Sparkassen starten heute mit Krypto-Geschäft: Das ist der Grund

Die ersten Sparkassen in Deutschland starten am heutigen Montag den Krypto-Handel in der App. Welche Kryptowerte verfügbar sind, welche Risiken gelten und warum die Sparkassen keine Beratung dazu anbieten.

Seit dem heutigen Montag, 19. Oktober 2026, können Kundinnen und Kunden von Sparkassen Kryptowerte in ihrer Sparkassen-App kaufen, verkaufen und verwahren. Aber: Noch sind nicht alle Sparkassen dabei. Der Start erfolgt schrittweise, und eine Beratung ist nicht vorgesehen. Das sollten Sie dazu wissen.

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen existieren nur digital und  nicht als Scheine oder Münzen. Sie basieren häufig auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Dabei werden Transaktionen dezentral gespeichert und validiert, teilen die Sparkassen mit. Als mögliche Vorteile nennt man dort unter anderem das Renditepotenzial und schnelle, grenzüberschreitende Transfers. Risiken seien hingegen hohe Schwankungen, Totalverluste und Betrug.

Wie viele Menschen in Deutschland haben bereits in Krypto investiert?

Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland ab 18 Jahren besitzen derzeit Kryptowährungen, berichtete Anfang August unter anderem die Deutsche Börse. Dies entspreche einem Anteil von 12,8 Prozent der volljährigen Bevölkerung – also etwa jedem achten Erwachsenen. Das gehe aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervor.

Die große Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland blicke demnach aber distanziert auf die digitale Anlageklasse: 67,4 Prozent besitzen keine Kryptowährungen und schließen dies auch für die Zukunft kategorisch aus, heißt es.

Warum steigen die deutschen Sparkassen jetzt ein?

Kryptowährungen sind gerade bei jungen Menschen beliebt. Unter den 25- bis 34-Jährigen besitzt fast ein Drittel (28,4 Prozent) Kryptowährungen, während die Anlageklasse bei der Generation ab 55 Jahren kaum eine Rolle spielt. 

Bislang konnten sie Bitcoin & Co. aber nur über Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut kaufen. Was solche Institute von klassischen Banken unterscheidet, haben wir hier erklärt. Offenbar will man hier wieder Marktanteile bei vor allem jüngeren Kunden gewinnen.

Warum beraten die Sparkassen nicht zu Kryptowährungen?

Sparkassen verweisen nach eigenen Angaben auf die hohen Risiken für Anleger, die in Kryptowährungen investieren. Deshalb werben sie nicht für diese Anlageklasse und beraten auch nicht dazu. "Wer sich aber bewusst für ein solches Investment entscheidet, soll dies damit in einem sicheren, regulierten Rahmen tun können – innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe", teilen die deutschen Sparkassen auf ihrer zentralen Internetseite mit.

Bei einigen VR-Banken ist der Handel bereits möglich - auch in Franken

Die VR‑Bank Würzburg hat am 5. Mai 2026 als erste genossenschaftliche Primärbank in Deutschland offiziell das Krypto-Handelsangebot "meinKrypto" eingeführt. Inzwischen folgten weitere Volks- und Raiffeisenbanken. Auch hier will man nach Angaben des Verbands um junge Kunden buhlen.

In Würzburg hat man unterdessen bereits interessante Erfahrungen gemacht. Dank des neuen Angebots habe die dortige Volksbank Raiffeisenbank in den ersten fünf Monaten schon rund 50 neue Kunden gewonnen. "Von unseren rund 70.000 Bestandskunden hat inzwischen eine dreistellige Zahl Kryptowährungen gekauft, die allermeisten Bitcoin", erzählt Chef Claus Reder im Handelsblatt. Die Käufer kämen ihm zufolge aus allen Altersschichten – das habe ihn auch etwas überrascht. Selbst 70-Jährige hätten in Würzburg in Kryptowährungen investiert, heißt es in dem Handelsblatt-Bericht.

Darum können noch nicht alle Sparkassen-Kunden Bitcoin & Co. kaufen

Dass noch nicht alle Sparkassen gleichzeitig dabei sind, liegt an der Struktur: Deutschlandweit gibt es über 300 Sparkassen. "Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst", sagte Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, der dpa. Daher gebe es keinen einheitlichen Starttermin.

Das Angebot stehe zum Start bei den ersten teilnehmenden Sparkassen zur Verfügung, pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Häuser dazukommen. Im ersten Halbjahr 2027 soll dann ein großer Teil der interessierten Sparkassen angebunden sein, heißt es.

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