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Daunendecken im Test: Erschreckendes Ergebnis bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest prüfte verschiedenen Daunendecken, die eigentlich für einen hochqualitativen Schlafkomfort stehen. Bei den Ergebnissen war davon allerdings nicht mehr so viel zu sehen. Keine der Decken schnitt gut ab.
 
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Stiftung Warentest prüfte verschiedenen Daunendecken, die eigentlich für einen hochqualitativen Schlafkomfort stehen. Bei den Ergebnissen war davon allerdings nicht mehr so viel zu sehen. Keine der Decken schnitt gut ab. Foto: Claudio Scott/Pixabay.com
  • Stiftung Warentest prüfte Daunendecken
  • Keine der Decken schneidet gut ab
  • Testsieger lediglich "befriedigend"

Stiftung Warentest nahm verschiedene Daunendecken unter die Lupe. Das Ergebnis: Keine der getesteten Daunendecken schneidet gut ab - die "Testsieger" erhalten lediglich ein "befriedigend". Schlusslicht ist eine Decke des Versandhändlers Otto: Diese überzeugt weder mit dem Corporate Social Responsibility-Engagement, noch mit der Qualität der Decke. Sieben der getesteten Daunendecken schneiden mit "befriedigend" ab, zwei mit "ausreichend", die Decke von Otto mit "mangelhaft". 

Daunendecken im Test: Gute Decken sucht man vergebens

Stiftung Warentest untersuchte Daunendecken, die einen Mindestanteil an Daunen von 90 Prozent und etwa zehn Prozent Federn enthalten. Die Daunen verschaffen Wärme und machen die Decke dennoch atmungsaktiv, die Federn machen die Decke stabil.  Der Test zeigt: Bei vielen Herstellern ist nicht zu 100 Prozent das in der Decke, das deklariert wird und um das Tierwohl und die Corporate Social Responsibilty steht es oftmals schlecht.

Testsieger: Gerade einmal befriedigend

Neben Nieten gibt es auch Decken im Test, die als zufriedenstellend bezeichnet werden können. Der Testsieger im Daunendecken-Test von Stiftung Warentest ist das Modell Moments Winterbett Warm von Centa-Star*. Die Tester bewerten diese Decke mit befriedigend (2,6) - positiv bewertet wird unter anderem die Deklaration und die Schlaf-Eigenschaften des Produktes.

Ebenfalls im vorderen Bereich liegen die Modelle Kassettendecke WK4 Cube Daune von Traumina* (befriedigend, 2,6) und Elegance 700 Warm von Sanders-Kaufmann* (befriedigend, 2,7). Vier weitere Daunendecken bewegen sich im Bereich "befriedigend", die Decken vom Dänischen Bettenlager* und IKEA* bekommen ein "ausreichend", die Otto-Decke ein "mangelhaft".

Probleme bei der Deklaration: Mehr Daunen als tatsächlich in den Decken stecken

Bei der Deklaration haben die meisten Decken so ihre Probleme: In dieser Test-Kategorie geht es darum, zu prüfen, ob auch wirklich in den Decken steckt, womit diese beschrieben werden. Laut einer europäischen Bettdecken-Norm entspricht eine deklarierte Füllmenge von 90 Prozent einer tatsächlichen Füllmenge von 85 bis 94,9 Prozent. Eine deklarierte Füllmenge von zehn Prozent entspricht einer tatsächlichen Füllmenge von 7,5 bis 12,4 Prozent. 

Als fälschlich deklariert erweisen sich unter anderem die Daunendecken von Traumina* und Sanders-Kauffmann. Diese Hersteller beschreiben die getesteten Decken als zu 100 Prozent mit Daunen gefüllt, was laut europäischen Bettdecken-Norm einer tatsächlichen Füllung von 95 Prozent entspricht. Die Tester fanden allerdings heraus, dass diese beiden Decken rund zehn Prozent Federn enthalten, was einer tatsächlichen Daunen-Füllung von nur 90 Prozent entspricht - das quittieren die Tester mit einem Punktabzug.

Deklaration der Güteklassen oft unzulänglich

Auch die Güte der Füllung wird deklariert: Wird eine Füllung mit der Klasse l deklariert, dürfen keine Fremdteile, wie etwa gebrochene Federn, in den Decken stecken. Die Klassen werden dann prozentual abgestuft. Probleme hat auch hier die Daunendecke des Herstellers Traumina* - sie wird mit der Klasse l deklariert, beinhaltet aber so viele Fremdteile, dass sie tatsächlich als Klasse ll einzustufen ist. 

Was steckt drin: Gans oder Ente?

Auch welche Daunenart in den Decken steckt, wird oft verschleiert, wenn nicht sogar verleugnet. Laut europäischer Verordnung gibt es bei Daunendecken die Bezeichnung "Gans", "Ente" oder "reine Gans". Auch die Bezeichnung "Gans/Ente" existiert. Als Decken aus "reiner Gans" gelten die, die mindesten 90 Prozent Gänsedaunen und -federn enthalten. Bei 70 bis 89,9 Prozent liegen Daunen und Federn von der "Gans" vor. Dasselbe gilt für Decken aus Entendaunen und -federn.

Die Daunendecke des Herstellers Paradies* bewirbt ihr Modell mit einem starken Fokus auf den Gänsedaunen und -federn, wodurch der Anschein erweckt wird, dass sich hauptsächlich diese in der Decke befinden. Die Wahrheit ist jedoch eine andere: Die Paradies-Decke beinhaltet zu einem Drittel Enten-Federn, weshalb sie korrekterweise mit der Aufschrift "Gans/Ente" bezeichnet werden sollte. 

Die meisten Decken verlieren Daunen und Federn

Ein großes Qualitäts-Problem ist auch die Haltbarkeit der Daunendecken im Test: Kaum einer der getesteten Modelle gelang es, keine Daunen nach außen zu lassen. Das führt dazu, dass die Daunen unangenehm pieken und die Qualität des Schlafes stören können. Im Idealfall sollte eine Daunendecke auch nach tausenden Stößen dicht sein und keine Daunen verlieren. Zufriedenstellend in dieser Kategorie erwiesen sich die beiden Hersteller Allnatura* und Sanders-Kauffmann. Auch Traumina* ist diesbezüglich klar zu empfehlen. 

Schlusslicht des Daunendecken-Tests ist das Modell aus der My-Home-Kollektion des Versandhändlers Otto. Diese Decke patzt vor allem in der Kategorie Haltbarkeit: Bereits nach drei Wäschen in der Maschine ist sie sehr stark eingegangen und verliert so rund 20 Zentimeter auf der Längsseite.  Zudem verrutscht die Daunen-Füllung innerhalb der Decke und Daunen gelangen nach außen. 

Ab in die Waschmaschine? Das kann schief gehen

Ausnahmslos alle Hersteller der getesteten Daunendecken geben an, dass die Decken problemlos in einer gewöhnlichen Waschmaschine gereinigt werden können. Bei der Wasch-Temperatur unterscheiden sich die Modelle allerdings: Die Decken von IKEA, Billerbeck, Sanders-Kaufmann, Badenia und Otto können laut Etikett bei 60 °C gewaschen werden, was eine größere Reinheit garantiert. Alle anderen sollen bei 40 °C waschbar sein.

Wie bereits erwähnt, hält die Otto-Daunendecke dem Waschen in der Maschine nicht stand und geht um bis zu 20 Zentimeter ein - ärgerlich! Auch die Decken von Allnatura, Badenia, IKEA und dem Dänischen Bettenlager* schrumpften um bis zu 13 Zentimeter, was immerhin sechs Prozent der ursprünglichen Decken-Fläche ist. Durch die Wäsche bewegen sich unerwünschterweise auch die Daunen innerhalb der Decke bei einigen Herstellern - so unter anderem bei IKEA, Billerbeck, Otto und dem Dänischen Bettenlager*.

Schwitzen bei Nacht: Nur Decken von IKEA und Dänisches Bettenlager atmungsaktiv

Wer bei Nacht besonders viel schwitzt, sollte sich an die Daunendecken von IKEA* und dem Dänischen Bettenlager* halten - diese beiden sind als einzige im Test tatsächlich hoch atmungsaktiv und schaffen es, die Feuchtigkeit nach außen zu tragen. Beide enthalten Daunen und Federn von der Ente. Alle weiteren getesteten Daunendecken schaffen diese Aufgabe immerhin befriedigend. 

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Tierwohl? Fehlanzeige

Stiftung Warentest befasst sich im Daunendecken-Test ebenfalls mit dem Thema Tierschutz: Hierzu ermittelten die Tester das CSR-Engagement, was für Corporate Social Responsibility steht - also die Verantwortung eines Unternehmens, gesellschaftlich nachhaltig zu wirtschaften. Laut dem Bundesministerium für Soziales und Arbeit umfasst das soziale, ökologische, wie auch ökonomische Aspekte. Bei der Ermittlung des CSR-Engagements im Decken-Test spielten Faktoren wie die Herkunft der Tiere, die Transparenz der Anbieter und auch Unternehmenspolitik und Umweltschutz eine Rolle.

Als einzige Daunendecke im Test wird das CSR-Engagement der Versandhändlers Otto mit "mangelhaft" bewertet - sowohl das Tierwohl, als auch der Umweltschutz werden als unzureichend angesehen. Ein "befriedigend" wurde unter anderem für die Decken von Traumina und Centa-Star vergeben.  Sehr gute Noten bezüglich des Tierschutzes oder der Transparenz sucht man vergebens

Fazit: Keine einzige Daunendecke ist gut

Das Ergebnis des Daunendecke-Tests von Stiftung Warentest ist enttäuschend: Keine einzige der zehn getesteten Daunendecken bekommt ein gutes Ergebnis. Sieben der Decken sind "befriedigend", zwei "ausreichend" und die Decke des Versandhändlers Otto sogar nur "mangelhaft". Wer Wert auf ein gutes Produkt legt, bei dessen Herstellung auch noch das Tierwohl Beachtung findet, sollte sich äußerst genau erkundigen und nicht das erstbeste Produkt kaufen. Der Test zeigt: Auch auf die Deklaration des Herstellers ist in vielen Fällen kein Verlass - oft steckt nicht genau das in der Decke, das auch angegeben ist. 

Das komplette Testergebnis finden Sie auf der offiziellen Website von Stiftung Warentest.

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