• Urlaub und plötzlich krank: Experten sprechen von "Leisure Sickness"
  • Weit verbreitetes Phänomen: Entspannung bringt Krankheit
  • Stress boostert das Immunsystem - und verursacht später die "Freizeit-Krankheit"
  • Gefährliche Dauerbelastung: Ausgleich ist entscheidend

Wochenlang geschuftet und auf den lang ersehnten Urlaub gefreut und dann das: Am freien Tag erwacht man morgens und ist krank. Fieber, die Nase läuft, der Kopf dröhnt. Es kommt häufig vor, dass Menschen in ihrer Freizeit krank werden. Experten sprechen dann von einer "Freizeit-Krankheit", der sogenannten "Leisure Sickness". Was hinter dem Phänomen steckt und wie du deinen Urlaub retten kannst, das verraten wir dir hier.

"Freizeit-Krankheit": Das steckt hinter der "Leisure Sickness"

"Es kommt häufiger vor, dass Menschen im Urlaub oder am Wochenende krank werden. Betroffen sind vor allem beruflich stark belastete Menschen", sagt Dr. Dieter Bonitz, Diplom-Psychologe im AOK-Bundesverband. Es ist aber laut Experten nicht die Freizeit, die Betroffene krank macht, sondern der Stress vor den freien Tagen, der das Phänomen auslöst.

Ganze 22 Prozent der Deutschen litten im Laufe ihres Lebens bereits an der "Leisure Sickness" - das hat eine aktuelle Untersuchung der Internationalen Hochschule Bad Honnef Bonn (IUBH) ergeben. Rund 2000 Menschen haben an der repräsentativen Online-Befragung teilgenommen und hat einen weiteren interessanten Punkt zu Tage gefördert: Nicht nur Manager mit 60-Stunden-Woche sind betroffen. Auch andere Beschäftigte, mit "normalen" Tätigkeiten leiden immer wieder an dem Phänomen, das die Urlaubstage verderben kann. Diese Bandbreite der Symptome ist dabei groß:

  • grippale Infekte mit Halsschmerzen und Fieber
  • extreme Müdigkeit
  • Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
  • Übelkeit
  • Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen
  • schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt

"Leisure Sickness": Warum wird man krank, wenn der Stress nachlässt?

Was krank macht ist Forschenden zufolge nicht die freie Zeit, sondern vielmehr der Freizeitmangel davor. Auf vielen Menschen lastet heutzutage ein enormer Druck in der Arbeitswelt. In Stressphasen arbeitet unser Immunsystem auf Hochtouren. Schließlich kann es sich der Körper dann nicht leisten schlapp zu machen. Fällt die Anspannung dann ab, kommt es dann oft zu einer schwächeren Abwehr.

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In einer Studie der Technischen Universität Dortmund untersuchte ein Forschungsteam um Professor Carsten Watzl das Phänomen der "Leisure Sickness" genauer. In der Untersuchung wurden Studierende herangezogen, die kurz vor einer harten Prüfungsphase standen. Anhand von Bluttests und Speichelproben verfolgten die Forscher deren Stresslevel – und wie es ihr Immunsystem veränderte. Im Blick hatten die Wissenschaftler unter anderem die natürlichen Killerzellen, die besonders wichtig für unser Immunsystem sind.

Während der Prüfungszeit beobachteten die Forscher, dass die Zahl der reifen Killerzellen im Blut abnahm. Akuter Stress bedeutete in Urzeiten ein hohes Risiko für Verletzungen. Der Abwehrtrupp im Gewebe wird daher aufgerüstet. Die unreifen Killerzellen im Blut nehmen zu, es wird also vermehrt Nachschub gebildet. Fällt der Stress ab, ist das nicht mehr nötig. Die Entspannung macht uns krank.

Dauerbelastung ist die eigentliche Gefahr 

Viel gefährlicher als eine stressige Woche ist Experten zufolge aber die Dauerbelastung. Vor allem chronischer Stress schwächt unser Immunsystem nachhaltig. Der Kortisolspiegel ist dauerhaft hoch und mindert unsere Abwehrkräfte. Deshalb ist Ausgleich das A und O. So schützt du dich vor "Leisure Sickness":

  • Viel Bewegung wirkt sich positiv auf dich aus - und mindert das Stress-Gefühl
  • Freizeit bewusst genießen - versuche wirklich abzuschalten und erledige wichtige Dinge nicht erst einen Tag vor deinem Urlaub
  • To-Do-Liste radikal kürzen: Was ist wirklich wichtig? Was kann ich abgeben?
  • Nicht vor dem Urlaub auspowern - viele Arbeiten können auch warten
  • Jahresurlaub sollte nicht dein Höhepunkt sein - schaffe dir immer wieder Freizeit-Oasen
  • Erholungseffekt aufteilen - Studien haben gezeigt, dass ein langer Urlaub weniger erholsam ist, als kleinere Einheiten

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