Das Thema Übergewicht ist aktueller denn je. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Demnach waren 53 Prozent der Deutschen im Jahr 2017 "übergewichtig".

Adipositas könnte in den nächsten drei Jahrzehnten 90 Millionen Menschen das Leben kosten

Übergewichtig sind einer Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO nach Menschen, die im Body-Mass-Index (BMI) einen Wert von über 25 aufweisen. Übersteigt der Wert die Marke von 30, sprechen Experten von einem "starken" Übergewicht, auch als "Adipositas" bezeichnet. Die OECD spricht davon, dass Übergewicht in den nächsten drei Jahrzehnten rund 90 Millionen Menschen aus den Industrie- und Schwellenländern das Leben kosten werde.

Die Deutsche Adipositas Gesellschaft zieht als Kriterien zur Beurteilung von Übergewicht neben dem BMI auch das Fettverteilungsmuster heran. Das Muster kann neben dem Index entscheidende Hinweise auf Gesundheitsrisiken geben. Mit Gesundheitsrisiken in Bezug auf Übergewicht haben sich auch fränkische Forscher der Universität Nürnberg-Erlangen (FAU) beschäftigt. Ein zentraler Ansatzpunkt, wie Adipositas und Folgeerkrankungen bekämpft werden können, ist für die Wissenschaftler das Ausmaß an Sport: "Neben einer optimierten Ernährung zählt dabei vor allem eine Steigerung der körperlichen Aktivität zu den Eckpfeilern unserer Behandlung", sagt Yurdagül Zopf, Ernährungsmedizinerin an der FAU.

Übergewicht: Fränkische Forscher entwickeln Abnehm-Konzept weiter

Da die Empfehlung der WHO - 150 Minuten Sport pro Woche - von der Bevölkerung nicht erreicht werde, hat Sportwissenschaftler Dejan Reljic ein 15-minütiges Sportprogramm entwickelt, das Übergewichtigen helfen soll, abzunehmen. Das Konzept besteht aus intensiven Belastungsintervallen und Erholungsphasen: "Im Grunde ist das Konzept eines hochintensiven Intervalltrainings bereits seit Jahren aus dem Leistungssport bekannt, jedoch wurde es entsprechend angepasst, um für Adipöse und Untrainierte umsetzbar zu sein", erklärt der FAU-Forscher.

Das neue Konzept haben die Wissenschaftler in einer Studie untersucht. 140 Adipöse mit einem durchschnittlichen BMI-Wert von 38 und zwei Risikofaktoren, wie beispielsweise hohen Cholesterinwerten und Bluthochdruck, haben daran teilgenommen. Eine Gruppe der Studienteilnehmer absolvierte zwei Mal in der Woche das 15-minütige FAU-Training, inklusive einer Ernährungsberatung. Eine Vergleichsgruppe bekam lediglich die Ernährungsberatung. Mehr Informationen und Kaufen

Das Ergebnis: Teilnehmer beider Gruppen konnten ihr Gewicht durchschnittlich deutlich verringern. Der Gewichtsverlust war allerdings in der Gruppe, die das Training absolvierte, "signifikant stärker ausgeprägt", wie die Universität berichtet. Dabei nahmen Teilnehmer bis zu 20 Kilogramm ab.

Neben dem teils starken Gewichtsverlust betonen die Forscher, dass eine anderer Aspekt entscheidend für eine "Langzeitprognose" sei: Die Teilnehmer der Trainingsgruppe konnten die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems verbessern. Zudem konnten sie ihr "kardiometabolisches Risikoprofil" erheblich verbessern. Unter kardiometabolische Erkrankungen verstehen Experten Krankheitsbilder, die das Herz-Kreislaufsystem und/oder Stoffwechselvorgänge betreffen. Die Entzündungswerte konnten ebenfalls um fast 40 Prozent reduziert werden.

Reljic zufolge, untermauert die Studie die Bedeutung von "körperlicher Aktivität" in Kombination mit "angepasster Ernährung" für Adipositas-Betroffene. Mit lediglich 30 Minuten Sport in der Woche sei so ein Ergebnis möglich, das über "die reine Gewichtsreduktion durch alleinige Kalorienrestriktion" hinausgehe.

Übergewichtige Mütter: Studie bestätigt schwere Folgen für späteres Leben der Kinder

In der EU gilt fast jeder sechste Erwachsene als adipös. Übergewicht ist bekannt dafür, den Körper anfällig für Herzkrankheiten und Diabetes zu machen. Nun soll sich das Übergewicht einer Mutter auch noch negativ auf ihr Kind ausüben. Doch was genau kann passieren?

Mit einem Rechner der Deutschen Adipositas Gesellschaft können Sie ihren BMI bestimmen.

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