E-Auto deutlich günstiger als Benziner: Strom schlägt Sprit - das sprechen die Zahlen

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Tanken beim E-Auto ist deutlich günstiger, als mit Benzin oder Diesel zu fahren. Der Vergleich zeigt: Strom ist deutlich günstiger als die fossile Energie Öl. Prompt gibt es deutlich Verschiebungen bei der Nachfrage nach Stromern.

Der ängstliche Blick der Autofahrenden geht in Richtung der Preisschilder bei den Tankstellen. Sind die Spritpreise schon wieder gestiegen? Die gesetzliche Regelung, dass die Konzerne ihre Preise nur noch einmal am Tag, nämlich um 12 Uhr, erhöhen dürfen, hat nicht zur Preisberuhigung geführt. Eine aktuelle ADAC-Umfrage zeigt: Die meisten Autofahrer halten gar nichts vom neuen Modell. In der öffentlichen Berichterstattung wird zwar viel über die gestiegenen Benzinpreise berichtet, aber wenig über die Alternative. Dabei wird das E-Auto immer attraktiver, wie der Preisvergleich des Online-Portals Verivox zeigt. 

Warum schiebt die Explosion bei den Spritpreisen das E-Auto in die Polposition?

Um es gleich zu sagen: Die Explosion bei den Spritpreisen macht die Nutzung eines E-Autos noch attraktiver. Die Verbrauchskosten sind im Vergleich zu Verbrennern niedriger als je zuvor: Der Kostenunterschied erreicht ein Rekord-Hoch.

Die Antriebskosten für E-Autos haben sich im Vergleich zu Benzinern massiv verschoben. Stromer gehen durch die Verknappung des Rohstoffs Öl durch den Krieg in Nahost als klarer Sieger hervor.

Wer ein E-Auto der Mittel- oder Oberklasse zu Hause oder beim Discounter auflädt, hatte im März/April 2026 deutlich niedrigere laufende Kosten für den alltäglichen Betrieb als mit einem Benziner: Der Unterschied bei 1000 Kilometern Fahrleistung und bei einem Benziner liegt bei 107 Euro. Bei einem Pkw, der mit Diesel fährt, ist der Unterschied etwas geringer und liegt bei 60 Euro für die reinen Antriebskosten.  

Ist das E-Auto im Alltag jetzt wirklich preiswerter?

Und so sieht die Rechnung von Verivox aus. Das Portal hat Pkw der Mittel- oder Oberklasse analysiert und die Antriebskosten für eine Strecke von 1000 Kilometern verglichen. Dabei ergab sich folgendes Bild:

  • Antriebsart: Strom
    • Durchschnittskosten (pro 1000 km)
    • Elektro (Wallbox): ca. 53 Euro
  • Antriebsart: Diesel
    • Durchschnittskosten (pro 1000 km)
    • Diesel: ca. 113 Euro
    • Differenz zum E-Auto: plus 113 Prozent
    • Antriebsart: Benzin (E10)
      • Durchschnittskosten (pro 1000 km)
      • Benzin: ca. 160 Euro
      • Differenz zum E-Auto: plus 200 Prozent (dreifacher Preis)

    Damit liegen die Kosten für Benzin tatsächlich rund dreimal so hoch wie die Stromkosten (160 Euro versus 53 Euro). Der Autofahrer realisiert beim Betrieb des Elektrofahrzeugs real eine Ersparnis von 107 Euro auf 1000 Kilometer. Das gilt allerdings nur, wenn du den Ladestrom aus der eigenen Wallbox beziehst. 

    Warum können Discounter wie Aldi, Lidl & Co. beim Laden mithalten?

    Die Rechnung geht nur dann auf, wenn du günstig laden kannst: Also bei deinem Arbeitgeber mit einem günstigen Strompreis, beim Discounter oder mit der eigenen Wallbox. Verivox hat mit 31 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gerechnet. Wenn du auf die öffentliche Infrastruktur angewiesen bist, schmilzt allerdings der Kostenvorteil:

    • Öffentliches Laden (AC): Die Tarife sind unterschiedlich. Verivox hat mit einem Ladetarif von 52 Cent/kWh gerechnet. In dem Fall schrumpft der Kostenvorsprung.
    • Schnellladen (DC/HPC): Bei Preisen von 60 bis 75 Cent/kWh (ohne speziellen Vertrag) "fährst du mit dem E-Auto auf der Autobahn oft kaum günstiger als mit einem sparsamen Verbrenner", so die Berechnungen von Verivox.
    • Laden beim Einkaufen (Aldi, Lidl, Kaufland) Die "Gratis-Ladezeiten" bei Aldi, Lidl & Co. sind schon länger vorbei. Aber: Die Discounter sind weiterhin die Preisbrecher. Für AC (normales Laden) zahlst du ca. 0,29 Euro pro kWh und für DC (Schnellladen bis 150 kW): ca. 0,44 Euro bis 0,47 Euro pro kWh. Mit 29 Cent pro kWh sind die Discounter durchaus konkurrenzfähig mit der eigenen Wallbox.

    Fazit: Es ist also durchaus möglich, dem teuren fossilen Kraftstoff Öl beim Autofahren ein Schnippchen zu schlagen.

    Sind E-Autos jetzt begehrter?

    Laut den jüngsten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für März 2026 erleben Elektroautos (BEV) einen beispiellosen Boom. Das Wachstum bei den Neuzulassungen rein elektrischer Pkw stieg im Vergleich zum Vorjahr um 66,2 Prozent auf insgesamt 70.663 Fahrzeuge. Damit war im März fest jede vierte Neuzulassung ein Stromer.

    Auch bei Online-Portalen für den Pkw-Kauf (Neu- und Gebrauchtwagen) ist dieser Trend auszumachen. So meldet beispielsweise das Auto-Portal mobile.de: "Nach Ausbruch des Iran-Krieges verdreifachte sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen."

    Autohändler erhielten 66 Prozent mehr Anfragen nach gebrauchten Stromern. Und die Kostenersparnis schlägt das Umweltargument: 36 Prozent sehen in der langfristigen Ersparnis das stärkste Argument für ein E-Auto.

    Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / Joenomias