"Insomnie" bedeutet Schlaflosigkeit. Dieser Begriff fasst verschiedene Arten von Ein- und Durchschlafstörungen zusammen. Der DAK Gesundheit zufolge leiden mehr als 34 Millionen Menschen in Deutschland unter Schlafstörungen. Die Tendenz ist steigend, seit 2010 gibt es hier einen Anstieg um etwa 60 %. Dies wirkt sich natürlich auch negativ auf die Leistungsfähigkeit in den verschiedenen Lebensbereichen aus.

Aber vielleicht gibt es ja die Lösung? Viele Anbieter werben jetzt mit Therapiedecken gegen Schlafprobleme. Die "Gravity-Decken" oder auch unter dem deutschen Begriff "Gewichtsdecken" bekannt, sollen die Lösung bei Schlafproblemen sein. Es scheint tatsächlich mehr hinter diesem "Hype" zu stecken, als nur gutes Marketing. Wie Fitbook schreibt, können schwedische Forscher dieses Phänomen durch eine offizielle Studie bestätigen.

Was sind Gravity-Decken?

Gravity-Decken, auch Gewichtsdecken genannt, sind mit bis zu 12 Kilo deutlich schwerer als herkömmlichen Bettdecken. Deckt man sich mit einer solchen Decke zu, entsteht ein sogenannter Tiefendruck. Dieser soll dazu führen, dass sich Menschen mit Schlafproblemen oder auch Angstpatienten besser entspannen können. 

Der Stern erklärt, dass der "Deep touch pressure"-Effekt Signale an das Gehirn auslöst, die mit denen einer liebevollen Umarmung vergleichbar sind. Das Glückshormon "Serotonin" wird ausgeschüttet und vermittelt ein Gefühl von innerer Ruhe, Sicherheit und Gelassenheit. 

Im therapeutischen Bereich, wie zum Beispiel in psychiatrischen Einrichtungen oder im Bereich der Geriatrie, findet dieses Phänomen bereits länger Anwendung. Bei Konzepten wie der "Basalen Stimulation" werden Therapiedecken und auch der sogenannte "Nestbau" angewendet, um Patienten ihre Körpergrenzen spüren zu lassen, sich zu entspannen und zu beruhigen.

Studie mit Patienten mit Schlafstörungen

Das schwedische Team um Studienleiter und Psychiater Dr. Mats Alder startete eine Studie mit 120 Menschen.  Bei allen bestanden psychische Erkrankungen und alle beklagten als eines ihrer Symptome Schlafstörungen, mit Folgen wie täglichen Konzentrationsstörungen und Abgeschlagenheit. 

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Die Studie wurde mit zwei Gruppen durchgeführt. Durch Zufallszuteilung wurden die Probanden jeweils einer Gruppe zugewiesen. Gruppe eins schlief für vier Wochen jede Nacht mit einer Gewichtsdecke. Die andere (Kontroll-) Gruppe schlief mit einer normal gewichteten Bettdecke.

Die wissenschaftlichen Auswertungen ergaben, dass die Probanden mit Gewichtsdecke besser durchschlafen konnten. Sie fühlten sich im Tagesverlauf deutlich besser und erholter als vor Beginn der Studie. Außerdem sollen sich verschiedene ihrer Krankheitssymptome (= depressive Verstimmungen, Ängstlichkeit, Abgeschlagenheit) verbessert haben. Im Anschluss an den ersten Untersuchungsteil begann eine 12-monatige Nachverfolgungsphase. Wie das deutsche Gesundheitsportal "Aponet" zusammenfasst, durften die Probanden selbst entscheiden, mit welcher Art von Decke sie schlafen wollten. Die meisten von ihnen wählten die Gewichtsdecke und nach einem Jahr berichteten rund 92 Prozent von einer deutlichen Besserung ihrer Schlafqualität. Bei 78 Prozent sollen die Schlafstörungen komplett verschwunden sein.

Für wen sind Gewichtsdecken geeignet?

Allerdings sind die Gewichtsdecken nicht für jeden geeignet. Ein Studienteilnehmer musste den Versuch vorzeitig aufgrund extremer Angstgefühle abbrechen. Das intensive Gewicht kann also nicht nur Entspannen, sondern bei manchen Menschen auch Unwohlsein hervorrufen und somit Schlafstörungen im schlimmsten Fall begünstigen.

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Wenn es darum geht, die eigene Körperwahrnehmung zu verbessern und zur Ruhe zu kommen, sind Gewichtsdecken grundsätzlich für jeden Erwachsenen, aber auch für Kinder geeignet. Wichtig ist hierbei aber, dass eine Gewichtsdecke nur ein Zehntel des eigenen Körpergewichts (also zehn Prozent) ausmachen sollte. Je nach Hersteller gibt es Modelle zwischen vier und 12 Kilo. Wiegen sie ungefähr 60 Kilogramm, sollten die Gewichtsdecke also etwa sechs Kilo wiegen.

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