Früher und heute: Wie sich das Sparen verändert hat
Früher bedeutete Sparen meist, Geld auf dem Sparbuch liegen zu lassen. Heute gibt es Tagesgeldkonten, Festgeld, Banksparpläne, ETFs und Apps, die schon mit kleinen Beträgen automatisch Geld zur Seite legen. Und selbst wer eher exotische Anlageformen wie Kryptowährungen, etwa Bitcoin, bevorzugt, kann diese seit kurzem bei den ersten Sparkassen kaufen. Die Form des Sparens hat sich somit stark gewandelt.
Was gleich geblieben ist: Wer früh lernt, mit Geld umzugehen, hat später einen klaren Vorteil. Der Weltspartag bietet dafür einen festen Anlass, über Geld zu sprechen – auch wenn die Anlageformen andere sind als vor hundert Jahren.
Lohnt sich Sparen auch heute noch?
Ist Sparen noch immer zeitgemäß? In den letzten Jahren waren die Zinsen auf Anlagen wie Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld niedrig – und die Inflation hat einen Teil der Ersparnisse somit real entwertet. Denn: Wer Geld ohne Verzinsung oder mit einer Verzinsung unterhalb der Inflationsrate hält, verliert an Kaufkraft. Wie stark die Inflation 100.000 Euro auf dem Sparbuch "auffrisst", haben wir in diesem Artikel beschrieben.
Das bedeutet aber nicht, dass Sparen sinnlos ist. Es bleibt die Grundlage jeder Vorsorge: für Notfälle, für größere Anschaffungen und als Start in langfristige Geldanlagen. Beispielsweise sollte jeder einen Notgroschen in sicheren, schnell zugänglichen Anlageformen haben. Wie hoch diese eiserne Reserve sein sollte, haben wir in diesem Ratgeber-Artikel beschrieben. Und wie stark sich langfristiges Sparen ab dem Kindesalter lohnen kann, haben wir in diesem Artikel zur Frühstartrente beschrieben.
Wichtig ist, die eigene Sparform bewusst zu wählen und die Zinsen regelmäßig zu vergleichen. Aktuelle Top-Tagesgeldzinsen und die Bedingungen dafür haben wir in diesem Ratgeber-Artikel recherchiert.
Der Weltspartag für Kinder: Wo der eigentliche Wert liegt
Für Kinder ist der Weltspartag – wie es schon einst die Eltern erlebten – oft die erste Begegnung mit einer Bank oder Sparkasse. Das Geschenk ist ein schöner Nebeneffekt, aber der eigentliche Gewinn liegt im Gespräch. Wer mit seinem Kind gemeinsam überlegt, warum und wofür gespart wird, bringt dem Nachwuchs den Zusammenhang zwischen Verzicht, Ziel und Geduld bei.
Einige praktische Ideen für Eltern zum Weltspartag:
- Spar-Ziel gemeinsam festlegen: Ein neues Fahrrad, ein Ausflug in einen Freizeitpark oder eine Spielekonsole machen das Sparen als Ziel greifbar.
- Zinsen erklären: Schon Grundschulkinder verstehen, dass Geld "arbeiten" kann. Wichtig ist, ihnen auch zu zeigen, dass Zinsen sich ändern – etwa durch einen gemeinsamen Vergleich.
- Ein regelmäßiges Sparritual vereinbaren, zum Beispiel jeden Monat einen festen Betrag zur Seite sparen.
Das Taschengeld aufteilen – ein Teil wird gespart, den Rest kann das Kind frei verplanen.
- Fortschritt sichtbar machen: Ein Sparkalender oder der gemeinsame Blick auf die Grafik im Junior-Depot zeigen, wie der Betrag wächst.
Warum gibt es Kritik am Weltspartag?
Der Weltspartag ist nicht unumstritten. Kritiker sehen darin eine Marketingaktion der Banken, die vor allem junge Kunden binden soll. "Viele Angebote rund um den Weltspartag, etwa Bausparverträge, Fondssparpläne oder Kinderpolicen, sind mit hohen Kosten verbunden und bieten wenig Gegenwert", bemängelt etwa die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Besonders kritisch seien den Verbraucherschützern zufolge Kinderpolicen: Sie würden oft schlechten Versicherungsschutz mit einer schwachen Geldanlage kombinieren.
Dieser Einwand einer Marketing-Aktion ist somit nicht ganz von der Hand zu weisen. Gleichzeitig ist die Botschaft, dass Sparen Teil einer verantwortungsvollen Haltung zum Geld ist, nicht falsch und sogar wichtig. Denn in Deutschland gibt es viel Handlungsbedarf bei finanzieller Bildung: "Menschen fahren Umwege zur günstigsten Tankstelle, um beim Tanken zu sparen. Aber viele investieren kaum Zeit in ihre Finanzen, obwohl es sich lohnen würde", erklärt Katharina Lüth, Finanzexpertin und Vorständin bei der Zinsplattform Raisin in einer Pressemitteilung.
Der Weltspartag allein ist dabei kein Ersatz für Finanzbildung und auch kein Vermögensaufbau. Er sollte vielmehr als Anstoß verstanden werden. Wer ihn nutzt, um über Geld zu reden, gewinnt mehr, als ein Sparbuch mit ein paar Euro Zuwachs und ein kleines Geschenk von der Bankfiliale.
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