Riester-Rente hat ausgedient: Privates Altersvorsorge-Depot kommt - Rente neu gedacht

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Hohe Verwaltungskosten, niedrige Zinsen - die Riester-Rente hat ausgedient. Anstatt die Rente aufzubessern, müssen viele Ruheständler sogar mit Verlusten rechnen. Die Regierung will Altersvorsorge neu denken.

Einst sollte die Riester-Rente dafür sorgen, dass Rentenlücken durch eine private, staatlich geförderte Altersvorsorge geschlossen werden können. Profitieren sollten vor allem Menschen mit geringem Gehalt und Kindern. Pro Kind waren je nach Geburtsjahr 185 Euro bis 300 Euro jährliche Förderung drin. 

Was 2002 beschlossen wurde und dem demografischen Wandel entgegenwirken sollte, ist 2026 nicht mehr zeitgemäß. Die Verwaltungskosten sind immens, die Zinsen für die Sparer nur niedrig und Rentner müssen sogar mit deutlichen Verlusten rechnen. Damit sich die Riester-Rente – oder auch die Rürup-Rente – lohnen würde, müssten Ruheständler laut einer neuesten Studie 96 bis 99 Jahre alt werden. 

Weil die Riester-Rente nur wenig nützt: Koalition will Altersvorsorgedepot auf den Weg bringen

Die Mehrheit aller Riester-Sparer erhält in der Rente keine 70 Euro monatlich dazu. Die Rentenlücke dürften diese niedrigen Beträge kaum füllen. Eine Reform wurde lange vor allem durch die Lobby der entsprechenden Versicherungsunternehmen blockiert – doch 2027 will die Regierung endlich durchgreifen und ein neues Angebot auf den Weg bringen. 

So sollen Banken und Versicherungen ab 1. Januar 2027 ein Altersvorsorgedepot anbieten, dessen Verwaltungskosten bei 1 Prozent gedeckelt sind. Ein Anbieterwechsel soll – anders als bei der Riester-Rente – möglich sein und auch Selbstständige sollen das Produkt nutzen können. Neu soll auch sein, dass es eine Variante mit einer 80-Prozent-Garantie gibt, welche darauf abzielt, mehr Menschen zu bewegen, in Aktien zu investieren. 

Weiterhin soll es eine Kinderzulage geben. Wer mindestens 25 Euro im Monat selbst spart, soll im Jahr mit 300 Euro pro Kind rechnen können. Bis zu einer selbst ersparten Summe von 360 Euro jährlich, gibt der Staat für jeden Euro 50 Cent dazu. Danach gibt es 25 Cent für jeden Euro bis zu einer gesparten Summe von 1800 Euro jährlich. 

Auch für Sparer ohne Erfahrung mit Aktien und ETFs: Depot soll unbürokratisch und digital sein

Das Altersvorsorgedepot soll laut Plänen der Koalition digital verfügbar und möglichst unbürokratisch sein. Auch für Sparer ohne Erfahrung mit Aktien oder ETFs soll es eine Möglichkeit für eine transparente, lohnenswerte Altersvorsorge darstellen.

Wie unter anderem der Bayerische Rundfunk berichtet, soll sich für bestehende Riester-Verträge nichts ändern. Diese bleiben bestehen und können weitergeführt werden. Am Freitag (27. März 2026) soll das neue Gesetz für das Altersvorsorgedepot verabschiedet werden und ab 1. Januar 2027 gelten.

Im Allgemeinen steht die gesetzliche Rente in Deutschland vor einem möglichen Richtungswechsel. CDU-Chef Friedrich Merz hat angekündigt, noch in diesem Jahr eine umfassende Reform auf den Weg bringen zu wollen. Merz hat hier vor allem eine sogenannte Aktienrente im Blick, wie sie bereits in Schweden existiert.

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