Nach einem Beschluss des Bundestags könnte sich in der Gastro-Branche einiges ändern. Laut einem fränkischen Wirt müssen sich Gäste aber auf eine Enttäuschung einstellen.
Noch ist nichts sicher, doch der erste Schritt ist gemacht: Der Bundestag hat die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent beschlossen. Auch für Pendler sind Entlastungen geplant. Nun steht noch die Entscheidung des Bundesrats am 19. Dezember aus. Auf die blickt auch Joachim Kastner, Kreisvorsitzender der Dehoga Bamberg, gespannt. Er betont: "Ohne diese Steuersenkung fehlt den meisten Gastronomen einfach der Spielraum, um attraktive Preise für die Gäste zu gestalten, ohne dass der Gastronom selber draufzahlt." Wer jetzt hoffe, dass der Restaurantbesuch dadurch wieder günstiger werde, müsse sich jedoch auf eine Enttäuschung einstellen.
Mit dem Hotel Schloss Burgellern leitet Kastner selbst eine Gastronomie in Scheßlitz (Kreis Bamberg). Viele Wirte in der Region stimme die Aussicht auf eine finanzielle Entlastung zuversichtlich. Denn die Zeiten seien derzeit alles andere als rosig: Die Kosten für Einkauf, Personal und Energie seien massiv gestiegen, gleichzeitig spüre man bei den Gästen eine deutliche Zurückhaltung, was den Besuch von Gastronomiebetrieben angehe. "Da stoßen wir im Moment wirklich an unsere Grenzen, dass man das noch finanzieren kann", betont Kastner. Dass die Steuersenkung auch bei den Gästen ankomme, hält er für ausgeschlossen.
"Glaube nicht, dass das irgendjemand weitergeben kann" - Wirt aus Kreis Bamberg spricht Klartext
"Wir versuchen natürlich, entsprechende Senkungen weiterzugeben. Aber wenn ich allein die Steigerungen der Einkaufspreise in diesem Jahr betrachte, glaube ich nicht, dass das irgendjemand weitergeben kann", stellt Kastner klar. Es gehe viel mehr darum, dass Betriebe durch die Maßnahme, "wieder mehr Luft holen" könnten. Denn in der Gastronomie noch Geld zu verdienen, sei laut dem Gastronomen mittlerweile schwierig: "Die Kostensteigerungen sind fatal, wir kommen mit den Preiserhöhungen kaum mehr hinterher."
Während der Corona-Pandemie hatte es eine entsprechende Steuersenkung bereits gegeben - und auch Wirte in der Region, die sich entschieden, diese zu hundert Prozent an die Gäste weiterzugeben. Viele habe das jedoch die Existenz gekostet, da sie selbst draufzahlen und schließlich aufgeben mussten, resümiert Kastner. Er macht deshalb deutlich: Dass die erneute Steuersenkung bei den Kunden ankommt, "wird nicht passieren".
Kastner hebt auch einen anderen Punkt hervor: "Was viele nicht verstehen: Es geht um eine Gerechtigkeitslücke." Denn während in Gasthäusern und Restaurants der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gelte, würden To-go-Gerichte beispielsweise bei Imbissbuden oder Fast-Food-Ketten auch aktuell schon mit sieben Prozent besteuert. Fair finden das viele Wirte nicht. "Wir brauchen diese Mehrwertsteuersenkung, damit wir in Konkurrenz mit to go überhaupt noch überleben", betont Kastner. Einige Wirte in der Region hätten ihr Mittagsgeschäft bereits einstellen müssen, "weil einfach niemand mehr kommt".
Beispielrechnung zeigt: Wirte können mit To-go-Angebot kaum konkurrieren
Der Wirt verdeutlicht die Problematik anhand einer Beispielrechnung, in der die Kosten für eine Pizza to go und jene für ein Schweineschnitzel vor Ort verglichen werden - auch wenn das natürlich in der Realität nur bedingt möglich sei. Gehe man bei beiden Gerichten von einem Bruttopreis von 15 Euro aus, blieben beim Schweinschnitzel gerade einmal 1,21 Euro Gewinn - bei der Pizza hingegen 9,22 Euro.
Die Rechnung sieht dafür folgendermaßen aus: Vom Schweineschnitzel würden die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, der Wareneinsatz (3,50 Euro), Personalkosten (5 Euro), Energiekosten (80 Cent), Pacht (2 Euro) und Marketingkosten (10 Cent) abgezogen.
Bei der Pizza to go fallen ähnliche Posten an, allerdings in ganz anderer Höhe: Mehrwertsteuer (7 Prozent), Wareneinsatz (1,50 Euro), Personalkosten (1,50 Euro), Energiekosten (30 Cent) sowie Pacht, Marketing und Verpackungskosten (jeweils 50 Cent) vielen aufgrund anderer Gegebenheiten deutlich geringer aus. Entsprechend schwierig sei es für Gaststätten mit To-go-Angeboten zu konkurrieren.
Neben Steuersenkung: Diese Maßnahmen sind für die Gastro wichtig
Von Union und SPD erhofft Kastner sich aber nicht nur die Mehrwertsteuersenkung - schließlich seien noch mehr Maßnahmen versprochen worden, welche die Wirte potenziell entlasten könnten. Eine davon: flexiblere Arbeitszeiten. Denn laut dem Koalitionsvertrag soll es künftig möglich sein, die maximale Arbeitszeit nicht mehr täglich, sondern wöchentlich zu berechnen.
Für die Branche wäre das laut Kastner ein Gewinn. "Wir haben oft große Probleme bei Hochzeiten oder Familienfeiern, wenn wir das Personal nach zehn Stunden heimschicken müssen", erzählt er. Denn genug Personal für zwei Schichten stehe mittlerweile nicht mehr zur Verfügung - zudem sei der Gast nicht bereit, diesen Aufpreis zu zahlen. Entsprechend müssten Feiern oft früher beendet werden. Dabei sei es laut dem Gastronomen auch ein Wunsch vieler Arbeitnehmer, mehr Stunden pro Tag, und dafür weniger Tage pro Woche arbeiten zu können.
Auch der geplante Bürokratieabbau könnte für die Branche eine große Entlastung darstellen. "Es sind schonmal die richtigen Regeln, aber wir wissen ja alle nicht, ob es wirklich so kommt. Da müssen wir erst einmal abwarten", sagt er.
Die meisten Wirte werden diese Senkung der MWSt. nicht weitergeben. Dennoch sind manche Lokale gut besucht, aber wie lange noch? Wir werden kommendes Jahr die Restaurantbesuche reduzieren, denn bis zu 30,-€ für ein Hauptgericht ist definitiv zu viel. Manche Wirte, die nicht so gut besucht werden, sind aber auch selbst daran schuld. Die Hauptgerichte und die Getränke sind überteuert. Es werden keine Speisekarten auf der eigenen Internetseite veröffentlicht oder die Preise wurden "vergessen". Es wird die heute übliche Kartenzahlung nicht akzeptiert. Es wird gemeckert, wenn man mit einem 2:1 Gutschein vom Schlemmerblock kommt, obwohl man damit neue Gäste gewinnt. Manchmal hat man den Eindruck, dass der Gast lästig ist. Da sollte ein Umdenken stattfinden.
Joe-Bamberg
von einer "kaufmännischen Kalkulation" im Gastrogewerbe kann man schon lange nicht mehr sprechen. Die würde sicher auch kaum ein Wirt offen legen, falls er sowas überhaupt kennt. Verlangt wird, was die Gäste gerade noch so ohne Protest akzeptieren. 😩 und ja, die Läden sind voll, am Geld scheint es also nicht zu fehlen. Und die die es sich nicht leisten können/wollen gehen halt nicht mehr (so oft) aus 🙄
Bestager
Also von Kaufzurückhaltung bei den Kunden kann ich im Gastro-Gewerbe nichts entdecken. Es sind doch alle guten Gastwirtschaften immer brechend voll, wenn man einen Platz bekommen will, geht ohne Reservierung nichts. Mittlerweile haben sich alle Konsumenten an die hohen Preise in der Gastronomie gewöhnt und bezahlen diese auch. Zum Glück gibt es noch einige Lokale, in denen man immer noch günstig und gut essen kann.
Schwärzicher
Ich kann gut ohne die Gastronomie und die Gastronomie kann ohne mich leben. Wenn es aber Viele mit dieser, meiner Einstellung gibt hat die Gastronomie ein Problem. Sehe nicht ein ab 2026 das derzeitige Preisniveau zu bezahlen wenn die Gastronomie 12% mehr übrig hat. Ein Teilen dieser 12% wäre mehr als fair. Aber gut, die Gastronomie wird es merken und das ist gut so, das nennt man Markt. Auch wir haben höhere Kosten, mal die Regierung fragen wie wir mit 12% entlastet werden.
Sonnen
Der das alles erzählt braucht die Kohle halt, weil er gerade das Anwesen des ehemaligen Gastro/Brauereiunternehmen Hartmann gekauft.
Die meisten Wirte werden diese Senkung der MWSt. nicht weitergeben. Dennoch sind manche Lokale gut besucht, aber wie lange noch? Wir werden kommendes Jahr die Restaurantbesuche reduzieren, denn bis zu 30,-€ für ein Hauptgericht ist definitiv zu viel.
Manche Wirte, die nicht so gut besucht werden, sind aber auch selbst daran schuld. Die Hauptgerichte und die Getränke sind überteuert. Es werden keine Speisekarten auf der eigenen Internetseite veröffentlicht oder die Preise wurden "vergessen". Es wird die heute übliche Kartenzahlung nicht akzeptiert. Es wird gemeckert, wenn man mit einem 2:1 Gutschein vom Schlemmerblock kommt, obwohl man damit neue Gäste gewinnt. Manchmal hat man den Eindruck, dass der Gast lästig ist. Da sollte ein Umdenken stattfinden.
von einer "kaufmännischen Kalkulation" im Gastrogewerbe kann man schon lange nicht mehr sprechen. Die würde sicher auch kaum ein Wirt offen legen, falls er sowas überhaupt kennt.
Verlangt wird, was die Gäste gerade noch so ohne Protest akzeptieren. 😩
und ja, die Läden sind voll, am Geld scheint es also nicht zu fehlen.
Und die die es sich nicht leisten können/wollen gehen halt nicht mehr (so oft) aus 🙄
Also von Kaufzurückhaltung bei den Kunden kann ich im Gastro-Gewerbe nichts entdecken. Es sind doch alle guten Gastwirtschaften immer brechend voll, wenn man einen Platz bekommen will, geht ohne Reservierung nichts. Mittlerweile haben sich alle Konsumenten an die hohen Preise in der Gastronomie gewöhnt und bezahlen diese auch. Zum Glück gibt es noch einige Lokale, in denen man immer noch günstig und gut essen kann.
Ich kann gut ohne die Gastronomie und die Gastronomie kann ohne mich leben. Wenn es aber Viele mit dieser, meiner Einstellung gibt hat die Gastronomie ein Problem. Sehe nicht ein ab 2026 das derzeitige Preisniveau zu bezahlen wenn die Gastronomie 12% mehr übrig hat. Ein Teilen dieser 12% wäre mehr als fair. Aber gut, die Gastronomie wird es merken und das ist gut so, das nennt man Markt. Auch wir haben höhere Kosten, mal die Regierung fragen wie wir mit 12% entlastet werden.
Der das alles erzählt braucht die Kohle halt, weil er gerade das Anwesen des ehemaligen Gastro/Brauereiunternehmen Hartmann gekauft.