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Bruxismus

Zähneknirschen: Welche Folgen drohen und was Sie dagegen tun können

Viele Menschen knirschen mit den Zähnen - gerade während des Corona-Lockdowns ist das für viele Menschen ein Problem. Forscher warnen: Der sogenannte Bruxismus kann sich sehr schädlich auf die Zähne, die Mundschleimhaut und das Kiefergelenk auswirken. Wir sagen Ihnen, was Sie dagegen tun können.
 
Darum ist Zähneknirschen so gefährlich
Wer mit den Zähnen knirscht, sollte aufpassen: Es droht eine spezielle Krankheit. Symbolbild: Marek Studzinski/unsplash.com
  • Zähneknirschen wird gerade durch Corona-Stress häufiger
  • Häufige Ursachen: mentaler Stress, aber auch körperliche Faktoren
  • Weitreichende negative Folgen: Zahnabrieb, Lockerung von Zähnen, Kopfschmerzen und weitere
  • Möglichkeiten der Therapie: Aufbissschiene, Entspannung, Stressabbau und weitere

Vielleicht haben Sie es an sich selbst auch schon bemerkt: In letzter Zeit leiden Sie immer wieder mal unter Verspannungen im Kiefer und in Verbindung damit eventuell unter Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden. Die Ursache kann darin liegen, dass Sie stressbedingt mit den Zähnen knirschen.

Die Bundeszahnärztekammer geht davon aus, dass jeder zweite Deutsche in seinem Leben zumindest zeitweise mit den Zähnen knirscht - bei diesem Zusammenpressen der Zähne wird von Bruxismus gesprochen. Bei etwa 20 Prozent der Menschen tritt dieses Phänomen jedoch nicht nur zeitweise, sondern dauerhaft auf. Das kann schwerwiegende Folgen für die Zähne und den Kiefer nach sich ziehen. Wir erklären Ihnen, wie das Zähneknirschen mit Corona zusammenhängen kann und wie Sie das lästige Knirschen wieder beseitigen

Corona und Zähneknirschen: Hängt das zusammen?

Wie dentalmagazin.de berichtet, untersuchten israelische Forscher den Zusammenhang von Stress aufgrund der Corona-Krise und der Gesundheit von Zähnen und Kiefer. Anhand eines Online-Fragebogens stellten Sie den insgesamt 1.800 Probanden aus Israel und Polen Fragen bezüglich deren finanzieller sowie mentaler und  psychischer Lage. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich das Zähneknirschen durch die Corona-Krise verschlimmert hat: Von den polnischen Probanden gaben 34 Prozent an, dass sie seit Beginn der Krise schlimmer als je zuvor unter ihrem Bruxismus leiden. Fast die Hälfte der Befragten sagte zudem aus, dass sie seit Beginn des ersten Lockdowns mindestens ein mal wöchentlich unter Schmerzen des Kiefers oder im Gesicht litten. Auf die Gesamtheit der Befragten gesehen, leiden Frauen häufiger unter dem Lockdown-bedingten Zähneknirschen als Männer. 

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Die Initiative proDente e.V.  weist darauf hin, dass Stress während des Corona-Lockdowns zu Zähneknirschen führen kann. Dabei gibt es in Corona-Zeiten zahlreiche Stress-Quellen: Zum Einen fühlen sich viele Menschen durch die starken Einschränkungen der Sozialkontakte einer großen Anspannung ausgesetzt - das wird vor allem zu Stress, wenn es sich deutlich negativ auf den seelischen Gesundheitszustand auswirkt. Außerdem plagen viele Menschen auch Zukunftssorgen aufgrund von Unsicherheiten bezüglich ihres Berufs und ihrer wirtschaftlichen Lage.

Da Schulen und Kindertagesstätten während einem Großteil der andauernden Corona-Krise geschlossen waren, kommt bei Eltern noch die Belastung hinzu, neben dem Beruf für die permanente Betreuung ihrer Kinder zuständig zu sein. Corona geht also ordentlich an die Nerven - doch warum knirschen viele Menschen mit den Zähnen, wenn sie gestresst sind?

Stress und Anspannung führen zu Zähneknirschen

Die Ursache von Zähneknirschen bei Stress liegt in einer erhöhten Beanspruchung der Kiefermuskulatur, die aufgrund von Anspannung zustande kommt, was auch als Bruxismus bezeichnet wird. Durch das Zusammenpressen der Kiefermuskulatur wird der Stress abgelassen, die Initiative proDente e.V. spricht von einem "Ventil zum Stressabbau". Allerdings kann auch eine Schlafapnoe oder ein starker Alkoholkonsum Grund für das Zähneknirschen sein.

Laut einem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie gibt es die Vermutung, dass Kauen uns dabei hilft, Stress in Form des Hormons Cortisol abzubauen, welches im Speichel vorkommt - so hat sich in Studien gezeigt, dass das Kauen auf einem Paraffin-Würfel den Cortisolgehalt im Speichel vermindert. Unterschied zum gewöhnlichen Kauen beim Essen ist, dass beim Zähneknirschen sehr viel mehr Kraft ausgeübt wird. 

Bruxismus: So gefährlich ist er für Zähne Kiefer

Die Bundeszahnärztekammer weist in ihrem Positionspapier "Bruxismus als Risikofaktor einer craniomandibulären Dysfunktion" darauf hin, dass durch andauernden Bruxismus in erster Linie die Zahnhartsubstanz Schaden nimmt. Diese Zahnhartsubstanzverluste - auch "Attritionen" oder "Schliffflächen" genannt - können dabei neben Rissen im Zahnschmelz und auch Frakturen der Zahnhartsubstanz auftreten. Auch Beschädigungen am Zahnhals können sich ausbilden. 

Ebenfalls eine unschöne Folge von Bruxismus: Brücken und Kronen können erheblichen Schaden nehmen und müssen im Zweifelsfall ersetzt werden. Weitaus schlimmer ist jedoch, dass auch die Mundschleimhaut und die Kiefermuskulatur geschädigt werden können und auch die Kieferbewegung beeinträchtigt werden kann. Unter Umständen fühlt sich der Kiefer versteift an und schmerzt. Außerdem kann auch die Kaumuskulatur zunehmen, sowie eine craniomandibuläre Dysfunktion auftreten. Bei dieser Störung kann beispielsweise der Unterkiefer von seiner Position abweichen  oder es tritt vermehrt Kiefergelenksknacken auf. Auch das Auftreten von Tinnitus infolge dieser Dysfunktion wurde schon beschrieben. 

Bei Zähneknirschen über einen langen Zeitraum können sich sogar die Zähne lockern oder weh tun und empfindlicher werden. Auch Kopfschmerzen treten bei Menschen mit Bruxismus im Vergleich zu Menschen, die nie oder selten mit den Zähnen knirschen, deutlich häufiger auf: das Kopfschmerz-Risiko ist mehr als dreifach erhöht. Zudem können erhebliche Funktionsstörungen des Kiefergelenks eintreten, was sich unter anderem in Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes oder Kiefergelenksschmerzen zeigt.  

Zähneknirschen: Das können Sie dagegen tun

Es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie das Zähneknirschen wieder los werden. Die Deutsche Familienversicherung* weist unter anderem auf die Möglichkeit einer Aufbissschiene* hin. Diese wird beim Schlafen getragen und sorgt dafür, dass die Zähne nachts nicht aufeinander reiben und die Kiefermuskulatur entlastet wird.

Darüber hinaus ist es auch möglich, das Zähneknirschen mithilfe von Biofeedback zu kurieren. Das ist eine Art Verhaltenstherapie und soll dem besseren Umgang mit dem Knirschen dienen.

Ein weiteres Verfahren ist die Hypnotherapie, bei der durch Hypnose Entspannung der betroffenen Muskelpartie herbei geführt werden soll. Leidet der Patient unter anhaltend starkem Stress, so die Bundeszahnärztekammer, sollte auch die Möglichkeit einer psychologischen Behandlung oder einer psycho-therapeutischen Therapie in Betracht  gezogen werden. Hierbei sollte vor allem auf Entspannung und Stressabbau abgezielt werden. Doch gibt es auch Möglichkeiten, selbst etwas gegen das Zähneknirschen zu unternehmen?

Aufmerksam beim Zähneknirschen sein

Sollten Sie tagsüber bemerken, dass Sie die Zähne zusammenpressen, sollten Sie sich aufmerksam selbst beobachten: Ist der Mund geschlossen (die Lippen liegen aufeinander) sollten sich die Zähne nicht direkt berühren. Sie sollten dann regelmäßig überprüfen, ob die Zähne bei geschlossenem Mund aufeinander liegen. Dazu rät die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie. Beim Zähneknirschen im Schlaf hilft nur die Aufbissschiene*. Bessern sich die Beschwerden, kann das Tragen der Schiene einige Tage pausiert werden. Dieses "intervallartige Tragen" soll zu einer erhöhten Wirksamkeit der Schiene bei angespannter Kiefermuskulatur führen.

Zudem sollte auch auf einen guten Schlaf geachtet werden, was bedeutet, dass Ihr Schlafzimmer kühl, dunkel und ruhig sein sollte. Außerdem sollten Sie täglich zur selben Zeit aufstehen und vor dem Schlafen eine entspannende Tätigkeit ausüben. Alkohol, Schokolade, Kaffee und schweres Essen vor dem Zubettgehen sollten Tabu sein. Ebenso Fernsehen vor dem Einschlafen und das Smartphone im Bett. 

Der wohl wichtigste Punkt ist allerdings der Abbau von Stress, welcher als Hauptfaktor des Zähneknirschens gilt. Sie sollten daher aktiv etwas gegen den Stress tun und versuchen, zu ergründen, woher er kommt. Unter anderem können beim Stressabbau spezielle Übungen, beispielsweise Yoga* oder Atemübungen, helfen. Auch entspannende Handlungen, wie etwa ein Spaziergang, Sport oder ein warmes Bad, tragen zum Stressabbau bei. Auch die Massage der Kiefermuskulatur kann Linderung bringen.

Fazit: Zähneknirschen ist schädlich - das können Sie tun

Zähneknirschen tritt aufgrund der aktuellen Corona-Krise gehäuft auf. Die Ursache dafür liegt in einem erhöhten Stresslevel, auf dem sich viele Menschen befinden und worunter sie leiden. Aufgrund der Anspannung der Kiefermuskulatur kann es zu weitreichenden Schäden an Zähnen und Kiefer kommen, unter anderem zum Abrieb oder sogar zur Lockerung der Zähne. Was Sie gegen das schädliche Zähneknirschen tun können, noch einmal zusammengefasst: 

  • Tragen einer Aufbissschiene in der Nacht
  • Biofeedback zum besseren Umgang mit dem Zähneknirschen
  • Hypnotherapie ermöglicht Entspannung der Kiefermuskulatur
  • Psychotherapeutische oder psychologische Therapie bei anhaltend starkem Stress 
  • Aufmerksame Selbstbeobachtung
  • Guter, entspannter Schlaf
  • Stressabbau: mithilfe von Entspannungsübungen, entspannenden Handlungen, Massage

Wichtig: Suchen Sie im Zweifelsfall einen Zahnarzt auf, der kann Sie beraten und Ihnen  weiterhelfen.

 

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