Das Typ-2-Diabetes-Risiko kann durch eine Änderung des Lebensstils oft drastisch gesenkt werden. Unter dem Begriff "Lebensstil" werden die Ernährungsweise, das Bewegungsverhalten und der Umgang mit Stress zusammengefasst. Eine Lebensstiländerung ist aber oft nicht so einfach, da sich im Lauf des Lebens viele Gewohnheiten eingeschlichen und verfestigt haben. Doch immer wieder zeigen Erkenntnisse aus der Wissenschaft, dass sich ein Umdenken lohnt. Ein Typ-2-Diabetes, der sich noch in einem frühen Stadium befindet, kann durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten wirksam zurückgedrängt werden.

Eine Übersichtsarbeit, die im Fachmagazin British Medical Journal veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass Vollkorn-Produkte zur Minimierung des Typ-2-Diabetes-Risikos beitragen. Zuvor gab es zahlreiche Studien, die den Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken, nachgewiesen haben. Auch Forscher aus der USA fanden heraus, dass vegan lebende Menschen ein deutlich geringeres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken. Wie Vollkorn-Produkte oder auch eine rein pflanzliche Ernährung die Entstehung der Zuckerkrankheit beeinflussen, erfahren Sie hier.

Anders als Typ-1-Diabetes: Typ-2-Diabetes kann verhindert werden

"Zu wenig körperliche Bewegung und ungesunde Ernährung können Ursache für das Entstehen eines Diabetes Typ 2 sein", warnt die Deutsche Diabetes Hilfe auf ihrer Homepage. Bei Diabetes Typ 2 besteht ein "relativer Insulinmangel", das heißt, die Körperzellen sprechen schlechter auf das Insulin an. Die Bauchspeicheldrüse versucht das auszugleichen, indem sie immer mehr Insulin ausschüttet. Insgesamt sind 90 Prozent aller Diabetiker vom Diabetes Typ 2 betroffen - als Folge von einem jahrelangen ungesunden Lebensstil.

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"Während sich Diabetes Typ 1 - bei dem ein absoluter Insulinmangel besteht - nicht verhindern lässt, sieht das bei Diabetes Typ 2 ganz anders aus: Mit einer gesunden Lebensweise kann man Diabetes Typ 2 hinauszögern oder sogar vollkommen verhindern", schreibt die gemeinnützige Gesundheitsorganisation.

Neben einer ausreichenden Bewegung ist der Schlüssel zum Erfolg eine ausgewogene Ernährung. Zum Beispiel soll ein gelegentlicher Fleischverzicht das Risiko für Diabetes verhindern.

Reduziertes Diabetes-Risiko bei Verzehr von Vollkorn-Produkten

Dass die Ernährung eine wichtige Rolle spielt, haben in der Vergangenheit schon zahlreiche Studien herausgefunden. Eine Gruppe von Experten hat diese Ergebnisse genauer analysiert und die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und deren Aussagekraft bewertet.

Um dies zu bewerkstelligen, führte das Forscherteam um Dr. Sabrina Schlesinger, Leiterin der Nachwuchsforschergruppe Systematische Reviews am DDZ, eine umfassende Literatursuche zu Ernährung und Typ-2-Diabetes durch. Dies erklärt das "Deutsche Diabetes-Zentrum" (DDZ) in einer Mitteilung

Bei den Studien wurden unter anderem die unterschiedlichen Ernährungsweisen betrachtet, wie beispielsweise eine mediterrane Ernährung oder eine Ernährung mit reduziertem Kohlenhydrat-Anteil. Auch Lebensmittel, Getränke, Mineralstoffe und Vitamine wurden in den Fokus genommen.

Eine Studie aus Deutschland zum Beispiel, stellte kürzlich fest, dass Intervallfasten im Kampf gegen Diabetes helfen könnte.

Insgesamt wurden 153 Studienergebnisse identifiziert, die den Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und Typ-2-Diabetes zeigten, heißt es in der Mitteilung weiter. Eine hohe Aussagekraft für ein reduziertes Diabetes-Risiko konnte für einen hohen Verzehr von Vollkornprodukten, insbesondere Getreidefasern, und einem geringeren Verzehr von zuckerhaltigen Getränke und rotem Fleisch, insbesondere verarbeitetem Fleisch wie Wurstwaren, nachgewiesen werden. Eine moderate Aussagekraft wurde für 22%, eine geringe für 60% und eine sehr geringe für 14% der Zusammenhänge ermittelt.

"Diese systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Ernährung und Typ-2-Diabetes bereits in zahlreichen Studien untersucht wurde und die Ernährung eine Rolle bei der Prävention des Typ-2-Diabetes spielt. Dennoch besteht für viele dieser Zusammenhänge Unsicherheit in der Aussagekraft", wird Dr. Sabrina Schlesinger in der Mitteilung zitiert. Deshalb müssten noch weitere valide Studien zu diesem Thema durchgeführt werden.

Vegane Ernährung schützt vor Diabetes Typ 2

Nach Angaben der Ernährungsorganisation ProVeg leben in Deutschland etwa 1,3 Millionen Bürger vegan. Diese Menschen sollen ein 23 Prozent geringeres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken, fanden Forscher aus den USA in einer Studie heraus. Diese Ergebnisse veröffentlichten sie in einem Fachmagazin. 

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Mehr als 300.000 Menschen nahmen an dieser Studie teil. Eine Untersuchung ergab, dass sich pflanzlich ernährende Teilnehmer deutlich weniger anfällig für Fettleibigkeit und den Diabetes Typ 2 sind. Doch woran liegt das? Vegane Lebensmittel sind reich an Antioxidantien, welche vor der Zuckerkrankheit schützen. Diese verbessern die Empfindlichkeit gegenüber Insulin - dem Hormon, welches Blutzucker reguliert. Darüber hinaus verringert eine vegane Ernährungsweise die Gewichtszunahme und hilft gegen Entzündungen. 

Doch wie wirkt sich eine fleischlose Ernährung auf unseren Körper aus? Wir haben die wichtigsten Punkte zum Vegetarismus zusammengesucht - positive wie negative.

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