht automatisch erstellt wird, musst du sie selbst beantragen. Sind alle Schritte abgeschlossen, bist du Assistenzärzt*in und kannst dich in der Chirurgie weiterbilden lassen und auf ein Fachgebiet spezialisieren. Die Weiterbildung dauert normalerweise ebenfalls 6 Jahre, wovon 2 Jahre die Basisausbildung darstellen und die weiteren 4 Jahre die Spezialisierung. Am Ende deiner Ausbildung steht eine fachärztliche Prüfung.

Nicht jede*r Chirurg*in bewegt sich in demselben Fachgebiet. Insgesamt gibt es acht verschiedene Fachgebiete, in denen du dich spezialisieren kannst. Dir stehen die Allgemeinchirurgie, die Gefäßchirurgie, die Orthopädie & Unfallchirurgie, die Plastische und Ästhetische Chirurgie, die Herzchirurgie, die Kinderchirurgie, die Thoraxchirurgie oder die Viszeralchirurgie zur Auswahl. Beispielhafte Eingriffe, die du je nach Fachgebiet als Fachkraft in der Chirurgie durchführst, sind die Entfernung von Tumoren, Leistenbruch-Operationen, Blinddarm-Operationen, Hauttransplantationen nach Verbrennungen oder Herzschrittmacher-Implantationen.

Je nachdem, auf welchen Fachbereich du dich als Chirurg*in festlegst, ist es dir möglich, in einer eigenen Praxis oder in einer Klinik zu arbeiten. Chirurgen können also entweder selbstständig oder angestellt sein, was einerseits Einfluss auf die Arbeitszeiten, andererseits auf die Gehaltsaussichten hat.

Gehalt im Berufsfeld Chirurgie und die möglichen Vor- und Nachteile des Berufs

Die Gehaltsaussichten in chirurgischen Berufen sind sehr gut: Schon während der Weiterbildung erhältst du, je nach Fachrichtung, zwischen 4.900 Euro und 6.340 Euro. Dein Anschlussgehalt richtet sich nach deiner Erfahrung, deinen Fähigkeiten und deiner Position. Arbeitest du in einem kommunalen Krankenhaus, kannst du durchschnittlich mit einem Gehalt von zwischen 7.000 bis 9.000 Euro brutto im Monat rechnen. Grundsätzlich wird dein Gehalt durch Tarifverträge geregelt, die sich für Universitätskliniken, kommunale Krankenhäuser und private Klinikkonzerne unterscheiden. Bist du selbstständig tätig oder in einer Leitungsposition in einer Spezialklinik angestellt, kann dein Gehalt sogar bis zu 12.500 Euro brutto monatlich betragen.

Wenn du nicht gerne eng mit anderen Menschen zusammen arbeitest, ist der Job vielleicht nicht das Richtige für dich. In der Chirurgie trägst du eine sehr hohe Verantwortung für die Erkrankten. Der Beruf geht mit einer hohen physischen und psychischen Belastung einher, derer du dir im Voraus bewusst sein solltest. Auch wenn du kein Blut sehen kannst und handwerklich wenig geschickt bist, passt das Berufsbild eher nicht zu dir. Aspekte, die gegen diese Berufswahl sprechen, sind die teils strengen Hierarchien in der chirurgischen Ausbildung, der lange Ausbildungsweg, die große Verantwortung sowie der Bereitschaftsdienst. Du solltest daran denken, dass auch 24-Stunden-Schichten und Nachtdienste zu deinem Beruf gehören.

In Deutschland wird immer wieder von einem Mangel an ärztlichem Fachpersonal gesprochen. Spricht dich eine Karriere in der Chirurgie an und denkst du, dass du die richtigen Voraussetzungen mitbringst, hast du in diesem Bereich zukünftig sehr gute Chancen: Aktuell gibt es viele freie Stellen für Oberärzte und -ärztinnen; zudem kannst du mit guten Aufstiegschancen rechnen. Es gibt verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten und immer wechselnde Herausforderungen. Für den Beruf spricht außerdem das tariflich geregelte Gehalt, wenn du in einem Krankenhaus arbeitest, sowie die Möglichkeit, Menschen zu helfen

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Fazit

Der Weg zur*m Chirurg*in ist sicherlich kein einfacher und bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Hast du jedoch das nötige Durchhaltevermögen und den Wunsch, eine Karriere als Chirurg*in zu machen, wird sich dies lohnen: Deine Gehaltsaussichten sowie deine Aufstiegschancen sind sehr gut. Überlegst du, Chirurg*in zu werden, kannst du weitere Informationen rund um die Chirurgie beispielsweise auf der Internetseite vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. finden. Diese können dir bei einer Entscheidung für oder gegen den Beruf helfen.

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