Das Standarddepot ist ein "Rundum-sorglos-Paket", dafür mit geringeren Renditechancen. Wer "mehr" will, wählt ein freies Depot.
Das Altersvorsorge-Reformgesetz bringt ab 2027 mehr Förderung und bietet neue Chancen für die private Rente. Was jeder dazu wissen sollte, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Gründe, warum man die neue Förderung
Was ist ein Standarddepot und wie viele Risikoklassen gibt es?
Für die neue Ära der privaten Altersvorsorge benötigen Sie ein freies Wertpapier- oder ein Standarddepot. Die Zugangsvoraussetzungen sind vergleichsweise niedrig: Sie müssen volljährig sein, in Deutschland wohnen und in vollem Umfang geschäftsfähig sein.
Das Standarddepot ist eine neu eingeführte, vereinfachte und staatlich regulierte Variante des AV-Depots. Es richtet sich an Beschäftigte, die keine eigenen Anlageentscheidungen treffen möchten, und soll einen unkomplizierten Einstieg in die kapitalgedeckte Vorsorge ermöglichen. Das Depot ist auf niedrige Kosten ausgelegt und ist auch digital zu eröffnen.
Der Kunde entscheidet, welchen Standardfonds er auswählt. Das Gesetz sieht dafür zwei Fondstypen vor: einen sicherheitsorientierten Fonds (Risikoindikator 1 bis 2, wobei der Wert Sieben für den höchsten Faktor steht) und einen mehr renditeorientierten Fonds (Risikoindikator 3 bis 5). Die Kundinnen und Kunden müssen nur entscheiden, wie sie ihren Eigenbeitrag zwischen diesen beiden Fonds aufteilen. Wer keine eigene Auswahl treffen möchte, übernimmt den Vorschlag des Anbieters.
Mit wem können Sie einen Altersvorsorgevertrag abschließen?
Die AV-Depots können Sie bei unterschiedlichen Anbietern abschließen: Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, Depotanbietern und Neobrokern. Alle Finanzinstitute müssen ihre Vorsorgeverträge zertifizieren lassen und zwar vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Die Zertifizierung bestätigt, dass ein Vertrag die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Sie ist keine Qualitätsbewertung zu Kosten.
Die Zertifizierung ist zwingende Voraussetzung, damit Sparende staatliche Zulagen oder Steuervorteile erhalten. Sie müssen also darauf achten, dass Ihr AV-Depot bzw. das Finanzinstitut vom BZSt zertifiziert ist. Auch der Staat will selbst ein öffentlich organisiertes AV-Depot anbieten. Wie und wer genau das umsetzt, ist noch nicht bekannt.
Vom Bundesfinanzministerium heißt es dazu: "Mit dem Altersvorsorgereformgesetz erhält die Bundesregierung die Möglichkeit, einen öffentlichen Träger mit der Umsetzung eines Standarddepot-Vertrags zu beauftragen. Dies bedarf jedoch einer Verordnung der Bundesregierung, die derzeit noch nicht vorliegt."