"Gummibärchen-Skandal" bei CSU in Franken: Parteikollege startet Gegenaktion

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Ein Stadtratskandidat sorgte im Kreis Fürth mit abgelaufenen Gummibärchen als Wahlgeschenk für Aufsehen. Seinen Parteikollegen brachte das auf eine ausgefallene Idee.

Eine Visitenkarte und Bonbons wollte Matthias Marschig, CSU-Stadtratskandidat in Langenzenn (Kreis Fürth), eigentlich als Wahlwerbung in den Briefkästen verteilen. Stattdessen landeten jedoch abgelaufene Gummibärchen-Packungen in manchen davon. Wie das passieren konnte, schilderte der Lokalpolitiker im Gespräch mit inFranken.de. Als die Bonbons leer waren, zog Marschig eine Gummibärchen-Packung von seinem Zuhause als Ersatz heran - diese war jedoch schon 2024 abgelaufen. Die Aktion zog Kreise: Eine Anwohnerin teilte Bilder davon im Netz. 

Unter dem Beitrag sammelten sich schnell spöttische Kommentare. Auch Langenzenns Zweiter Bürgermeister Christian Ell (CSU) merkt im Gespräch mit unserer Redaktion an: "Eigentlich hätte man das Mindesthaltbarkeitsdatum kontrollieren müssen." Nun sei der Fehler jedoch schon passiert. Aus der Not wolle man jedoch eine Tugend machen. Dafür hat sich Ell eine Gegenaktion überlegt.

"Gummibärchen"-Aktion im Kreis Fürth geht schief - Zweiter Bürgermeister mit Plan B

Am Samstag (7. März 2026), dem Tag vor der Kommunalwahl, will der Lokalpolitiker auf dem Parkplatz des Langenzenner Edekas daher von 9 bis 10 Uhr eine "Umtauschaktion" starten. Das Prinzip ist leicht erklärt: Wer abgelaufene Gummibärchen in den Briefkasten geworfen bekommen hat, soll diese dann gegen zwei frische Tütchen Trolli-Gummibärchen aus Fürth eintauschen können. Laut Marschig landeten die abgelaufenen Tütchen in rund 40 Briefkästen. Und auch wer sonst Süßigkeiten möchte, bekomme natürlich welche. 

"Ich sehe die Aktion mit einem Augenzwinkern", erklärt der 41-Jährige. Die Idee sei ihm recht spontan gekommen, nachdem er den Facebook-Beitrag der Anwohnerin mit den Bildern der abgelaufenen Gummibärchen entdeckt habe. "Ich hab' gedacht, das müssen wir gleich aufgreifen und etwas Gutes daraus machen."

Da er am Mittwoch (4. März 2026) ohnehin in Fürth unterwegs gewesen sei, habe er daher kurzerhand einen Zwischenstopp bei Trolli gemacht. Die Umsetzung der Idee sei sehr spontan gewesen - nachdem in der WhatsApp-Stadtratskandidatengruppe auf sein Video zur Aktion mehrere positive Reaktionen kamen, habe er sich entschlossen, dieses auf Facebook zu posten. Die Überschrift: "Meine Antwort auf den 'Gummibärchen-Skandal'". Auch im Netz seien die Reaktionen bislang positiv. Ein Wehmutstropfen bleibt jedoch: "Wenn man ein Wahlprogramm postet, kommen nicht so viele Reaktionen", merkt Ell an.

Vorschaubild: © Collage inFranken.de / Privat; Christian Ell